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    Schalke Kult-Fan: S04 droht Flächenbrand Magath

    Gelsenkirchen -  BVB gegen S04 – das Derby elektrisiert die Massen im Ruhrpott. Auf Schalke ist der Verein aber derzeit in erster Linie viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um echte Derby-Vorfreude empfinden zu können. Transfer-Irrsin, ein selbstherrlicher Trainer, genervte Fans – Schalke gleicht einem Pulverfass. Wir sprachen mit Rolf Rojek, Schalker Vorzeige-Anhänger und Vorsitzender des Schalker Fan-Club Verbandes, über Stimmen und Stimmungen vor dem Derby. 

    Rolf Rojek.
    Rolf Rojek.

    Felix Magath hat bei den Schalke-Fans einen schweren Stand, weil er ihrer Meinung nach die falschen Spieler in den Einkaufswagen gepackt hat. Ob S04 trotzdem beim BVB bestehen kann? 
    Felix Magath hat bei den Schalke-Fans einen schweren Stand, weil er ihrer Meinung nach die falschen Spieler in den Einkaufswagen gepackt hat. Ob S04 trotzdem beim BVB bestehen kann? 
    Foto: Fotomontage: Katharina Di

    Gelsenkirchen -  BVB gegen S04 – das Derby elektrisiert die Massen im Ruhrpott. Auf Schalke ist der Verein aber derzeit in erster Linie viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um echte Derby-Vorfreude empfinden zu können. Transfer-Irrsin, ein selbstherrlicher Trainer, genervte Fans – Schalke gleicht einem Pulverfass. Wir sprachen mit Rolf Rojek, Schalker Vorzeige-Anhänger und Vorsitzender des Schalker Fan-Club Verbandes, über Stimmen und Stimmungen vor dem Derby.

    Schalke wird ja gemeinhin von seinen Fans nicht als ein Fußballverein, sondern wie eine Religion wahrgenommen. Fällt es Ihnen schwer, derzeit ein Glaubensbekenntnis abzugeben?

    Ich sag mal, als Fan glaubst du immer an deinen Verein – in guten wie in schlechten Zeiten.

     

    Derzeit trifft wohl eher Letztgenanntes zu …

    Natürlich ist eine gewisse Unruhe bei den Fans zu spüren. Es knistert schon auf Schalke. Alle, die was anderes sagen, lügen. Ich geh jetzt seit 50 Jahren auf Schalke und bin seit 30 Jahren im Vorstand des Fan-Club Verbandes – aber so etwas habe ich noch nicht erlebt: dass vor einem Derby die Situation drumherum bei Schalke wichtiger ist als das Derby selbst.

     

    Sind die „Import-Export“-Geschäfte des Herrn Magath für die Fans noch nachvollziehbar?

    Es ist deutlich spürbar, dass die neuen Spieler nicht die sind, die sich die Anhänger gewünscht haben. Als Schalke-Fan in der Kurve hast du eben bestimmte Vorstellungen. Zudem sind Schalke-Fans auch Traditionalisten. Und bevor jetzt viel Geld ausgegeben wird für Spieler, die ein gewisses Alter haben, würden die Anhänger lieber Spieler aus der eigenen Jugend auf dem Platz sehen. Da geht der Trainer ganz andere, für viele Anhänger nicht nachvollziehbare Wege. Ist doch klar, dass viele Fans das nicht toll finden.

     

    Ist Identifikation das Stichwort?

    Ja sicher. Diese Identifikation mit der Mannschaft ist für einen Schalke-Fan enorm wichtig. Und diese Identifikation ist derzeit nicht möglich. Weil einfach zu viele Spieler kommen und gehen – und kaum einer da ist, der aus den eigenen Reihen kommt. Julian Draxler könnte eine solche Identifikationsfigur werden, aber der ist mit seinen 17 Jahren ja noch viel zu jung. Doch es ist toll, wieder so einen Spieler zu haben, der es schaffen könnte. Der muss jetzt aber auch gefördert und weiter eingesetzt werden. Ich hoffe, dass Felix Magath daran denkt. Wenn er aber – und jetzt sind wir wieder am Anfang der Geschichte – Spieler wie Karimi oder Charisteas verpflichtet, wird es für die jungen Spieler natürlich schwer. Ich will hier nicht alte und junge Spieler gegeneinander ausspielen. Aber wie soll uns ein Charisteas nach vorn bringen? Weil er kopfballstark ist? Wir haben doch so viele gute junge Spieler. Doch die haben wir, wie Holtby oder Moravek, nach Mainz und Lautern verliehen. Da könnten wir auf unsere eigenen Leute zurückgreifen.

     

    Fehlt es an einem Konzept?

    Ich kann und will hier nicht für alle Fans sprechen. Natürlich gibt es auch die Magath-Befürworter. Allerdings wird die Anzahl derer, die meinen, dass dies nicht mehr der richtige Weg ist, stetig größer.

    Im Internet rufen Anhänger auf derzweitweise überlasteten Seite „pro-schalke04“ zu einer konzertierten Aktion auf. Ziel ist es, Magaths Treiben auf einer außerordentlichen Hauptversammlung ein Ende zu bereiten. Angeprangert wird dort die Tatenlosigkeit der Verantwortlichen und vieler Fans. Was halten Sie von solchen Aktionen?

    Ich bin da skeptisch. Wir sind sicher in einer komplizierten Situation. Ich verstehe die Emotionen der Fans. Doch ich bezweifle, ob uns eine außerordentliche Mitgliederversammlung weiterhelfen würde. Ich denke, wir sollten den Dialog suchen und den Aufsichtsrat dazu bewegen, Gespräche mit den sportlich Verantwortlichen zu führen. Alles andere wäre zu kompliziert und hätte auch keinen Sinn, weil wir sowieso bald eine Jahreshauptversammlung haben.

     

    Welche Entwicklung wünschen Sie sich für die nächsten Wochen?

    Ach, einen großen Wunsch hätte ich – auch wenn mir da bei aller Hoffnung ein wenig der Glaube fehlt. Aber es wäre schön, wenn wir die Freunde aus der verbotenen Stadt noch ein bisschen ärgern könnten. Ich glaube schon, dass sie den Vorsprung nicht mehr hergeben und Meister werden. Aber vielleicht können wir mit einem Sieg heute Abend im Revierderby zum einen die Bundesliga ein wenig spannender machen. Zum anderen wäre ein Erfolg Balsam für unsere geschundene Seele. Ich möchte aber auch nicht wissen, was passiert, wenn wir gegen unsere Freunde aus Lüdenscheid eine Klatsche kriegen. Dann kann es hier wirklich zum Flächenbrand kommen.

     

    Ich fantasiere jetzt mal: Schalke 04 gewinnt heute Abend beim BVB, und Angelos Charisteas erzielt das Siegtor. Wie viel würden Sie drauf wetten?

    (lacht herzlich und überlegt lange) 19,04 Euro! Wobei die Quote sicher lohnenswert wäre. (Anmerkung der Redaktion: Das Gründungsjahr des FC Schalke 04 ist 1904.)

     

    Das Gespräch führte Klaus Reimann

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