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  • Mohr und Bartels in WM-Form, Krisenplan für Läufer

    Karlsruhe (dpa). Die Stabhochspringer oder Kugelstoßer fliegen mit Medaillenchancen zur Hallen-WM, die meisten Läufer dürfen gar nicht erst mit. Der Auftakt der nationalen Hallen-Meisterschaften in Karlsruhe hat das Leistungsgefälle in der deutschen Leichtathletik wieder einmal bestätigt.

    Während Chef-Bundestrainer Herbert Czingon einen Ralf Bartels oder David Storl für ihre «Weltklasse-Leistungen» lobte, erklärte der Verband, seine Experten im Lauf-Bereich an einem «runden Tisch» zusammengezogen zu haben. «Wir wollen dort wieder konkurrenzfähig werden. Im Lauf sind wir zurzeit am weitesten von der Spitze weg», meinte der zuständige Bundestrainer Rüdiger Harksen.

    Um seine Stabhochspringer muss sich der Deutsche Leichtathletik-Verband DLV weniger Sorgen machen. Zwar hätte sich Czingon eine bessere Siegeshöhe als die 5,70 Meter von Malte Mohr gewünscht, doch der neue deutsche Meister aus München und der Zweitplatzierte Alexander Straub aus Leverkusen (ebenfalls 5,70) gehen als Mitfavoriten in die WM vom 12. bis 14. März in Doha. «Wenn man als Weltjahresbester dorthin fliegt, sind die Erwartungen natürlich hoch», sagte Mohr nach seinem ersten nationalen Titel. «Aber auch wenn ich dafür noch etwas draufpacken muss: Eine Medaille ist drin.»

    Im Gegensatz zur Freiluft-Saison reichte es für Straub zwar nicht zur Meisterschaft, doch die starke nationale Konkurrenz um Raphael Holzdeppe hielt er sich im Kampf um den zweiten WM-Startplatz vom Leib. «Mir hat der Wettkampf in Leipzig gefehlt, bei dem ich krank war», meinte er. «Aber bis Doha habe ich noch zwei Wochen Zeit.»

    Mit Blick auf die Hallen-WM lassen auch die 21,01 Meter hoffen, mit denen Ralf Bartels das Kugelstoßen gewann. Der WM-Dritte aus Neubrandenburg wurde von Junioren-Weltmeister David Storl angespornt, der im ersten Durchgang die persönliche Bestweite von 20,77 Meter vorgelegt hatte. «Diese Konkurrenz tut Bartels gut. Er weiß, dass er wach bleiben muss», meinte Czingon. Dem 32-Jährigen ist klar, «dass die Jungen mir im Nacken sitzen». Aber die Bronzemedaille in Berlin habe ihm noch einmal viel Selbstvertrauen, Motivation und auch Gelassenheit gegeben. «Mit dem Adrenalin und der starken Gegnerschaft dort kann ich mich in Doha vielleicht noch steigern», meinte er.

    Weitspringer Christian Reif qualifizierte sich mit 8,10 Metern ebenfalls für die WM. «Wenn er dieses Niveau hält, hat auch er gute Chancen, dort vorne dabei zu sein», sagte Czingon. Den meisten deutschen Läufer dagegen fehlt es an dieser WM-Reife.

    Da es vor allem auf den Strecken zwischen 800 Meter und dem Marathon «viele Löcher» gebe, wie DLV-Vizepräsident Günther Lohre einräumte, lässt der Verband nun von seinen aktiven und ehemaligen Trainern ein «Aktionsprogramm» ausarbeiten. Dessen Ziel ist, zum Beispiel Talente früher zu erkennen oder einen besseren Austausch zwischen den einzelnen Trainern zu erreichen. «Es stimmt mich bedenklich, dass bei einer deutschen Meisterschaft die Vorläufe über 800 Meter ausfallen», sagte Harksen. «Und es kann doch nicht sein, dass es in einem 80-Millionen-Volk keinen neuen Dieter Baumann oder Nils Schumann gibt.» Eine Ausnahme sei 800-Meter-Meister Robin Schembera. Der beendet diese Woche seine Hallen-Saison und bereitet sich in einem Höhen-Trainingslager auf die Freiluft-EM im Juli vor.

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