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Wanderer durch europäische Ligen

Babangida macht jedoch keinen Hehl daraus, dass er sich gewaltig umstellen musste. Von seiner Mentalität her ein Spiel anzugehen. „Ich bin normalerweise einer, der schnell läuft, das Dribbling mag. Ich will immer Kontakt mit dem Ball haben“, erzählt der Profi. „Der Trainer sagt hier immer zu mir, ich solle den Ball nicht so lange halten. Und das sagt er oft.“ Er jedoch habe die meiste Zeit seines Lebens genau so gespielt. Den Ball lange am Fuß, Dribbling. „Jetzt muss ich lernen, mich taktisch ständig weiter zu entwickeln, mich umzugewöhnen fürs Team“, sagt Babangida. Und das gelingt ihm nicht schlecht. Immerhin so gut, dass Tuchel mit ihm zufrieden ist und fest mit dem Nigerianer plant. Mainz 05 könnte für den 27-Jährigen die entscheidende Wende in der Karriere bedeuten.

Bisher blieb Babangida nie lange bei einem Klub. Setzte sich nie richtig durch. Seine Vita ist beeindruckend. Ajax Amsterdam, FC Barcelona. Terrassa FC. Cadiz FC. Metalurg Donezk. Olympiakos Piräus. Apollon Limassol, zuletzt FC Kuban Krasnador. Durch halb Europa reiste der Nigerianer, um sein Glück und eine sportliche Heimat zu finden. Funktioniert hat es nie. Warum das so war, damit hält Babangida im Gespräch lieber hinter dem Berg.

Als ganz junger Mann holte ihn sein Bruder Tijani Babangida, der für Nigeria die WM 1998 gespielt hat (vier Spiele/1 Tor) und der heute als 36-Jähriger in China kickt, zu Ajax. Von dort ging es in die Nachwuchsschule nach Barcelona. Babangida lebte in La Masia, der berühmten Talentakademie von Barca und arbeitet dort mit allen heutigen Weltstars. Puyol, Piquet, Xavi, Iniesta. „Es ist nicht leicht für einen Jungen aus Nigeria, der als ganz junger Kerl nach Europa kommt“, sagt er kryptisch.

Babangida gehörte zum Kreis derjenigen, die es bei Barca nicht schafften. Er trainierte mit der ersten Mannschaft, durfte aber als nicht EU-Ausländer nicht in der Zweiten spielen. Was folgte, war eine Tournee durch Europa – mit deutlicher Abwärtstendenz.

Nun also die Bundesliga. Mainz 05. Diesmal will Babangida es schaffen. Dafür schuftet er täglich. Auf dem Platz, im Kraftraum.Die Position hinter Aristide Bancé, mit dem er in Flachau ein Zimmer teilte, die peilt er intensiv an. Der afrikanische Leistungsträger hat ihn dabei stark unterstützt, obwohl beide nicht die selbe Sprache sprechen. „Wie imagine“, erklärt der 05-Profi. Im Alltag sah das in Flachau dann so aus, dass der Nigerianer und der Mann aus Burkina Faso mit Händen und Füßen kommunizierten. Offenbar mit Erfolg. „Baba ist auf einem guten Weg“, sagt Tuchel. Das ist ein Anfang.

Jörg Schneider

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