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    Wir müssen das Tor auch mal erzwingen

    05-Profis geschockt - Als die Spieler nach dem Abpfiff in die Katakomben der Coface Arena einzogen, herrschte in der Mixedzone eine Atmosphäre abgrundtiefer Enttäuschung.

    Wieder in einem Heimspiel keinen Ball im Tor untergebracht: 05-Verteidiger Malik Fathi tief enttäuscht in der Coface Arena.
Foto: dpa
    Wieder in einem Heimspiel keinen Ball im Tor untergebracht: 05-Verteidiger Malik Fathi tief enttäuscht in der Coface Arena.
    Foto: dpa

    0:1 gegen den FC Augsburg. Gegen einen Bundesliga-Aufsteiger, der nach der Pause seine Platzhälfte vielbeinig verrammelt und nach vorne nur noch ein Hoch-weit-Gebolze angeboten hatte. Und mit dem einzigen ordentlichen Pass kurz vor dem Abpfiff diese destruktive Spielweise auch noch zu drei Punkten veredelte. Neun von zehn Spielen dieser Machart gewinnt die angreifende Mannschaft. Diesmal nicht. Die Fußballer des FSV Mainz 05 wirkten geschockt. Die meisten flüchteten umgehend in die Kabine. Wortlos. Mit hängenden Köpfen, kalkweiß im Gesicht. Fassungslos.

    Nach langer Krankheit zurück im Anstoßkreis: 05-Stadionsprecher Klaus Hafner. Foto: Bernd Eßling
    Nach langer Krankheit zurück im Anstoßkreis: 05-Stadionsprecher Klaus Hafner.
    Foto: Bernd Eßling - Eßling

    "Richtig dummes Gegentor"

    Marcel Risse blieb vor der Kabinentür kurz stehen. "Wir haben eigentlich kein schlechtes Spiel gemacht, wir hatten gefühlt 80 Prozent Ballbesitz", stammelte der 05-Stürmer leise. "Und dann kriegen wir dieses richtig dumme Gegentor..." Risse mochte nicht weitersprechen. Er drehte ab. Nichts wie weg und unter die Dusche.

    Julian Baumgartlinger, Malik Fathi und Andreas Ivanschitz betätigten sich dann noch als Sprecher der Mannschaft. Die Schwerpunktthemen waren danach leicht zu sortieren.

    Überlegen geführtes Heimspiel ohne Torerfolg. "Wir machen die Tore nicht", lamentierte Baumgartlinger. "Und wenn wir eins machen, dann wird es nicht gegeben." Die Abseitsentscheidung nach dem Einschuss von Nikolai Müller habe weh getan, erklärte der 05-Spieler. "Eine Führung hätte unser Spiel belebt. Danach wären wir ganz anders rausgegangen zur 2. Halbzeit." Insgesamt habe im Abschluss die letzte Konsequenz gefehlt. Baumgartlinger: "Wir müssen auch mal ein Tor erzwingen wollen. Im Moment ist das so ein Mischung im Abschluss: Mal fehlt die Konsequenz beim letzten Kontakt, mal spielen wir den letzten Pass ein paar Zentimeter zu kurz oder zu lang und kommt noch ein Bein dazwischen."

    "Zu wenig ganz klare Chancen"

    Für Linksverteidiger Malik Fathi war auch das ein Schlüssel, "dass wir uns aus dem klaren Übergewicht heraus zu wenig ganz klare Chancen erspielt haben". Die hundertprozentige Chance ließ Andreas Ivanschitz liegen. In der 66. Minute. Auf dem Elfmeterpunkt kam der 05-Spielmacher mit seinem schwächeren rechten Fuß frei zum Schuss. Vorbei. "Ich habe mich da zu sehr reingelegt. Ich wollte direkt mit rechts reinschießen, komme in Rücklage, dann habe ich den Ball mehr gedrückt als voll getroffen", erklärte Ivanschitz. "Schade. Der Laufweg von Maxim Choupo-Moting und sein zu mir durchgesteckter Pass danach waren klasse. Da hat auch das Glück gefehlt." Wie auch beim Lattenschuss von Zdenek Pospech in der 26. Minute. "Wenn der reingeht...", so Ivanschitz, "das wäre unheimlich wichtig gewesen für unser Selbstvertrauen."

    Das Gegentor in der 88. Minute. "Beim Pfostenabpraller war noch alles gut, Bo sieht danach auch den Gegenspieler und er geht hin", schilderte Baumgartlinger diese Situation. "Bellinghausen wollte diesen Elfer ziehen, und das hat er auch gemacht." Stopper Bo Svensson hatte Ivanschitz noch auf dem Platz gesagt, er habe bei seiner Grätsche im Strafraum nach dem Pfostenschuss von Jan Mölders den Ball getroffen. Dem war nicht so. "Wir wollten viel nach vorne", erklärte Fathi. "Und dann machen wir hinten wieder den Fehler und kassieren einen Elfer." Der Routinier: "Das schlechteste Ergebnis, das wir heute kriegen konnten, war ein 0:0. Aber wir kriegen das nicht hin. Wir bringen nicht mal das 0:0 über die Runden." Ivanschitz schüttelte den Kopf. "Wir haben das 0:0 zu leicht hergegeben. Ein 0:1 hatte die Mannschaft heute nicht verdient."

    Die zuweilen gar nicht mal schlechte Spielweise. Fathi berichtete, das Team habe auf dem Feld immer ein gutes Gefühl gehabt. "Wir hatten Phasen, in denen wir etwas Pech hatten, wir hatten Phasen, in denen es nicht so gut geklappt hat. Aber wir waren immer drin im Spiel. Wir hätten nur das Glück erzwingen müssen." Der FC Augsburg habe extrem tief verteidigt und nur auf Mainzer Fehler gewartet, analysierte Baumgartlinger. "Und dagegen haben wir phasenweise gut kombiniert und in die Halbräume reingespielt." Nur kam selten Tempo auf. Weil Baumgartlinger und Ivanschitz nicht in die Halbräume liefen, sondern dort schon standen beim Anspiel. Und das war oft leicht zu verteidigen für den FCA, der vor dem Strafraum fast Manndeckung spielte. "Das war spielerisch eine gute Leistung von uns", resümierte Fathi. "Das müssen wir als positiven Aspekt mitnehmen, auch wenn das schwer ist nach einer Niederlage."

    "Von Spiel zu Spiel denken"

    Steht jetzt Abstiegskampf bevor? "Wir haben zu wenig Punkte, klar", sagte Malik Fathi. "Aber Abstiegskampf nenne ich das noch nicht. Darauf sollten wir uns jetzt nicht fixieren, sondern, in schlechten wie in guten Zeiten, von Spiel zu Spiel denken." Andreas Ivanschitz sieht das nicht anders. "Wir werden kritisch mit unserer Situation umgehen, aber das machen wir immer", erklärte der Spielmacher. "Im Training ist Feuer drin. Ich bin guter Dinge, dass wir da rauskommen. Wir haben Qualität."

    Vier Heimniederlagen hintereinander seien natürlich "kein positiver Lauf". Ivanschitz: "Unsere Heimstärke ist nicht da. Aber jammern hilft jetzt nix, wir müssen uns auf das nächste Spiel konzentrieren. Glaubt es mir, alles andere bringt nix!"

    Reinhard Rehberg

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    Mainz 05
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