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    MünchenBayern-Welt wieder okay - «Juwel» Alaba überragt

    Die Bayern-Welt glitzert wieder rosarot. Ein halbes Dutzend Tore gegen den bemitleidenswerten Zweitligisten FC Ingolstadt reichte den Münchner Spaßfußballern, jegliche Anzeichen aufkommender schlechter Stimmung ganz schnell vom Tisch zu wischen.

    Gewinner
    Der Österreicher David Alaba spielte stark gegen Ingolstadt.
    Foto: Andreas Gebert - DPA

    Wutbürger Uli Hoeneß, nach dem Bundesliga-Ausrutscher bei Hannover 96 am Wochenende noch kurz vor der Explosion, entschwand nach dem 6:0 seines FC Bayern im DFB-Pokal diesmal mit einem Honigkuchenlächeln - andere philosophierten angesichts des entspannt gemeisterten Achtelfinal-Einzugs schon wieder über die außergewöhnlichen Fähigkeiten des deutschen Fußball-Rekordmeisters in dieser Saison.

    «Dass wir weiterkommen, war für uns keine Frage - aber das Wie war wichtig», verdeutlichte Keeper Jörg Butt, der gegen pomadige Ingolstädter zusammen mit mehreren etatmäßigen Bankdrückern eine Chance erhielt. Der Routinier musste nicht einen einzigen Schuss parieren - dafür traten zwei Offensivkräfte ganz besonders in Szene: Die Torschützen Nils Petersen (53./70. Minute) und David Alaba (49.) wirbelten in der zweiten Halbzeit fast schon so sehenswert wie normalerweise Mario Gomez und Franck Ribéry - und empfahlen sich für ernstzunehmendere Aufgaben. «Das hier gibt nicht nur mir einen Schub, das gibt einigen einen Schub», prognostizierte Petersen.

    Vor allem der Österreicher Alaba hat es den Bayern-Chefs angetan. «Er hat ein außergewöhnliches Talent, Engagement und Herz», beteuerte Trainer Jupp Heynckes - und pries den 19-jährigen Wiener prompt als «Juwel». Es habe Spaß gemacht, den «Jungs zuzuschauen. Wir haben sehr kombinationssicher nach vorne gespielt», urteilte der Erfolgscoach. Neben den Ballermännern Gomez und Ribéry schonte er auch die ansonsten gesetzten Stars Bastian Schweinsteiger (leicht erkältet), Manuel Neuer und Philipp Lahm für die nächsten Aufgaben.

    Vor dem Champions-League-Duell mit dem SSC Neapel am kommenden Mittwoch steht noch das zweite bayerische Derby binnen kürzester Zeit an - am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg. Die Franken sind bereits im Fokus: «Ein Spiel mit besonderem Flair. Mit unserer Qualität muss es möglich sein, dass man die drei Punkte hier behält», meinte Petersen. Im nächsten Ligaspiel am Samstag wird er im Sturmzentrum dann wieder für Gomez Platz machen müssen.

    Gegen die schwachen Gäste sei es «für viele gut gewesen, mal durchzuschnaufen», betonte der 37-jährige Butt, der erstmals seit dem 14. Mai wieder ein Pflichtspiel bestreiten durfte. Wie es denn gewesen sei, nach einer so langen Pause auf einmal im Tor zu stehen? Butts nüchterne Antwort: «Kalt.» Zeit für Herzenswärme blieb dann später. «In der Kabine war ein großes Hallo», beteuerte Heynckes - und stellte den Zusammenhalt besonders heraus.

    «Der Mannschaftsgeist ist top», äußerte der Trainerfuchs, der sich auch über die Treffer von Thomas Müller (33.), Marvin Matip (82./Eigentor) und des spät eingewechselten Japaners Takashi Usami (90.) freuen durfte. Butt schloss sich an: «Der Trainer hat es geschafft, dass sich alle Spieler zugehörig fühlen.»

    Katzenjammer herrschte bei den Gästen, die zumindest Konstanz bewiesen: Schon in der 2. Liga verlor das Tabellenschlusslicht bis dato alle sieben Auswärtsspiele. So weit von Zählbarem entfernt wie in München war Benno Möhlmanns harmlose Truppe aber nirgendwo. «Am Ende sind wir mit dem 6:0 gut bedient», meinte der Coach - sein Torwart Sascha Kirschstein umschrieb den Frust noch deutlicher: «Ich glaube, es haben einige immer noch nicht kapiert, um was es hier geht. Wer hier keine Lust hatte Fußball zu spielen, der braucht sich auch nicht wundern, wenn er am Sonntag nicht spielt!» Dann startet wieder der Zweitliga-Alltag - gottlob mit einem Heimspiel.

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