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    Am 1. April ein Fußballspiel abzusagen, ist gar nicht leicht

    Ein verstopftes Auffangbecken in Kirchenbollenbach war der Grund, warum das Bezirksligaspiel des Bollenbacher SV gegen den FC Brücken abgesagt abgesagt werden musste. Die Einrichtung soll eigentlich verhindern, dass Wasser von den angrenzenden Felsen auf den Platz stürzt. Doch genau das funktionierte nicht und der Rasen wurde regelrecht geflutet. Die Ausweichmöglichkeit Mittelbollenbach fiel aus, weil dort im Sportheim und den Kabinen Kommunion gefeiert wurde. Also entschlossen sich die BSV-Verantwortlichen zur Absage. Doch so etwas ist am 1. April gar nicht so einfach...

    Nachspielzeit von Sascha Nicolay.
    Nachspielzeit von Sascha Nicolay.

     Nachspielzeit von Sascha Nicolay

    21.14 Uhr: Der BSV versucht Brückens Abteilungsleiter Karsten Schultheiß zu erreichen. Das klappt nicht, weil Schultheiß mit FCB-Kapitän Pascal Geibel in Italien bei einem Radurlaub beim Abendessen sitzt und nicht auf sein Handy achtet. Auch Trainer Michael Dziubany ist nicht erreichbar. Er ist mit zwei weiteren Akteuren im Skiurlaub im Ötztal.

    21.16 Uhr: Oliver Fuhr, der Abteilungsleiter des BSV, erreicht als einzigen Brückener Thorsten Schweig, den Torwart der 2. Mannschaft. Schweig verspricht, Rücksprache mit seinem Vorstand zu halten.

    21.19 Uhr: Schweig versucht ebenfalls erfolglos Schultheiß zu erreichen, bekommt dann von anderen FCB-Vorstandsmitgliedern aber das Okay, einer Spielverlegung beim BSV zuzustimmen.

    21.35 Uhr: Schweig informiert BSV-Abteilungsleiter Fuhr.

    21.40 Uhr: Marc-Philipp Alles, der Torwart der ersten Brückener Mannschaft, befürchtet einen "Daaler" Aprilscherz und schreibt mich, Sascha Nicolay, in meiner Funktion als Trainer des BSV an: "Hallo Sascha, jetzt mal bitte ohne Scherz. Wollt ihr das Spiel absagen oder wurden wir in den April geschickt", heißt es da.

    21.41 Uhr: Ich funke zurück: "Nein. Im Ernst, Platz steht unter Wasser", hänge ein Beweisfoto an und frage: "Überzeugt?"

    21.43 Uhr: Alles ist überzeugt und verkündet in der WhatsApp-Gruppe des FCB den Spielausfall.

    21.50 Uhr: Fuhr versucht Otfried Seefeldt zu erreichen, doch die Mailbox des Staffelleiters springt an. Fuhr bittet um Rückruf, der am späten Freitagabend nicht mehr kommt.

    21.52 Uhr: Die Skifahrer und Radfahrer des FC Brücken sind nicht überzeugt und wittern noch immer einen Aprilscherz, denn im DFB-Net ist die Partie noch nicht abgesetzt. Auch im SWFV-Postfach gibt es noch keine Nachricht. Zugleich erwägen beide Gruppen aber auch, ihren Urlaub zu verlängern, wenn das Spiel abgesagt wird.

    Samstag, 2. April, 9.15 Uhr: Torwart Alles schreibt mich erneut an: "Hallo Sascha, vier unserer Spieler würden den Urlaub verlängern, wenn das Spiel wirklich ausfällt. Sie baten mich noch einmal nachzufragen, ob es wirklich ausfällt."

    9.53 Uhr: Ich sehe die Nachricht und antworte: "Der Klassenleiter muss noch zustimmen." Gleichzeitig nimmt die Absage auf anderen Wegen ihren Lauf.

    9.45 Uhr: Schultheiß ruft Staffelleiter Seefeldt. Der weiß von nichts und kündigt einen Anruf beim BSV an.

    10.17 Uhr: BSV-Abteilungsleiter Fuhr und Staffelleiter Seefeldt erreichen sich gegenseitig.

    10.35 Uhr: Seefeldt ruft Schultheiß an und bestätigt die Spielabsage.

    10.36 Uhr: Die erste Mannschaft wird via WhatsApp darüber informiert, dass die Partie tatsächlich ausfällt. Die Skifahrer kommen trotzdem schon am Abend wie geplant zurück.

    Die Radfahrfraktion des FC Brücken verlängert den Urlaub aber tatsächlich und kehrt erst am Sonntagabend um 23.30 Uhr zurück.

