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    Mainz 05: Lehren eingetrichtert mit dem Vorschlaghammer

    FSV Mainz 05 gewinnt in der Bundesliga keine Spiele, wenn die Grundprinzipien auf dem Feld nicht erkennbar sind.

    Eugen Polanski (rechts) setzte sich gegen den FC Augsburg im Mittelfeld zu selten durch im Zweikampf. Der eingewechselte Kapitän Nikolce Noveski mühte sich im veränderten System stark um eine Wende.
Foto: Eva Willwacher
    Eugen Polanski (rechts) setzte sich gegen den FC Augsburg im Mittelfeld zu selten durch im Zweikampf. Der eingewechselte Kapitän Nikolce Noveski mühte sich im veränderten System stark um eine Wende.
    Foto: Eva Willwacher

    - Muss sich der FSV Mainz 05 beim Blick auf die Tabelle der Fußball-Bundesliga wieder nach unten orientieren? Diese Frage wurde den Verantwortlichen nach dem 1:2-beim FC Augsburg in den Katakomben der SGL-Arena gestellt mit der Beharrlichkeit eines Mantras. Der Sinn dieses Themas erschließt sich nur bedingt. Denn ob sich der Blick nun nach oben oder nach unten richtet: Was sollte das ändern an der Herangehensweise an die nächste Aufgabe?

    Das ist die Heimpartie am kommenden Samstag (15.30 Uhr) gegen den Tabellenvorletzten Hertha BSC. Die Mannschaft von Thomas Tuchel wird danach trachten, die unter Trainerveteran Otto Rehhagel taumelnden Berliner zu schlagen. Mit den Prinzipien, gegen die zuletzt der SC Freiburg, der 1. FC Kaiserslautern und der 1. FC Nürnberg bei ihren Niederlagen in der Coface-Arena keine Mittel gefunden haben. Der Blick nach oben oder unten wird da keine großen Hilfsdienste leisten. Denn diese Prinzipien richten sich nicht aus an Tabellenplatz und Punktestand.

    Defizite in der Emotionalität

    Und das ist die große Lehre, die der FSV Mainz 05 ziehen kann aus dem dürftigen Auftritt in Augsburg: Wie auch immer der Gegner heißen mag, welchen Tabellenplatz die Mainzer auch immer einnehmen mögen - wenn die Tuchel-Elf ihre Basismerkmale - Laufbereitschaft, Zweikampfaggressivität in der Nachvorneverteidigung, hohe Emotionalität, die Bereitschaft, die körperlichen Grenzen auszuloten und taktische Disziplin - nicht in hohem Maße auf den Platz bringt, dann wird es grundsätzlich schwer, in dieser Liga Spiele zu gewinnen. Für diese Erkenntnis hätte es des Beispieles Augsburg nicht bedurft. Aber mit diesem 1:2 ist dieser Zusammenhang jedem 05-Profi noch mal mit dem Vorschlaghammer vor Augen geführt worden.

    Gegner auf Nichtabstiegsmission

    In den genannten Grundlagensegmenten hatten die 05er in Augsburg in dieser Rückrunde noch nicht erkennbar gewordene schwere Defizite. Warum auch immer. Und mit dieser halbgaren Herangehensweise tappten die Mainzer dem FCA in die Falle. Die Augsburger konnten auch in diesen 90 Minuten ihr spielerisches Limit nicht verbergen. Doch das Team von Jos Luhukay befindet sich auf einer Nichtabstiegsmission. Diese tief verankerte Mentalität trägt und ist vielen Mannschaften mit einem "normalen" Ansatz überlegen.

    Stürmisch gefeierte Zweikämpfe

    Die Verantwortlichen in Mainz kennen diese furchtlose Mentalität aus alten Zweitligatagen, wenn die 05-Spieler als wild entschlossene und von Überzeugung getragene Gemeinschaft im Abstiegskampf auf ihrer Mission waren und am Bruchweg selbst Aufstiegsanwärter nicht ungerupft aus dem Stadion kamen. Und die Fans nicht die Fehlpässe zählten, sondern die gewonnenen Zweikämpfe und die erzwungenen Eckbälle. Diese Atmosphäre herrschte am vergangenen Samstag in der Augsburger SGL-Arena mit dieser einem rheinhessischen Rübenacker nicht unähnlichen Bolzwiese.

    Basiselemente tragen ein System und einen Matchplan. Umgekehrt funktioniert das eher selten, in der Regel überhaupt nicht. Die 05er hätten gar nicht viel besser spielen müssen in Augsburg. Alleine der Fanatismus gegen den Ball aus den jüngsten Heimspielen hätte wahrscheinlich schon genügt, um zumindest einen Punkt zu schnappen. Doch das war früh erkennbar: In der Zweikampfschärfe überließen die Mainzer dem Gegner die Initiative.

    Das begann bei Rechtsverteidiger Marco Caligiuri, der gegen den Ball eher verhalten arbeitete. Und der darüber hinaus darunter litt, dass sein Vordermann Nicolai Müller im Rückwärtsgang die taktische Disziplin vermissen ließ. Das setzte sich fort bei Eugen Polanski und Elkin Soto, die sich im Mittelfeldzentrum von den wie aufgedreht manndeckenden Hajime Hosogei und Daniel Baier abkochen ließen.

    Wetklo streute seine Abschläge

    Und das endete bei Sami Allagui und Mohamed Zidan, die in der Sturmreihe gegen die im Prinzip nur normal aggressiven Innenverteidiger Gibrill Sankoh und Sebastian Langkamp nur sehr wenige Bälle hielten. Und dazu kamen noch die Abschläge von Keeper Christian Wetklo, der auf diesem Gebiet zum wiederholten Male (insbesondere auswärts) die Streuung einer altersschwachen Schrotflinte produzierte. Alles Mosaiksteine für die Niederlage.

    Dass mit Maxim Choupo-Moting der in der Offensive beste Mann dann noch bei der Bewachung des langen Stoppers Langkamp unaufmerksam war beim Augsburger Siegtor, das passte ins Bild an diesem Tag. Schon in der 16. Minute hatte Choupo-Moting zu passiv gearbeitet gegen Langkamp, als der Innenverteidiger im Fünfmeterraum in einen seitlichen Freistoß stieß und Wetklo die Kugel gerade noch so auf der Torlinie zu packen bekam. Blieb als positiver Aspekt: Kapitän Nikolce Noveski strahlte Behauptungswillen aus, nachdem ihn Tuchel in der 59. Minute aufs Feld geschickt hatte. Und Jan Kirchhoff hatte im Mittelfeld konstruktive Szenen während der finalen Aufholjagd. Immerhin. Reinhard Rehberg

    Otto Rehhagels Welt ist in Berlin - aber nicht auf der Trainerbank.
    Mainz 05
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