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    05-Legende Gerd Klier ist tot: Stürmer mit beeindruckender Quote

    Mainz/Oestrich-Winkel - Der ehemalige Mainz 05-Spieler Gerd Klier ist tot. Der gebürtige Rheingauer ist in dieser Woche nach langer Krankheit im Alter von 67 Jahren gestorben. Ein Nachruf.

    Gerd Klier stieß 1971 zu Mainz 05.
    Gerd Klier stieß 1971 zu Mainz 05.

    Mainz/Oestrich-Winkel - Der ehemalige Mainz 05-Spieler Gerd Klier ist tot. Der gebürtige Rheingauer ist in dieser Woche nach langer Krankheit im Alter von 67 Jahren gestorben. Ein Nachruf.

    Die Bedeutung, die Gerd Klier zu seiner aktiven Zeit genoss, drückt sich beispielhaft in einer Anekdote aus den frühen 1970er-Jahren aus: In einer Deutsch-Klassenarbeit am Willigis-Gymnasium sollten die Schüler in einem Lückentext die jeweiligen Fälle erkennen. In einer Zeile hieß es: "... ist der beste deutsche Mittelstürmer? Gerd Müller" - doch ein Schüler beließ es nicht dabei, die drei Pünktchen durch ein "Wer" zu ersetzen, er strich außerdem den Nachnamen durch und schrieb obendrüber: Klier.

    In der Tat hatte der in Oestrich geborene Mittelstürmer, der von 1971 bis 1977 für den FSV Mainz 05 spielte, eine beeindruckende Quote vorzuweisen: In 179 Partien in Zweiter Bundesliga, Regionalliga und Amateur-Oberliga erzielte Gerd Klier 114 Tore. Die Sturmreihe Herbert Renner / Gerd Klier / Manfred Kipp, mit der die 05er in der Saison 1972/73 Meister der Regionalliga Südwest wurden, zählte zu den besten in Deutschland.

    Fünfmal war Klier, nach einer Bundesligasaison beim Hamburger SV an den an den Bruchweg gewechselt, Torschützenkönig der Regionalliga; seinen persönlichen Rekord feierte er in der Spielzeit 73/74 mit 29 Treffern. Noch heute liegt der Rheingauer auf dem dritten Platz der ewigen Mainzer Torjägerliste hinter Gerhard "Bimbo" Bopp und Charly Mähn.

    Der Vergleich mit Gerd Müller kam nicht von ungefähr. Kliers Spielweise ähnelte der des Bayern-Stürmers, wie der "Bomber der Nation" schoss der Bruchweg-Bomber seine Tore aus allen Lagen, nur nicht aus der Distanz. Und wie der Nationalstürmer galt auch der Mainzer Angreifer als Instinktfußballer. "Man muss jede Chance nutzen, denn eine neue könnte es nicht mehr so schnell geben", zitiert ihn der Mainzer Sportjournalist Bernd-Dieter Jenrich in seinem 1991 erschienenen Buch "Wir sind wieder oben".

    Einer von Kliers sportlichen Weggefährten war Willi Löhr; die beiden standen unter anderem gemeinsam in der Meistermannschaft von 1973. "Die Nachricht von Gerds Tod war ein Schock für uns alle", sagt Löhr. "Mit unserer damaligen Mannschaft haben wir über all die Jahre Kontakt gehalten, uns regelmäßig getroffen, und Gerd war immer dabei." Im vorigen Jahr noch habe Klier selbst das Treffen der '73er im Rheingau organisiert. "Seine humorvolle Art hat ihn so liebenswert gemacht", erzählt Löhr. "Man konnte ihm einfach nicht böse sein. Gerd war ein echter Typ, und als Stürmer war er eine Institution."

    Als solche ist Gerd Klier auch dem ein oder anderen jüngeren 05-Fan ein Begriff, wie beispielsweise die Reaktionen auf "Facebook" zeigen. Nicht zuletzt, weil er im vorigen Jahr an einer Gala der Ultraszene Mainz im Haus der Jugend zum 105. Geburtstag des FSV teilnahm. Dort erzählte Klier unter anderem von der Asienreise, die der Verein der Meistermannschaft seinerzeit spendierte. "In Hongkong sollten wir im zehnten Stock die deutsche Nationalhymne singen. Wir haben uns angeguckt und ,Hoch auf dem gelben Wagen' gesungen" - und zwar ein halbes Jahr bevor Bundespräsident Walter Scheel mit diesem Volkslied berühmt wurde...

    "Über Gerd Klier könnte man stundenlang reden, ohne dass es langweilig würde", sagt Willi Löhr. Zu den Geschichten rund um den einstigen Torjäger gehört jene aus den ersten Monaten der Saison 1974/75. Trainer am Bruchweg war bis zum achten Spieltag Uwe Klimaschefski, dessen Verhältnis zu Gerd Klier nicht eben intakt war. "Er hatte den Gerd auf dem Kieker, weil der ihm nicht genug gelaufen ist", erinnert sich Löhr. Der für seine eigenwilligen Trainingsmethoden bekannte Klimaschefski ließ die Mannschaft auf der Aschenbahn am Bruchweg zum 400-Meter-Rückwärtslaufen antreten, schickte Klier als ersten los - "und als der Gerd sich mit schweren Oberschenkeln ins Ziel gequält hat, schickte Klima uns alle zum Duschen..."

    Doch Klier habe sich auf seine Weise gerächt: Als ihn ein Autogrammjäger um die Unterschrift auf einem Mannschaftsfoto bat, auf dem auch schon Klimaschefski signiert hatte, "sagte Gerd: Mit dem unterschreibe ich nicht, strich den Namen des Trainers durch und schrieb dann erst seinen eigenen aufs Blatt". Gerd Klier starb am Montag nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren. Peter H. Eisenhuth

    Mainz 05 trauert um Gerd Klier
    Mainz 05
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