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    AugsburgMainz 05: Zaunkönig weckt im Trainer das Kasperle

    Ob Balleroberung, Disziplin, Zweikampfführung oder Laufbereitschaft - der FSV Mainz 05 bietet beim 1:2 gegen den FC Augsburg eine in allen Bereichen schwache Leistung.

    Augsburg - Das Kasperle aus der "Augsburger Puppenkiste" versprach vor dem Anpfiff über die Videowand in der SGL-Arena in derbem bayrisch den Zuschauern einen 2:1-Sieg des FC Augsburg gegen den FSV Mainz 05.

    Direkt über den Köpfen der Fans im Gästeblock. Aus dem direkt ein paar Pfiffe zu vernehmen waren. Der imposante FCA-Fanblock reagierte merkwürdigerweise überhaupt nicht. "Das blöde Kasperle hat die ganze Saison nur Mist getippt", brachte ein Augsburger Journalist mürrisch Licht ins Dunkle.

    Nach dem Abpfiff feierten die knapp 30.000 Augsburger Zuschauer gemeinsam mit den heimischen Profis frenetisch einen 2:1-Sieg. Mit der in Mainz populär gewordenen "Humba". Die Zeremonie wurde per Megafon dirigiert vom "Zaunkönig" Axel Bellinghausen. Vom Augsburger Mittelfeldantreiber und vom klugen Kasperle wird noch zu sprechen sein.

    Für 80 Prozent gibt es nichts

    Thomas Tuchel suchte vor der langen und wenig spaßigen Rückfahrt überhaupt nicht nach bequemen Ausfahrten. Vom Mainzer Trainer hagelte es schlechte Noten auf den Zeugnissen der 05-Profis. Laufbereitschaft: "Mangelhaft". Zweikampfführung: "Mangelhaft". Taktische Abläufe/Disziplin: "Mangelhaft". Balleroberung: "Mangelhaft". Tuchel: "Und da haben wir die spielerischen Elemente noch gar nicht angesprochen..." In diesem Bereich hätte es vielleicht sogar noch ein "ungenügend" gesetzt. "Wir haben versucht, die Sache hier mit 80 Prozent über die Bühne zu bringen", brummte der 05-Coach. "Wir hatten einen Mangel in allem, was uns als Mainz 05 ausmacht. Mit Ball und gegen den Ball." Tuchels Fazit: "Heute weiß ich wenigstens, wieso wir verloren haben. Für diese Leistung kriegen wir nichts in der Bundesliga, nirgendwo."

    Was war vor dem zweiten Tor?

    Unterhalten konnte man sich noch über die beiden Gegentore, die schlecht und passiv verteidigt waren. Tuchel blieb unbarmherzig. "Jedes Gegentor ist unnötig." Nein, Mentalität, Körpersprache, Emotionalität, die mangelhafte Leistung, das seien die Gründe gewesen für die Niederlage. Allerdings, und jetzt hakte der 05-Coach doch mal kurz nach mit einer Frage in die Journalistenrunde: "Was war vor dem zweiten Tor? War das ein Foul an Bellinghausen? Von der Bank aus haben wir eher eine Schwalbe gesehen..." Schulterzucken.

    Dann meldete sich eine junge Frau aus der zweiten Reihe: "Der Kontakt war da, also war es ein Foul, der Freistoß ging in Ordnung." Tuchel drehte langsam den Kopf, und jetzt muss dem einstigen Augsburger Jugendspieler das Kasperle in den Sinn gekommen sein. Seine Antwort: "Das Plädoyer ist wenig überzeugend..." Kurze Pause, dann schob Tuchel nach: "...Frau Bellinghausen". Betretene Stille. Kathrin Steinbichler, Berichterstatterin für die "Süddeutsche Zeitung", fiel ein wenig die Kinnlade runter. Tuchel reagierte sofort, mit einem Lausbubengrinsen: "War nur nur ein Spaß, nur ein Spaß!" Frau Steinbichler bewies Humor. "Kein Problem. Sie haben gefragt, dann kriegen Sie auch eine Antwort."

    Die TV-Bilder zeigten: Axel Bellinghausen war in der Tat sehr bereitwillig auf den stabil stehenden Niko Bungert aufgelaufen und mit viel Theatralik abgehoben. Bellinghausen hob den "gezogenen" Freistoß in einer perfekten Kurve in den Strafraum, dort durfte der lange Innenverteidiger Sebastian Langkamp die Kugel unbedrängt zum 2:1 in die Maschen wuchten.

    Und damit hatte der FCA, dem in der ersten Halbzeit spielerisch nicht viel eingefallen war gegen das engmaschige 4-4-2 der Mainzer, ab der 49. Minute genau das Spiel, das die Mannschaft von Jos Luhukay liebt und beherrscht: Das Team mit dem spielerisch besseren Potenzial musste auf dieser holprigen Fußballwiese anrennen - die in Führung liegenden Augsburger konnten auf der Basis ihrer eindrucksvoll leidenschaftlichen Lauf- und Kampfbereitschaft jede Balleroberung nutzen zu überfallartigen Konterzügen.

    "Die schlechtesten 20 Minuten"

    "Die 20 Minuten nach der Pause waren die schlechtesten, die wir in dieser Saison gespielt haben", resümierte Tuchel. Da stand der zu allem entschlossene FCA gegen mental tief beeindruckte und auf dem Feld chaotisch geordnete Mainzer dicht vor einem dritten Tor. Erst etwa ab der 70. Minute wehrten sich die 05er noch mal. Da hatte der ab der 56. Minute ins Mittelfeld versetzte Jan Kirchhoff gerade einen Freistoßball von Andreas Ivanschitz sehr knapp am Pfosten vorbeigeköpft. Die Angriffe wurden jetzt konstruktiver eingeleitet, doch die vielen unpräzisen Flanken segelten in die Arme von Keeper Jentzsch. Oder direkt hinter das Tor.

    Bis zur 45. Minute hatte sich eine Pattsituation abgespielt. Die Augsburger Sechser Hosogai und Baier nahmen im Mittelfeldzentrum Elkin Soto und Eugen Polanski wirkungsvoll in Manndeckung. Der 05-Motor war lahmgelegt. Die Abwehrreihe chippte oft über das aggressive Angriffspressing des FCA hinweg, doch vorne brachten Mohamed Zidan und Sami Allagui zu wenig Bälle unter Kontrolle. Erstaunlich: Nicht mal das brillant herausgespielte 1:0 durch Allagui weckte wallende Emotionen im Team. Alles blieb in einem nicht eben 05-typischen Trott.

    Der Ausgleich kurz vor der Pause baute die Gastgeber dann auf. "Schlecht gespielt, aber nichts Schlimmes passiert", erzählte Torsten Oehrl von der Stimmung in der FCA-Kabine. "Wir durften noch mal bei null anfangen, wollten jetzt aber alles besser machen." Klingt simpel. Hat aber funktioniert. Reinhard Rehberg

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    Mainz 05
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