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  • Fassungslosigkeit bei Afrikas Fußball-Fans

    Nairobi (dpa). «Ich bin völlig fassungslos. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie so etwas passieren konnte!» So wie Armel Adjoun, Mitglied eines Fußball-Fanclubs in der togoischen Hauptstadt Lomé, reagierten am Wochenende viele Menschen in dem westafrikanischen Land.

    «Unsere Jungs können jetzt nicht beim Afrika Cup spielen, ich will nur noch, dass sie nach Hause kommen», stammelte der junge Mann in das Mikrofon eines Reporters.

    Tausende Afrikaner auf dem ganzen Kontinent hatten sich auf ein großes Fußballfest gefreut. Der Afrika Cup in Angola sollte für Spieler wie Fans schon eine Einstimmung sein auf die sehnsüchtig erwartete erste WM in Afrika. Nun wurde die Stimmung noch vor dem Anpfiff des Eröffnungsspiels getrübt. Die Toten und Verletzten beim Angriff einer militanten Separatistengruppe auf den Mannschaftsbus der Togoer werfen einen langen Schatten auf das Turnier.

    Das Team war auf dem Landweg aus dem Trainingslager in Kongo- Brazzaville in die Enklave Cabinda gereist. War es Leichtsinn oder hatten die Verantwortlichen der Regierung in Luanda oder die Organisatoren des Afrikanischen Fußballverbandes die Gefahren herunter gespielt? Während die togoische Regierung eine Entschuldigung Angolas verlangt und die Spieler aufgefordert hat, nach Togo zurückzukehren, kritisierten Fans in Internetforen die Entscheidung, das Turnier wie geplant zu starten.

    «Oh Afrika, was für eine Schande. Ich finde, das Turnier hätte ausgesetzt werden müssen», schrieb ein ghanaischer Fan bei «ghanasoccernet». «Das ist ein trauriger Tag für Afrika. Das Turnier muss woanders abgehalten werden», stimmte ein «stolzer Ghanaer» zu. «Warum schießen die Rebellen auf Fußballer? Das sind doch Sportler, keine Politiker!» klagte ein Anhänger.

    Ein anderer verteidigte die CAF-Entscheidung, trotz der Bluttat am Turnier festzuhalten. «Andernfalls hätten die Terroristen gewonnen. Aber die Spiele müssen aus Cabinda verlegt werden!» Die übrigen Mannschaften sollten sich solidarisch mit Togo zeigen und das Turnier boykottieren, meinte ein ghanaischer Fan namens Djiwornu. «Auch unsere Black Stars sind in Gefahr», meinte er mit Blick auf die ersten Gruppenspiele des ghanaischen Teams in Cabinda.

    Wie viele hatte ein Fan namens Robby Okosto wenig Verständnis, dass unter anderem die Begegnung zwischen Togo und Ghana in Cabinda, einer noch immer unruhigen Provinz, geplant wurde. «Wenn die Offiziellen noch ein Gefühl für Scham in ihren Köpfen haben, legen sie ihre Posten nieder. Warum Cabinda?» fragte er und fürchtete mit Blick auf die Fußball-WM: «Das wird sicher auch das Bild Südafrikas beeinflussen. Sie haben soviel getan, um die Skeptiker zu überzeugen - und nun das!»

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