    Foto: xxxx

    Ein Leserbrief schlägt hohe Wellen

    Gewaltige Wellen schlug vergangene Woche ein Leserbrief von Holger Gehres, einem Zuschauer und AH-Spieler der Spvgg Fischbach. Gehres nutzte meine "Nachspielzeit" über die beiden innerhalb von einer Minute verschossenen Elfmeter von Fischbachs Spielertrainer Stefan Zang als Grundlage für eine Generalkritik am Eulen-Coach. Unter anderem warf Gehres Zang darin vor, ein Selbstdarsteller zu sein. "Ich bin der Meinung, Stefan Zang wollte den Elfmeter schießen, weil er am Dienstag als Torschütze in der Nahe-Zeitung stehen wollte", hieß es da. Außerdem vertrat Gehres die Meinung, dass der Verein sich besser schon in der Winterpause von Zang getrennt hätte. Starker Tobak und ganz bitter für den Fischbacher Trainer.

    Doch der Rundumschlag hatte auch sein Gutes. Zang erfuhr viel Zustimmung aus der Mannschaft und dem Vorstand, aber auch von Trainerkollegen und Funktionären anderer Klubs. Abteilungsleiter Rüdiger Lieser empörte sich und kündigte eine Reaktion des Klubs an, die prompt auch in Form eines Leserbriefs kam.

    Am wichtigsten für Zang dürfte aber der Rückhalt der eigenen Mannschaft gewesen sein. Jens Köller, einer seiner Spieler, konterte den Leserbrief knallhart: "Es ist schon interessant, dass eine solche Kritik von einem Spieler kommt, der selbst der Mannschaft den Rücken zugewendet hat, weil er sich nicht in ihren Dienst stellen wollte, um selbst immer im Mittelpunkt zu stehen." Und dann stellte Köller stellvertretend für die Fischbacher Mannschaft klar: "Als Spieler der Spvgg Fischbach kann ich nur sagen, dass wir zu hundert Prozent hinter unseren Trainern Stefan Zang und Sebastian Purper stehen. Jeder weiß, dass Stefan den Elfmeter am liebsten rein gemacht hätte, denn er lebt den Fußball."

    Trainer-Bürgermeister irrt sich

    Auch Uwe Weber lebt den Fußball - nahezu jeden Sonntag als leidenschaftlicher Zuschauer des SV Niederwörresbach. Die Leidenschaft das Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Herrstein geht mitunter so weit, dass sich seine Einlassungen von außen beinahe wie Anweisungen des Trainers anhören. Zumindest kommen sie in einem ähnlich energischen Ton. Besonders von seinem Sohn Jan, der Kapitän beim SV Niederwörresbach ist, erwartet der Verbandsbürgermeister eine strikte Einhaltung seiner fußballstrategischen Pläne.

    So wie bei jenem Freistoß in der 32. Minute für den SV Niederwörresbach gegen die SG Idarwald. Jan Weber legte sich den Ball zum Freistoß zurecht. Luftlinie etwa zehn Meter entfernt stand Vater Weber in erhöhter Position und ordnete an: "Jetzt konzentrier' dich und bring das Ding schön an den langen Pfosten." Nun geriet Jan Webers Flugball relativ flach und schien eine leichte Beute für die Abwehr zu werden. Das sah auch Uwe Weber so und motzte während der Ball in der Luft war lautstark: "So ein sch... Ding, viel zu flach." Doch die Abwehr ließ die Kugel passieren, die am langen Pfosten Spielertrainer Timo Conradt fand. Conradt versenkte eiskalt und Niederwörresbach lag vorne.

    Natürlich genoss Jan Weber das Tor besonders. Triumphierend legte er die Hand ans Ohr und grinste in Richtung seines Vaters: "Was ist jetzt"? Aber Uwe Weber ist nicht nur ein leidenschaftlicher Anhänger, sondern auch ein guter Verlierer. "Ist ja gut, ist ja gut. Ich sag ja nix mehr", entschuldigte er sich lachend, um zwei Minuten später die nächsten Anweisungen auf den Platz zu rufen.

    Die Spvgg Fischbach hat recht, dass sie an Stefan Zang festhält Leserbrief von Holger Gehres: "Die Leistung eines Trainers ist vom Erfolg abhängig" Leserbrief vom 2. Vorsitzenden der Spvgg Fischbach: "Unsachgemäße Kritik an Zang" Leserbrief von Holger Gehres: "Zang wollte in der Zeitung stehen" Den mache ich jetzt weg - oder wie es ist, zwei Elfmeter innerhalb von einer Minute zu verschießen
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