Bundesliga-Abpfiff: Stani wie Gutti - (vorerst) gescheitert
Mainz - Nach 20 Spieltagen ist die Fußball-Bundesliga tabellarisch dreigeteilt. Dem Führungsquartett BVB (43 Punkte), Bayern (41), Schalke (41)und Gladbach (40) folgen mit respektablem Abstand Werder Bremen (32), Bayer Leverkusen (31) und Hannover 96 (30). Dahinter klafft ein 6-Punkte-Graben - und alle Mannschaften jenseits dieses Grabens befinden sich zumindest im Vor-Abstiegskampf.
Das sieht auch Holger Stanislawski so. Der war bekanntlich vor der Saison nach einem tränenreichen Abschied von seinem FC St. Pauli zur TSG Hoffenheim gekommen, weil er es, bei aller Liebe, satt hatte, ohne bundesligataugliche Mannschaft dazustehen. Und jetzt? 24 Punkte hat der Dietmar-Hopp-Klub erst zusammen, nur zwei mehr als der FSV Mainz 05 und nur scheinbar beruhigende sechs Punkte mehr als der nicht vom Relegationsplatz fortkommende 1.FC Kaiserslautern.
FCK-Neuzugang Ariel Borysiuk stellte am Sonntag beim 0:1 gegen den 1.FC Köln unter Beweis, dass ein Debüt auch ganz anders verlaufen kann als das des Wieder-Mainzers Mohamed Zidan. Der Ägypter traf ins Tor, Borysiuk nur den Gegner, häufig genug, um die Ampelkarte zu sehen. Dass Hans-Peter Briegel im TV-Sender "Sky" den Platzverweis kritisierte ("Das war ein stinknormales Foul") verwundert nicht, wenn man den Ex-Lauterer noch aus seiner aktiven Zeit vor Augen hat.
Auf dem Betzenberg macht sich langsam die Sorge breit, bis Saisonende nicht mehr aus der Abstiegszone herauszukommen. In Wolfsburg müssen sie hingegen keine Angst haben, nahtlos vom Vor- in den Abstiegskampf überzugehen. Dafür ist das Potenzial des VfL einfach zu groß. Nicht zuletzt kann der Volkswagenklub sich darauf verlassen, in Felix Magath einen Trainer zu haben, der nichts unversucht lassen wird, die Mannschaft in der Liga zu halten.
Bei keinem Bundesligisten dürfen sich im Erfolgsfall so viele Beteiligte als Väter dieses Erfolges fühlen wie in Wolfsburg - sage und schreibe 36 Akteure hat der Tim Bendzko unter den Trainern ("Muss nur noch kurz den VfL retten ... noch 148 713 Neuzugänge checken") in dieser Spielzeit bereits eingesetzt. Das ist Bundesligarekord. Saisonübergreifend, versteht sich. Die bisherige Bestmarke stammte aus der Runde 2000/2001; damals waren für die Frankfurter insgesamt 35 Kicker im Einsatz. Felix Magath war daran beteiligt. Bis zu seiner Entlassung im Januar (dreieinhalb Monate später stieg die Eintracht ab).
Während Magath nach Spielen immer so cool auftritt, als wäre Deutschland ganzjährig eine Eistruhe, wirkt Kollege Stanislawski angesichts des ausbleibenden Erfolges ein bisschen larmoyant. Am Samstag nahm er erstmals das böse A-Wort in den Mund. Er wollte das nicht, aber er konnte nicht anders: Abstiegskampf!








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