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    Jules-Rimet-Pokal: «Goldene Göttin» verschwand in Rio

    Rio de Janeiro (dpa). Brasiliens Seleção durfte schon fünfmal nach einer WM den heiß begehrten und hart umkämpften Siegespokal in die Luft recken. Und geht es nach dem WM-Gastgeber 2014, soll das halbe Dutzend im nächsten Jahr vollgemacht werden.

    Jules-Rimet-Pokal
    Mannschaftskapitän Fritz Walter zeigt 1954 den Jules-Rimet-Pokal.
    Foto: Richard Koll - DPA

    Aber Brasilien ist nicht nur Rekordweltmeister, sondern auch das einzige Land, dem ein Original-WM-Pokal endgültig abhandenkam: Vor 30 Jahren, am 19. Dezember 1983, stahlen Diebe den «Jules-Rimet»-Pokal, der bis 1970 als WM-Trophäe diente. Seitdem fehlt von der Ikone jede Spur. Auch in England war der Pokal 1966 kurzzeitig gestohlen, aber von einem neugierigen Hund gerettet worden.

    Die vom französischen Bildhauer Abel Lafleur entworfene 35 Zentimeter hohe Statue war von 1930 bis 1970 WM-Pokal. Sie wog rund 3,8 Kilogramm, war aus vergoldetem Sterlingsilber und zeigte die griechische Siegesgöttin Nike, die mit hocherhobenen Armen und zwei schwungvollen Flügeln auf einem Sockel aus Lapislazuli stand. Brasilien hatte 1970 nach dem in Mexiko gewonnenen dritten WM-Titel das Recht, den nach dem früheren FIFA-Präsidenten Jules Rimet benannten Pokal endgültig zu behalten.

    Der brasilianische Fußballverband CBF stellte das Original in seinem Gebäude in der Rua da Alfândega 70 in Rios Zentrum in eine Vitrine hinter schusssicheres Glas. Bis heute unverständlich: Die Kopie des Pokals wurde indes in einen Safe gelegt. Das sorgte weltweit für Kopfschütteln, denn umgekehrt wäre der Fußballwelt das Original erhalten geblieben. So aber gelang dem als Chico Barbudo bekannten Ex-Polizisten und seinem Kompagnon Luiz Bigode der große Coup. Drahtzieher und Auftraggeber war der bis dahin völlig unauffällige Bankangestellte Sérgio Peralta.

    Am Abend des 19. Dezember 1983, es war ein Montag, überwältigte das Duo Barbudo/Bigode den Wachmann im CBF-Gebäude. Die beiden nahmen die Schlüssel an sich und gingen ins 9. Stockwerk. Dort stand der Pokal. Mit einem Kuhfuß knackten sie die Vitrine, stahlen den Jules-Rimes-Pokal und drei weitere Trophäen und flüchteten. Die Aktion dauerte nicht länger als 20 Minuten. Dann wurde der Pokal dem in Rio lebenden argentinischen Juwelier und Goldhändler Juan Carlos Hernandes übergeben, der die Statue eingeschmolzen haben soll. Die Betonung liegt dabei auf «soll».

    Denn Hernandes sagte 1989 in einem Interview der Zeitschrift «Visão»: «Der Pokal wurde nie eingeschmolzen. Die ganze Geschichte mit dem eingeschmolzenen Pokal war Teil des Spiels. Der Pokal ist sehr gut versteckt.» Nicht ganz auszuschließen also, dass irgendein fußballverrückter Millionär des Abends in den Keller geht und sich der angestrahlten goldenen Nike-Göttin bei einem Gläschen Wein oder einer Caipirinha erfreut. Wer weiß das schon?

    Der Pokal hätte jedenfalls viel zu erzählen, denn schon vor seinem Rio-Raub hatte er eine bewegte Geschichte. Während des Weltkrieges war der Pokal in Italien, wo ihn FIFA-Vizepräsident Ottorino Barassi in einer Schuhschachtel unter seinem Bett aufbewahrte. Im WM-Jahr 1966 geriet er im Gastgeberland England in die Schlagzeilen, als er als Leihgabe bei einer Sportbriefmarken-Ausstellung zu sehen war und prompt gestohlen wurde. Der Hund Pickles fand den Pokal in London beim Gassi-Gehen mit seinem Herrchen unter einem Busch in einem Vorgarten und erlangte so Weltruhm.

    Der Nachfolge-Pokal der «Coupe Jules Rimet», der FIFA-WM-Pokal, wurde erstmals 1974 bei der WM in Deutschland vergeben. Den darf übrigens jeder Turniersieger mit nach Hause nehmen - aber nur die vergoldete Kopie, versteht sich. Das Original bleibt im Besitz der FIFA. Man kann ja nie wissen.

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