London rückt nach dem famosen Debüt in Frankfurt näher: DLV beruft Sören Kah ins Marathon-Nationalteam
Leichtathletik - Die Olympianorm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (2:12 Stunden) liegt zwar nach wie vor in weiter Ferne, doch die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen im kommenden Sommer in London ist für Sören Kah (LG Lahn-Aar-Esterau) ein kleines Stückchen näher gerückt. Sein starkes Marathon-Debüt in 2:17:58 Stunden vor eineinhalb Wochen in Frankfurt hat dem 29-Jährigen mehr als ein gutes Gefühl und müde Beine gebracht, am Dienstagabend hat Kah außergewöhnliche Post aus seinem Briefkasten gefischt. Inhalt: 15 Seiten Vertragswerk, nach dessen Unterzeichnung der Läufer aus Birlenbach-Fachingen Mitglied des neuen Marathon-B-Kaders des DLV ist. "Das war nach der Arbeit der Knaller", kann es Sören Kah noch immer nicht fassen.
Rückblick: Ende Juli hatten der 29-Jährige und sein Trainer Lutz Preußner erstmals über den tollkühnen Plan gesprochen, sich mit einer Zeit unter 2:18 Stunden, also unter der internationalen Olympianorm, für eine Teilnahme an den Spielen in London zu empfehlen. Nach drei Monaten knallharter Vorbereitung lieferte der Fachinger in seiner Wahlheimat Frankfurt eine Punktlandung ab, unterbot die angepeilte Marke um exakt zwei Sekunden und geriet somit auch in den Fokus von Bundestrainer Ron Weigel. Dessen Athlet André Pollmächer hatte in Frankfurt alles riskiert, um die 2:12-Stunden-Marke zu knacken, scheiterte aber und musste wenige Kilometer vor dem Ziel in der Festhalle erschöpft aufgeben. So war es mit Jan Fitschen nur ein deutscher Läufer, der in 2:15:40 Stunden vor dem Debütanten aus dem Rhein-Lahn-Kreis blieb.
Zwei Tage nach dem Coup von Frankfurt meldete sich Weigel telefonisch bei Kah. "Es war ein erstes Gespräch, um sich kennenzulernen", sagt der Neuling in der Marathonszene. "Natürlich konnte mir der Bundestrainer noch nicht sagen, in welche Richtung sich die Sache entwickeln wird." Inzwischen ist das aber klar. Ein zweites Gespräch steht zwar noch aus, aber die Berufung in den Nationalkader des DLV darf als eindeutiges Signal gewertet werden. "Ich bin gespannt, was kommt", sagt der 29-Jährige.
Im Gespräch mit unserer Zeitung ist Weigel am Mittwochabend konkreter geworden. "Ich spüre, dass der Junge brennt", sagt der Bundestrainer, der in Frankfurt zum ersten Mal auf Sören Kah getroffen ist. "Er arbeitet vollzeit und hat sich auf allen Strecken enorm gesteigert, das ist beachtlich. Ich habe ihn in den Kader genommen, weil ich seine Leistung anerkenne und ihm eine Chance bieten möchte. Ich möchte mit ihm und seinem Trainer zusammenarbeiten, ihnen helfen, sie unterstützen."
Was Kah erwarten kann, hat Jan Fitschen, einer der anderen Kader-Athleten, schon in der Pressekonferenz nach dem Frankfurt-Marathon angedeutet. "Wir nehmen ihn mit nach Kenia", sagte die Nummer eins der aktuellen DLV-Bestenliste über die Nummer zwei. "Er muss jetzt leiden." Angst hat der Fachinger davor nicht - warum auch? Er hat sein großes Ziel, ein Debüt unter 2:18 Stunden erreicht. Die Zeit steht, der Vertrag des DLV liegt vor. Alles andere ist Bonus.
Von unserem Redakteur Marco Rosbach











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