Schrift:

Mehr Exaktheit, aber weniger spektakulär

Trampolin-Bundesliga - Es war ein lockerer Aufgalopp für die Trampolinturner des MTV Bad Kreuznach. Zum Start in die Bundesligasaison setzten sie sich mit 6:0 gegen den SC Itzehoe durch. 6:0? Das ist kein Druckfehler, sondern das Ergebnis der neuen Wertung. Für jeden gewonnenen Durchgang gibt es zwei Punkte. Der MTV behielt in der Pflicht mit einem Vorsprung von 14,1 Punkten die Oberhand, in der ersten Kür fuhr er 18,6 Punkte mehr ein als die Gäste, und in der Finalrunde erreichte er ein Plus von 21,3 Zählern.

Kopfstand in luftiger Höhe: Kyrylo Sonn fliegt durch die Konrad-Frey-Halle. Im August wechselte der 20-Jährige zum MTV Bad Kreuznach. Gestern turnte er für seinen neuen Verein erstmals in der Bundesliga. Foto: Klaus Castor
Klaus Castor

Dank Heiko Berger bekam das Publikum in der Konrad-Frey-Halle die neue Zählweise sehr anschaulich präsentiert, denn der MTV-Kotrainer hat ein Computerprogramm entwickelt, durch das sich die Wertungen übersichtlicher darstellen lassen. Größeren Einfluss als das neue Punktesystem hat jedoch eine zweite Regeländerung auf den Wettkampf: Das Streichresultat wurde abgeschafft. Für die Teams bedeutet das, dass sie sich keine Abbrüche erlauben dürfen, wenn sie nicht riskieren wollen, ins Hintertreffen zu geraten. Entsprechend vorsichtig wurde zum Saisonstart taktiert. Schwierigkeitsgrade von 8,0 bis 9,9 Punkte waren an der Tagesordnung. Keiner wagte sich in den zweistelligen Bereich. Kyrylo Sonn, der erstmals für den MTV in der Bundesliga antrat, gewann der Neuerung Positives ab. "Wenn man leichter turnt, ist es kontrollierter. Dann kann man sauberer turnen und die Haltungsnoten verbessern", sagte der 20-Jährige. Es war nicht zu leugnen, dass die Höhenflieger exakter turnten und für saubere Ausführungen mit hohen Punkten belohnt wurden. Allerdings waren die Darbietungen weniger spektakulär als früher. Umso mehr freuten sich die Zuschauer, wenn sich Turner gegen Ende der Übung trauten, noch eine Schippe draufzupacken. An den einfacheren Übungen dürfte es nicht gelegen haben, dass sich dieses Mal nur 130 Zuschauer in die Halle verirrten. Vielmehr machten der verkaufsoffene Sonntag, die Frühlingssonne sowie die Stichwahl zum Oberbürgermeister den Trampolinern Konkurrenz.

Martin Gromowski befürchtete, dass es auf Dauer langweiliger werden könnte für die Zuschauer, und auch ihm selbst fehlt ein bisschen Nervenkitzel: "Mir macht es weniger Spaß. Du kannst dem Publikum nicht mehr das zeigen, was du trainiert hast." Obwohl Gromowski mit seinen ersten beiden Übungen nicht zufrieden war, weil er übers Tuch gewandert war, wurde er mit 100,9 Punkten bester Turner. Knapp hinter ihm, mit nur einem zehntel Punkt weniger, lag Anna Dogonadze. Sie war rundum zufrieden, schließlich war sie erst vor einer Woche richtig ins Training eingestiegen. "Wir sind noch nicht alle richtig fit", verriet sie. Jessica Simon musste krankheitsbedingt ganz passen, und Peter Drozdik, der sich eine Knochenabsplitterung im Fuß zugezogen hatte, war während des Wettkampfs für die Musikeinspielungen zuständig. So schickte Trainer Steffen Eislöffel Sarah Eckes, Carina Baumgärtner (Pflicht) und Alexandra Kohler (zwei Kürdurchgänge) aufs Gerät. Sein Fazit: "Alle haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten geturnt."

Von unserer Mitarbeiterin

Tina Paare

0.0
0,0 (0 Stimmen)