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    MainzDie "Krake aus Brake" hat Tschüss gesagt

    Töchterchen Nele auf den Armen und Tränen in den Augen: Kultkeeper Dimo Wache hat sich verabschiedet. Der Applaus für die Mainz 05-Legende wollte gar kein Ende nehmen.

    Mainz - Knapp zehn Minuten vor dem Abpfiff war endgültig Schluss. Dimo Wache übergab den Platz im Tor seiner Abschiedsmannschaft an seinen älteren Bruder.

    Und während Michael Wache - der schwergewichtige stellvertretende Oberbrandmeister aus dem hoch im Norden gelegenen Heimatort Ovelgönne ist in der Jugend auch mal ein talentierter Keeper mit (abgelehntem) Angebot von Werder Bremen gewesen - sich zwischen den Pfosten mühte, den Sieg des Wache-Teams festzuhalten, drehte der Ehrenspielführer des FSV Mainz 05 seine Ehrenrunde. Mit dem vierjährigen Töchterchen Nele in den riesigen Fanghänden. Und mit Tränen in den Augen.

    Ein bewegender Moment am Sonntagnachmittag. Die Zuschauer im voll besetzten Bruchwegstadion erhoben sich von ihren Plätzen, rhythmisches Klatschen setzte ein. Aus den Lautsprechern tönte der neue 05-Hit "Ich werde immer Mainzer sein", und die "Dimo Wache"-Sprechchöre wollten kein Ende nehmen. Das Abschiedsspiel für den 37-Jährigen, der in 15 Jahren am Bruchweg 74 Bundesligaspiele, 300 Zweitligaspiele, 26 DFB-Pokalspiele und 6 Uefa-Cup-Spiele bestritten hat, der in sechs Spielzeiten in sämtlichen 34 Ligaspielen auf dem Feld stand und der in dieser langen Karriere mehr als 20 Operationen überstanden hat, hatte mit diesem hoch emotionalen Rundlauf des Hauptdarstellers den Höhepunkt erreicht. Man muss wissen: Ehrenspielführer gab es schon andere in der 106-jährigen Klubgeschichte - aber mit einem Abschiedsspiel ist nie zuvor ein 05-Spieler geehrt worden.

    "Die Krake aus Brake sagt Tschüss", prangte später auf den T-Shirts seiner geladenen Kollegen aus alten Zeiten. Und das zwei Jahre nach seinem letzten Profiauftritt zwischen den Pfosten. Das war 24. Mai 2009, ein 4:0-Heimsieg gegen RW Oberhausen am 34. Spieltag: Danach feierten Kapitän Wache und seine Mannschaft den zweiten Mainzer Bundesligaaufstieg. Danach kam der von Verletzungen geplagte Hüne, der in der ersten Mainzer Bundesligaspielzeit 2004/05 zu den fünf besten deutschen Torhütern zählte, nie wieder profitauglich auf die Beine. Das Knie.

    Dass sich nach zweijähriger Rekonvaleszenzzeit jetzt zum Abschied noch mal 15 000 Anhänger am Bruchweg einfanden, das war außergewöhnlich. Dimo Wache hat als Sportler und als Persönlichkeit die Menschen in Mainz überzeugt.

    Am Ende der Schlusszeremonie marschierten im Mittelkreis Kinder und Jugendliche auf mit weißen und roten Umzugskisten in den Händen. Die Symbolik veranschaulichte: Dimo Waches Abschiedsspiel war die Brücke zur Eröffnung der Coface Arena zwei Stunden später in den Bretzenheimer Feldern. "Das Stadion war ja voll, das macht mich stolz", erzählte Wache, nachdem er in der Kabine kurz eine notwendige Besinnungszeit genommen hatte. "Das war ein würdiger Abschied, für mich ein überwältigender."

    Fast 50 einstige Kollegen aus allen Generationen der Mainzer Wache-Ära waren an den Bruchweg gekommen. Das erste Tor des Nachmittags schoss mit Sandro Schwarz (seit drei Wochen Trainer beim Oberligisten FC Eschborn) ein guter Mainzer Freund, das letzte Tor beim 5:3-Sieg der Wache-Allstars erzielte mit Uwe Warns ein Sandkastenkumpel aus Brake.

    Abschied von Dimo Wache und vom Bruchweg. Die aufregenden Jahre zwischen der Zweitligarückkehr 1988 und dem gestrigen Umzug in eine neue Arena als Europa-League-Teilnehmer dokumentierte sich in den Namen auf dem Spielberichtsbogen.

    Michael Schmitt, Norbert Hönnscheidt (gelang am Sonntag noch mal ein prächtiges Kopfballtor) und Moppes Petz waren beteiligt am 88er Aufstieg; Sven Demandt, Bruno Akrapovic, Abdul Ouakili und Christian Hock waren beim ersten verlorenen Aufstiegsendspiel 1997 in Wolfsburg dabei; Tamas Bodog, Marco Rose, Jürgen Kramny, Christof Babatz und Dennis Weiland schafften 2004 den ersten Bundesligaaufstieg; Fabian Gerber schoss 2005 gegen Schalke das berühmte "100-Jahre-Jubiläumstor".

    Stephan Kuhnert, Waches Vorgänger im Mainzer Kasten und später sein langjähriger Torwarttrainer, lief diesmal als rechter Verteidiger auf. Der aus Mainz stammende Handball-Weltmeister Pascal Hens, gut befreundet mit Schwarz und Wache, erzielte zwei erstaunlich schöne Tore. Der heutige Sportjournalist Guido Schäfer dagegen wirkte ähnlich beweglich wie Ulkmoderator Elton oder 05-Comedian Sven Hieronymus. Der unglückliche Techniker Fabrizio Hayer handelte sich gar einen Achillessehnenranriss ein.

    Die 60 Minuten auf dem Rasen waren lustig und unterhaltsam. Die Reporterkommödianten Klaus Hafner und Sven Hieronymus hatten ihren Anteil daran. Als Wache in der 34. Minute nach einem 100-Meter-Solo das erste Tor seiner Karriere schießen durfte, da standen 40 Spieler auf dem Feld.  Reinhard Rehberg

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