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    Mittag spielt erstmals wieder in Chemnitz

    Anja Mittag ist die erfahrenste Spielerin in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Frauen. Erstmals spielt sie mit der Auswahl nun in ihrer Geburtsstadt Chemnitz. Eine Rückkehr mit vielen Erinnerungen.

    Chemnitzerin
    Anja Mittag ist die «Oma» in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Frauen.
    Foto: Carmen Jaspersen - dpa

    Chemnitz (dpa). Anja Mittag kennt viele Fußball-Stadien rund um den Globus. Doch in eines kehrt sie am Dienstag mit ganz vielen Emotionen zurück: Das in ihrer Heimat Chemnitz.

    Mit der deutschen Nationalmannschaft kickt die Weltenbummlerin in Sachen Fußball im letzten Länderspiel des Jahres gegen Norwegen (16.00 Uhr). 17 Jahre, nachdem sie ihre Geburtsstadt verlassen hat, wird dieses Spiel etwas ganz Besonderes.

    „Es ist das erste Mal, dass ich mit der Nationalmannschaft in Chemnitz bin. Meine Familie und viele Freunde haben sich angekündigt.
    Es wird toll, zahlreiche bekannte Gesichter zu sehen“, erzählt die mittlerweile 31-Jährige. Zu eben diesen bekannten Gesichtern zählt dann auch Thomas Kunze. Er war ihr erster Trainer beim VfB Chemnitz, zu dem die damals Achtjährige kam. Ihr Bruder Tom hatte sie überredet, Fußball zu spielen. Als einziges Mädchen im ganzen Verein. Ihr Talent war sofort erkennbar und wurde von Kunze gefördert.

    Nach vier Jahren beim VfB wechselte sie zum Ortsnachbarn Chemnitzer FC, womit die eigentliche Karriere der Anja Mittag begann. Über die Stationen FC Erzgebirge Aue, Turbine Potsdam (zweimal), QBIK Karlstad, FC Rosengård und Paris Saint-Germain kam sie schließlich in diesem Jahr zum VfL Wolfsburg.

    Ob es der letzte Verein in ihrer großen Karriere ist? Nicht einmal Anja Mittag weiß das. „Ich bin noch lange nicht satt. Gerade hat es bei der Nationalmannschaft einen großen Umbruch gegeben. Viele neue
    Spielerinnen sind dazugekommen. Steffi Jones hat von Silvia Neid die Verantwortung auf der Trainerposition übernommen. Es sind momentan
    unheimlich spannende Zeiten, die ich gerne mitnehmen möchte“, sagt die Angreiferin.

    Neu-Bundestrainerin Steffi Jones hört das gern. Sie baut auf die Erfahrung der nur 1,68 Meter großen Spielerin. „Sie tut der Mannschaft sportlich und menschlich gut, besitzt eine positive Ausstrahlung, ist humorvoll und kreativ, auch wenn es um Dinge im Umfeld geht. Und sie hat zuletzt so gespielt, wie ich es mir vorstelle, total befreit und ohne Druck“, beschrieb Jones jüngst die Vorzüge von Mittag in einem „Freie Presse“-Interview.

    Gut möglich also, dass zu den bislang 148 Länderspielen, die Mittag seit 2004 absolvierte, noch eine ganze Menge dazu kommen. Und dann wahrscheinlich auch Titel, obwohl sie diese bereits zuhauf hat: Fünfmal deutscher Meister, dreimal DFB-Pokalsieger, schwedischer Meister, Champions-League-Sieger, Weltmeister, dreimal Europameister und als Höhepunkt der Karriere Olympiasieger. Mehr geht nicht. „Die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen hat alles getoppt. Das war und ist einfach unbeschreiblich. Man kann das kaum mit Worten
    beschreiben. Ich hätte mir das niemals träumen lassen, als ich als kleines Mädchen mit dem Fußball begonnen habe“, resümiert Mittag. Momente der Erinnerung wird es in diesen Tagen in Chemnitz noch viele geben.

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