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  • Ohne Schweiß ein Preis: Diehl gewinnt zum siebten Mal den Hunsrück-Marathon

    Leichtathletik - Vielleicht waren es eine Handvoll Schweißtropfen, die Marco Diehl den Nacken herunterflossen. Wenn überhaupt. Der Sieger des Hunsrück-Marathons war einmal mehr der überragende Läufer und gewann zum siebten Mal hintereinander. Der 43-Jährige vom DVAG Marathon-Team überquerte die Ziellinie in Simmern nach 42,195 Kilometern und 2:32:25 Stunden. Die Anstrengung der Strecke war ihm bis auf die verschwindend geringen Transpirationsspuren nicht anzusehen.

    Wie immer der Gewinner: Marco Diehl aus Butzbach. 
Foto: B&P Schmitt
    Wie immer der Gewinner: Marco Diehl aus Butzbach.
    Foto: B&P Schmitt

    "Ich hatte bis jetzt eine recht durchwachsene Saison und mich auch nicht so konzentriert auf Simmern vorbereitet, dafür war es eine wirklich schöne Zeit, da ich wusste, dass eine Zeit unter 2:30 nicht möglich ist", sagte der Butzbacher, dem seit 2005 keiner beim Hunsrück-Marathon das Wasser reichen kann. Wasser ist es aber sowieso nicht mehr, was gereicht wird im Ziel, auch Diehl greift mittlerweile wie viele Kollegen zum alkoholfreien Weizen. Und dabei plaudert er über den Marathon, der ihm auch wegen seiner Siegesserie ans Herz gewachsen ist. "Ich wüsste nicht, dass in Deutschland jemand schon siebenmal hintereinander gewonnen hat. Klar fehlt hier auch die Konkurrenz, aber die ganz schnellen Läufer mögen solche Strecken wie hier nicht so." Wellig ist es, windig war es wie immer. "Aber trotzdem waren die Bedingungen gut, obwohl ich zwischen Kilometer 13, 14 und 22 zu kämpfen hatte. Danach habe ich mich wieder gefangen und bis ins Ziel lief es dann super, ich hätte noch drei, vier Kilometer so weiter laufen können." Dass ihm der linke Strumpf heruntergerutscht war, schrieb er schmunzelnd seiner im Ziel wartenden Mutter zu: "Nächstes Mal musst du den mit 60 Grad waschen, dann hält er wieder." Mutter lachte, Vater lachte und der erstmals anwesende Bruder ebenfalls. Der Zweitplatzierte Mario Müller aus Mainz lachte auch, als er nach 2:55:12 im Ziel war. "Es war zwar 19 Minuten über meiner Bestzeit, aber ich habe seit drei Jahren mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Es war mal wieder ein Versuch durchzulaufen." Das hat er geschafft, Diehl sah er nur am Start, nach anderthalb Kilometern hatte der schon 30 Sekunden Vorsprung. "Er ist zwei, drei Klassen besser", konstatierte Müller lachend - mit einem alkoholfreien Weizen in der Hand.

    Siegte bei den Frauen: Sabine Rech aus Neuerkirch.
Foto: B&P Schmitt
    Siegte bei den Frauen: Sabine Rech aus Neuerkirch.
    Foto: B&P Schmitt

    Sabine Rech griff stattdessen zur Apfelschorle. Die erste Frau, die mittlerweile für den ausrichtenden Hunsrück-Marathon-Verein startet, aus Simmern kommt und nunmehr in Neuerkirch wohnt, war zufrieden mit ihren 3:04:45 Stunden. "Ich war zwar eine gute Minute langsamer als 2010", erklärte die Vorjahressiegerin, "aber ich habe mich besser gefühlt." Keine Probleme hatte sie auf der Strecke, Konkurrenz ebenfalls nicht. Weibliche zumindest nicht. "Ich bin mit vier Männern in einer Gruppe gelaufen. Einer hat im Scherz gesagt: Jetzt bin ich so viele Kilometer gefahren, um mich von einer Frau abhängen zu lassen." Nach und nach mussten die Herren der Schöpfung abreißen lassen, Rech setzte sich ab und gewann vor Annette Geiken (RWE-Team/3:15:53) und der gebürtigen Bucherin Iris Walter, die für den TV Meisenheim startet und in 3:16:38 einlief. Sie sagte: "Ich bin echt zufriede und hatte mit keine besondere Zeit vorgenommen. Sabine kann ich nicht schlagen, sie ist besser." Dann blickte Walter in die Zukunft: "Vielleicht war das mein letzter Marathon." Für Diehl bestimmt nicht: "Ich komme wieder." Diese Aussage bringt wohl eher seine Gegner ins Schwitzen als ihn.

    Von unserem Redakteur

    Mirko Bernd

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