Mendig hat den Angstgegner zu Gast
2. Volleyball-Bundesliga - Angstgegner statt Aufbaugegner - so will es der Spielplan für den VC Eintracht Mendig, der in der 2. Volleyball-Bundesliga Süd als Neunter noch längst nicht gesichert ist. Und so vermessen, von vorneherein Punkte einzukalkulieren fürs Heimspiel am Samstag (ab 20 Uhr, Großsporthalle) gegen den Tabellenzweiten GSVE Delitzsch, ist nach dem bisherigen Saisonverlauf niemand beim aktuellen Meister.
Gleichwohl gibt Bernd Werscheck als Losung fürs letzte Saisondrittel aus: "Zumindest in den Heimspielen sollten wir uns schadlos halten", so der VC-Coach. Erfolgserlebnisse gegen die Sachsen sind allerdings rar. In der vergangenen Saison war GSVE das einzige Team, gegen das Mendig kein Sieg gelang. Und auch im Hinspiel der laufenden Saison bestätigte Delitzsch seinen Ruf als Angstgegner und bezwang die Eintracht zu Hause mit 3:1. "Sicher, das ist eine sehr starke Mannschaft", so Werscheck. "Sie hat sich auswärts aber schon ein paar Aussetzer erlaubt - vielleicht passiert das ja auch gegen uns."
Niederlagen gegen Außenseiter
In der Tat verlor Delitzsch, das mit 26:10 Punkten das noch aus Durmersheim und Freiburg bestehende Verfolgertrio von Spitzenreiter Dresden (30:6) anführt, in dieser Saison schon dreimal bei vermeintlich "kleinen" Gegnern. Gegen die Aufsteiger Coburg/Grub (1:3) und Stuttgart (0:3) ebenso wie vor zwei Wochen bei Abstiegskandidat Friedberg. Jene 0:3-Klatsche ärgert Frank Pietzonka ganz besonders: "Das ist ärgerlich, wir könnten schon ganz woanders stehen", sagt der langjährige Cheftrainer des Gymnasialen Sportvereins Ehrenberg.
Der frühere DDR-Nationalspieler zählt nach wie vor auf die Routiniers Sebastian Reichstein, Sebastian Kynast, Jens Andrä und René Berlet, inzwischen baut der Coach aber auch Talente wie Jakob Feil oder Paul Geisler ein. Er scheut sich jedoch auch nicht, "Oldies" wie Carsten Schulze zu reaktivieren, wenn es nötig ist. So wie vor Wochenfrist beim 3:0 gegen Coburg, als der Zuspieler den etatmäßigen Strippenzieher Rene Berlet glänzend vertrat.
Vertretungsdienste mussten einige Mendiger in den vergangenen Wochen häufiger schieben, als ihnen lieb sein konnte. Zuletzt beim 0:3 in Dresden fehlten fünf Spieler, das sieht schon wieder besser aus. Von einer "personellen Entspannung zur rechten Zeit" berichtet der VC-Trainer: Niklas Rademacher und Silvio Schultze sind wieder dabei, und auch bei Kapitän Christoph Schwenk sieht es gut aus. Der Diagonalangreifer hat am Dienstag zum ersten Mal seit Wochen wieder das komplette Trainingsprogramm bewältigt, für einen Einsatz des dringend benötigten Führungsspielers gegen Delitzsch ist Bernd Werscheck "gedämpft optimistisch". In jenem Fall würde nur Manuel Handels mit Sicherheit ausfallen.










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