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    BerlinZwanziger kritisiert Katar-WM - Blatter mit Machtwort

    FIFA-Präsident Joseph Blatter sprach ein Machtwort: Die umstrittene Fußball-WM 2022 werde auf jeden Fall in Katar stattfinden, sagte der 77 Jahre alte Schweizer in Kuala Lumpur.

    Uneinig
    FIFA-Präsident Sepp Blatter (l) und der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger haben unterschiedliche Auffassungen.
    Foto: Ronald Wittek - DPA

    Gleichzeitig machte Blatter die Medien für die schlechte Außendarstellung des FIFA-Premiumprodukts im Golf-Emirat verantwortlich.

    Dabei heizte auch der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger als Mitglied der FIFA-Exekutive die hitzigen Debatten über die Katar-WM mit scharfer Kritik zusätzlich an: «Ich konnte diese Entscheidung niemals verstehen. Das ist einer der größten Fehler, die es jemals im Sport gegeben hat», sagte Zwanziger am Dienstagabend bei einer Veranstaltung von «Zeit Online» in Berlin.

    Die Diskussionen um die Wüsten-WM reißen nicht ab. «Wir haben die Entscheidung getroffen, eine Weltmeisterschaft in der arabischen Welt zu spielen, und wir werden die WM in Katar ausrichten», sagte Blatter, der jedoch das Dauerthema in der vergangenen Woche mit Vorwürfen selbst neu befeuert hatte.

    Deutschland und Frankreich hätten vor der entscheidenden Abstimmung über den WM-Ausrichter aus wirtschaftlichen Interessen Druck auf FIFA-Entscheidungsträger ausgeübt, so der FIFA-Boss, ohne weitere Details zu nennen. In Malaysia verurteilte er jetzt die Medien. «Die Kritik, vor allem die der europäischen Medien, an der WM-Vergabe ist völlig überzogen und ungerechtfertigt.»

    Die Ethik-Kommission des Fußball-Weltverbandes (FIFA) untersucht derzeit Bestechungsvorwürfe rund um die WM-Vergaben an Russland (2018) und Katar (2022). Die Ermittlungsergebnisse sollen frühestens in einigen Monaten vorliegen.

    Zwanziger hat sich bereits wiederholt für eine Aufklärung der WM-Vergabe eingesetzt. Zu Problemen wie der großen Hitze und der kleinen Fläche des Landes komme die kritische Lage der Arbeiter hinzu, sagte der 68-Jährige.

    «Wir müssen jetzt Druck machen, dass diejenigen, die für die Arbeitnehmer zuständig sind, schärfer beobachtet werden», forderte Zwanziger. Amnesty International hatte in einem alarmierenden Bericht Menschenrechtsverletzungen und massive Missstände auf den Baustellen im WM-Gastgeberland angeprangert.

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