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    Barça gegen Real „zum Siegen verdammt“

    Die Fußball-Welt schaut nach Madrid: Am Sonntag steht die 174. Liga-Ausgabe des Clásico an. Real kann daheim gegen Barça den Titelgewinn fast schon perfekt machen. Aber der angeschlagene Titelverteidiger glaubt an seine letzte Chance.

    Clásico
    Beim Clásico werden auch wieder die beiden wohl besten Fußballer des Planeten aufeinandertreffen: Lionel Messi (2.v.l) und Cristiano Ronaldo.
    Foto: Alejandro Garcia - dpa

    Madrid (dpa). Andrés Iniesta macht vor dem Clásico eine klare Ansage. „Wir müssen im Santiago Bernabéu gewinnen, das ist unsere letzte Chance“, sagte der Mittelfeldregisseur des spanischen Fußball-Meisters FC Barcelona vor dem vorentscheidenden Liga-Duell am Sonntag bei Tabellenführer Real Madrid.

    Neymar
    Barcelonas Star Neymar kann nicht gegen Real Madrid spielen.
    Foto: Emilio Morenatti - dpa

    Bei drei Punkten Rückstand auf den Erzrivalen und einem Spiel mehr seien die Katalanen am 33. Spieltag „zum Siegen verdammt“, schrieb auch die in Barcelona erscheinende Zeitung „Sport“.

    Nach dem Aus im Viertelfinale der Champions League gegen Juventus Turin wollen Superstar Lionel Messi, Nationaltorwart Marc-André ter Stegen & Co. gegen das Team von Weltfußballer Cristiano Ronaldo und Weltmeister Toni Kroos ihre Titelchance wahren. Die Mannschaft steht zwar im spanischen Pokalfinale, wo am 27. Mai Deportivo Alavés der Gegner ist, doch ein Triumph in der Copa del Rey wäre kein Trost für die seit rund zehn Jahren titelverwöhnten Fans der Blaugranas.

    Weil Real nach dem Triumph über Bayern München im Halbfinale der Champions League steht und erstmals seit 1958 das Double in der europäischen Königsklasse und in der Liga holen kann, herrscht in Barcelona Weltuntergangsstimmung. Aber vielleicht kommt der 174. Liga-Clásico gerade deshalb zur rechten Zeit. „Nichts motiviert einen „Culé“ (Fan oder Profi des FC Barcelona) mehr, als ein Spiel im Bernabéu“, sagte der zu Saisonende scheidende Trainer Luis Enrique nach der Pleite gegen den italienischen Meister.

    Abwehrroutinier Gerard Piqué räumte ein, das Aus in der Champions League werde am Sonntag „wohl noch Nachwirkungen haben“. Aber der 30-Jährige fügte sofort hinzu: „In Madrid können wir gewinnen, das ist ein guter Platz für uns.“ In der Tat: In den letzten acht Spielzeiten gingen die Katalanen in der Liga im Bernabéu fünf Mal als Sieger vom Platz. Es gab ein Remis und nur zwei Niederlagen. Und es gab nicht einfach nur Siege, sondern unter anderem ein 6:2 (Saison 2008/2009), ein 4:3 (2013/2014) und ein 4:0 in der vorigen Spielzeit. Man darf also auf ein torreiches Spiel hoffen.

    Real kann, sollte man meinen, ohne großen Druck ins Spiel gehen. Die Mannschaft spielt vor eigenem Publikum, die Stimmung ist gut und schon ein Remis würde das Titelrennen praktisch entscheiden. „Unsere Fans sind ein Spieler mehr“, sagt Trainer Zinedine Zidane vor dem Duell.

    Zudem wird Barças Stürmerstar Neymar wohl zuschauen müssen. Der spanische Verband wies einen Einspruch des FCB gegen eine Sperre des Brasilianers zurück. Aufgegeben hat Barcelona den Kampf um Neymar allerdings noch nicht: Der Club legte am Freitag vor dem obersten spanischen Sportgericht (TAD) einen neuen Einspruch gegen die Sperre ein. Die TAD-Richter könnten wegen des Einspruchs am Samstag zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

    Doch bei den Real-Profis ist von Ruhe und Gelassenheit nichts zu sehen. Die Spieler fiebern dem Duell entgegen. „Man bekommt vor einem Clásico Gänsehaut. Die Welt stoppt, um sich dieses Spiel anzuschauen“, sagte Außenverteidiger Marcelo. Und Trainer Zidane versicherte: „Es wird sehr, sehr schwer sein. Wir werden aber nicht auf ein Remis spekulieren.“

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