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    Thorsten Fink wollte Tuchel für die Zweite Mannschaft holen

    Wechsel des 05-Trainers nach Ingolstadt kam nicht zustande - Die Handschrift des neuen HSV-Coaches ist deutlich.

    Thorsten Fink mit seinem Abwehrspieler Jeffrey Bruma. 
Foto: dpa
    Thorsten Fink mit seinem Abwehrspieler Jeffrey Bruma.
    Foto: dpa

    2008/09 war Thorsten Fink Trainer beim Zweitligisten FC Ingolstadt. Vor der Heimpartie gegen den FSV Mainz 05 erzählte der heutige Trainer des Hamburger SV im MRZ-Interview die Geschichte vom schwärzesten Moment in seiner Spielerkarriere.

    26. Mai 1999. Barcelona. Im Champions-League-Finale führt der FC Bayern München gegen Manchester United mit 1:0. Thorsten Fink wird in der 80. Minute eingewechselt für den müde gewordenen Kapitän Lothar Matthäus. In der 90. Minute tritt Fink im eigenen Strafraum einen seitlich missglückten Befreiungsschlag Richtung Elfmeterpunkt. Teddy Sheringham markiert das 1:1. Sekunden später trifft Ole-Gunnar Solskjaer zum 2:1 für ManU. Der "Blitztod" des FC Bayern wird später festgemacht an diesem Wechsel von Trainer Ottmar Hitzfeld.

    Das abendliche Bankett schwänzt Thorsten Fink, er zieht sich sofort nach dem Duschen auf sein Hotelzimmer zurück und bekommt dort bis zum frühen Morgen die Augen nicht zu. Während die Mannschaft eine legendäre Trauerparty feiert. Ein wilde Tanz- und Trinkorgie, die schon bald als Basis für den Champions-League-Sieg der Bayern im Jahr 2001 eingestuft wird.

    "Im Nachhinein wäre ich bei dieser Party doch gerne dabei gewesen", erzählte Fink der MRZ exakt zehn Jahre später. "Aber ich konnte nicht." Weil eine solche Niederlage, weil ein solcher persönlicher Fehler in seinem Bayern-Erfolgsgen nicht vorgesehen war.

    Diesen Habitus des vor Selbstbewusstsein strotzenden Erfolgsmenschen hat Thorsten Fink in seine Trainerkarriere mitgenommen. Das spürte auch Thomas Tuchel im Jahr 1999. Damals war der heutige Mainzer Trainer Chef des Nachwuchsleistungszentrums beim FC Augsburg. Fink wollte den jungen Tuchel damals nach Ingolstadt holen, als Coach der Zweiten Mannschaft und als Mitglied des Profitrainerstabs. "Zwei Stunden haben wir uns damals unterhalten, letztlich kam es aber nicht zustande", erzählte Tuchel am Donnerstag. Aber die Aura von Fink sei ihm nicht verborgen geblieben. "Er kann begeistern, er hat klare Vorstellungen von seinem Spiel, er hat dieses Selbstbewusstsein, das ihn ja auch heute ausmacht", sagte Tuchel. "Das kam damals schon so rüber bei ihm."

    HSV will Dominanz ausstrahlen

    An diesem Samstag trifft Tuchel den damaligen Ingolstädter Gesprächspartner wieder. Thorsten Fink ist heute Trainer des Hamburger SV. In Ingolstadt hatten sie den Fußballbesessenen im Abstiegskampf gefeuert. Später hat er den FC Basel zum nationalen Titel und zur Champions-League-Teilnahme geführt. Von dort aus wechselte er im Herbst 2011 zum HSV.

    Den Hamburger SV übernahm Fink am 17. Oktober als Tabellenvorletzten. Der Einstand war nicht berauschend: 1:1 im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Inzwischen hat sich der HSV aber schon auf Rang 11 nach vorne gearbeitet. Mit einer klar strukturierten Spielweise, dafür fand auch Tuchel lobende Worte. Und die Fink-Mannschaft, die fast schon als untrainierbar galt unter Vorgänger Michael Oenning, tritt selbstbewusst auf. Forsch nach vorne. Mutig im Ballbesitz, dieser HSV will Dominanz ausstrahlen. "Fink verleiht Flügel", titelte der "kicker" vor der Partie in der Coface-Arena. "Man braucht kein Zauberer zu sein", wird Fink zitiert. "Nur ein Fußballfachmann."

    Thorsten Fink, der als Aktiver 367 Bundesliga-, 37 Zweitliga-, 86 Regionalliga-, 53 DFB-Pokal- und 59 Europapokalspiele bestritten hat, hat es geschafft, diverse "Sorgenkinder" wieder in Form und auf den Platz zu bringen. Der lange geschmähte Tomas Rincon ist heute ein aggressiver und spielstarker Mittelfeldsechser. Mittelstürmer Paolo Guerrero trifft wieder. Marcell Jansen, der als unbelehrbar altklug eingestufte Ex-Nationalspieler, ist heute der große, auch torgefährliche Antreiber über die linke Seite. Und im Abwehrzentrum bilden die oft gescholtenen Jeffrey Bruma und Heiko Westermann einen stabilen Block. Das bildet gute Trainerarbeit ab.

    Reinhard Rehberg

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