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    Appell für Ronaldo: Hand „ins Feuer“

    Portugal hat schon vor dem Start des Confed Cups sein Dauerthema satt. Die Steueraffäre und der mögliche Wechsel von Cristiano Ronaldo überschatten alles. Der erste realistische Interessent spricht über einen Preis für den Weltfußballer.

    Cristiano Ronaldo
    Cristiano Ronaldo soll nach einer Anzeige der Staatsanwaltschaft zwischen 2011 und 2014 gut 14,7 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben.
    Foto: Filipe Amorim - dpa

    Kasan (dpa). Schon bei der zweiten Frage nach Portugals Dauerthema hat Fernando Santos endgültig genug. „Es ist die letzte Antwort, die ich zu Cristiano geben werde“, sagt der Trainer und blickt kurz mit zusammengepressten Augenbrauen in den komplett gefüllten Presseraum der Kasan Arena.

    „Wir repräsentieren Portugal beim Confederations Cup, darauf wollen wir uns konzentrieren.“ Dies wird vermutlich das komplette Turnier in Russland über Wunschdenken bleiben. Wie nimmt Ronaldo die Steuer-Anschuldigungen auf? Wird die Affäre seine sportlichen Leistungen beeinflussen? Und - verlässt er wirklich Real Madrid? Dies sind die Fragen, die die Agenda beim Europameister rund um das Auftaktspiel bei der Mini-WM am Sonntag (17.00 Uhr) gegen Mexiko bestimmen.

    „Ich kenne ihn viele Jahre, ich war sein letzter Coach, als er Portugal als 18-Jähriger verließ“, sagte der Europameister-Trainer in einer vehementen Rede. „Ich lege meine Hand für ihn ins Feuer, für seine Integrität als Mann und als Athlet. Ich würde alles für ihn tun, ich vertraue ihm zu hundert Prozent.“ Auch Torwart Rui Patricio bekräftigt, Ronaldo sei „zu hundert Prozent“ konzentriert. „Er wird einen großartigen Confed Cup spielen und dem Team helfen.“

    Wenig später betritt der Weltfußballer mit seinem gewohnten Lächeln als erster Spieler den Rasen zum Abschlusstraining. Mit einer kurzen Wischbewegung verscheucht er beim Kreisspiel wie eine lästige Fliege die Kamera, die sich an Seilen montiert immer wieder dem begehrtesten Motiv nähert.

    Sollten sich die Medienberichte über einen angekündigten Abgang bei Real bewahrheiten, würde Ronaldo auch auf dem Transfermarkt diesen Sommer zum am meisten gejagten Objekt. Für eine Verpflichtung müssten mögliche Interessenten wie Paris St. Germain oder Manchester United die mit Abstand höchste Transfersumme der Fußball-Geschichte bezahlen. Eine Milliarde Euro - das ist die vertraglich festgeschriebene Ablösesumme, für die der Superstar aus seinem bis 2021 gültigen Vertrag mit dem Champions-League-Sieger herausgekauft werden kann.

    Die Madrider Sportzeitung „Marca“ rechnete am Samstag jedoch vor, dass ein möglicher Transfer von Ronaldo realistischerweise 400 Millionen Euro im Gesamtpaket kosten würde. Für 200 Millionen wäre Real demnach bereit, seinen Rekordtorschützen ziehen zu lassen. Noch einmal rund 200 Millionen würde es kosten, um Ronaldos Gehaltsvorstellungen für einen Vierjahresvertrag zu erfüllen. Aktuell verdient der bestbezahlte Sportler der Welt ein Bruttogehalt von rund 50 Millionen Euro pro Jahr bei seinem Verein.

    „Wir sind jederzeit bereit, mit Real-Präsident Florentino Perez über Ronaldo zu sprechen. Aber nicht zu dem Preis von 400 Millionen Euro“, sagte Massimiliano Mirabelli, der Sportdirektor des italienischen Clubs AC Mailand am Samstag dazu. Als einzige Vereine, die für Ronaldo ein realistisches Ziel darstellen könnten, gelten deshalb weiterhin das finanzstarke PSG und sein früherer Club Manchester United. Ein Wechsel nach China gilt als ausgeschlossen.

    Ronaldo soll nach einer Anzeige der Staatsanwaltschaft in Spanien zwischen 2011 und 2014 gut 14,7 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben. Er ließ die Anschuldigungen über seine Anwälte und Manager zurückweisen.

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