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    Jochen Dick zur Zukunft der Fußball-EM: Ohne Schnaps keine Ideen

    So eine Fußball-EM ist doch an sich nichts Schlechtes. Die besten Mannschaften des Kontinents ermitteln im relativ kompakten Wettstreit ihren Meister. Normalerweise in einem, ab und zu auch in zwei Gastgeberländern.

    Jochen Dick
    Jochen Dick

    So eine Fußball-EM ist doch an sich nichts Schlechtes. Die besten Mannschaften des Kontinents ermitteln im relativ kompakten Wettstreit ihren Meister. Normalerweise in einem, ab und zu auch in zwei Gastgeberländern. Die Euro 2012 war zwar sportlich nicht die spektakulärste, nahm aber mit den K.-o.-Spielen, in denen die wirklich Besten unter sich waren, an Fahrt auf und an Niveau zu. In punkto Stimmung und Organisation darf das Turnier ohnehin als gelungen bewertet werden. Doch wie so oft ist das Bewährte nicht (gut) genug.

    In vier Jahren, beim Turnier in Frankreich, werden 24 Mannschaften teilnehmen, acht mehr als in Polen und der Ukraine. Vier statt drei Wochen dauert dann die Chose, 51 statt 31 Partien werden gespielt. Die EM wird aufgebläht, das sportliche Niveau droht zu verwässern. Oder stehen – bei allem Respekt – Finnland, Belgien oder Moldawien für Spannung und Spektakel? Fürs EM-Achtelfinale 2016 qualifizieren sich – Stand derzeit – neben den sechs Gruppenersten und -zweiten die vier besten Dritten. Recht schwer, da schon in der Vorrunde rauszufliegen.

    Michel Platini nennt (s)einen Grund für die Expansion: „Bei 16 Mannschaften gibt es viele, die fehlen“, bedauert der Uefa-Chef, spricht damit aber gleichzeitig und unfreiwillig auch den Sinn eines Endrundenturniers an: Die, die fehlen, fehlen zu Recht. Sie haben es sich in der Quali redlich verdient.

    Um den Verdienst dürfte es Platini bei der Aufstockung in erster Linie gegangen sein: mehr Teams, mehr Fernsehpräsenz, mehr Zuschauer – mehr Geld. Und mehr Stimmen aus den kleineren Mitgliedsländern für seine nächste Wahl, ob zum Uefa- oder gar Fifa-Präsidenten.

    Steckt hinter diesem Schachzug Taktik, darf Platinis neuestem Plan völlige Sinnfreiheit unterstellt werden: Die EM 2020 soll in 12 oder 13 Ländern stattfinden. Hier würde zerfasert, was zusammengehört. Beim EM-Hopping durch Europa käme wohl kaum Turnierstimmung auf. „Es ist nur eine Idee“, wurde Platini nicht müde zu betonen. Eine Idee, bei der hoffentlich nur zu viel Schnaps im Spiel war.

    E-Mail an den Autor: jochen.dick@rhein-zeitung.net

    EM-Kolumne
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