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Titelfavorit Karadeniz: Auswärtsstark und fair

Bezirksklasse Nahe Ost - Das lange Warten hat ein Ende. Am Wochenende ist die Winterpause Geschichte, jagen die Fußballteams des Kreises wieder der Kugel hinterher. Auch in der Bezirksklasse Ost nehmen 16 Teams den Spielbetrieb auf - darunter drei Mannschaften, die sich den spannendsten Meisterschaftskampf seit Langem liefern.

Armando Grau (grünes Trikot) strebt mit dem TuS Roxheim die Meisterschaft in der Bezirksklasse an. Foto: Klaus Castor
Klaus Castor

Im dritten Teil unserer Analyse über die höchste Liga auf Kreisebene widmen wir uns den Schwergewichten der Bezirksklasse Ost - den Titelaspiranten FV Hochstätten, TuS Roxheim und Karadeniz Bad Kreuznach.

FV Hochstätten (3. Platz, 41 Punkte, 55:27 Tore): Der Kreisliga-Meister musste zu Saisonbeginn den ein oder anderen Rückschlag verkraften, etablierte sich dann aber schnell in der Spitzengruppe der Liga. Das war allerdings auch so zu erwarten. Der Kader des FV ist gespickt mit höherklassig erprobten Fußballern, gerade in der Offensive besitzen die Hochstätter enormes Potenzial. In Matthias Mahr (kommt vom FSV Bretzenheim) ergänzt nun ein weiterer Kracher den Kader. Deshalb sehen sich die FVler noch nicht am Zenit angekommen. "Wir wollen zwar nicht klagen, aber es kann durchaus noch ein bisschen besser laufen", sagt Thomas Dubravsky, der Vorsitzende des Aufsteigers. Viele Verletzungen verhinderten in seinen Augen eine noch bessere Platzierung in der Hinserie. Kalli Gauch (Muskelbündelriss), Pedro Borges, Franco Di Greci, Andreas Steinhauer (alle Kreuzbandriss) und Levent Kayretli (Schien- und Wadenbeinbruch) fielen aus oder fehlen noch immer. Kayretli musste sogar seine Karriere beenden. Dass der FV hier und da patzte, lag jedoch nicht nur daran. Die Chancenverwertung war nicht immer zufriedenstellend, zudem nahmen einige Spieler so manche Partie auf die leichte Schulter. Wie dem auch sei: Wenn der FV noch Meister werden will, darf er sich keinen Ausrutscher wie jenen beim 0:2 in Ippesheim mehr erlauben und muss auf selbige der Konkurrenz hoffen. Mit vier Niederlagen hat er momentan mehr Pleiten kassiert als der TuS Roxheim (eine) und Karadeniz Bad Kreuznach (zwei) zusammen.

TuS Roxheim (2., 43, 56:22): Ercan Ürün, in der Vorsaison noch Trainer des damaligen Landesliga-Prügelknaben SG Eintracht Bad Kreuznach, hat beim TuS Roxheim sein Glück gefunden. "Wir haben in der Vorrunde das erreicht, was wir uns vorgenommen hatten", lobt der Coach seine Mannschaft, macht aber auch eine kleine Einschränkung: "Es waren auch ein, zwei schlechtere Spiele dabei." Zwar haben die Roxheimer bisher nur ein Spiel verloren (kein Team bezog weniger Pleiten), doch bei vier Unentschieden ließen sie wertvolle Zähler liegen. Dass das Ürün-Team Moral besitzt und kämpfen kann, bewies es indes einige Male. Im Hinspiel bei Karadeniz Bad Kreuznach lagen die Roxheimer früh mit 0:3 zurück, fügten dem Spitzenreiter jedoch noch eine 3:4-Niederlage zu. In Hochstätten schien sich das Blatt zugunsten des FV zu wenden, der mit 2:1 führte und auf das dritte Tor drängte. Die Roxheimer schafften es, alle Kräfte zu bündeln und erzwangen in den Schlussminuten ein Unentschieden. Diesen unbändigen Einsatz schätzt Ürün an seinen jungen Kickern. "Wir sind nicht auf Einzelkönner angewiesen. Jeder hat seine Aufgaben und setzt sie perfekt um", betont er. Um ein Haar hätten die Roxheimer in Gürkan Satici vom SV Alemannia Waldalgesheim einen Individualisten für den Sturm erhalten. Der Königstransfer platzte, ebenso wie die Verpflichtung von erfahrenen Spielern aus dem Alzeyer Raum. "Ich bin deswegen aber nicht traurig. Ich vertraue meinen Spielern", so Ürün, der auch in der kommenden Saison TuS-Trainer sein wird und dann die Jugendarbeit forcieren will.

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