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    Neid deutet Prinz-Verzicht im Gruppenfinale an

    Mönchengladbach (dpa) - Nach zwei Tagen Erholung hat Birgit Prinz ihr Stimmungstief überwunden, doch im WM-Gruppenfinale gegen Frankreich könnte die deutsche Spielführerin eine schöpferische Auszeit erhalten.

    Frustriert?
    Nationalspielerin Birgit Prinz guckt während des Trainings genervt.
    Foto: DPA

    «Ich hatte ganz gute Gespräche mit ihr und wir sehen das beide ähnlich», sagte Bundestrainerin Silvia Neid gut 24 Stunden vor der Partie am Dienstag und deutete damit einen möglichen Verzicht auf die Rekordnationalspielerin an.

    Die 33-Jährige habe sich «zwei Tage ein bisschen rausgehalten. Jetzt geht es ihr sehr, sehr viel besser», berichtete Neid, die ihre Entscheidung am Montagabend bereits getroffen hatte, aber vor dem Abschlusstraining des Teams im Mönchengladbacher Borussia-Park noch geheim halten wollte.

    Zwar fühlt sich auch Linda Bresonik nach Aussage von Neid «besser», jedoch plant sie wohl ohne die von einem Magen-Darm-Virus geschwächte Rechtsverteidigerin. Sicher ist, dass Mittelfeldspielerin Melanie Behringer nach ihrer Bänderdehnung noch geschont wird. «Wenn sie spielen könnte, müsste sie mit Riesenschmerzen spielen», erläuterte Neid, die dennoch mit ihrem Team einen Erfolg über Frankreich und den ersten Platz anstrebt. «Vor eigenem Publikum bei einer Heim-WM will man jedes Spiel gewinnen. Ich möchte als Gruppensieger ins Viertelfinale gehen», sagte Kerstin Garefrekes.

    Nachdem die Bundestrainerin bei den ersten beiden WM-Siegen gegen Kanada (2:1) und Nigeria (1:0) derselben Startelf vertraut hatte, steht sie damit vor größeren Umbaumaßnahmen. Für Bresonik dürfte Bianca Schmidt zu ihrem ersten WM-Einsatz kommen, Behringer wird wahrscheinlich durch Fatmire Bajramaj ersetzt.

    Sollte Neid im Einvernehmen mit Prinz auf ihre Anführerin, die sich nach ihrer frühen Auswechslung im zweiten WM-Spiel völlig enttäuscht und frustriert gezeigt hatte, tatsächlich verzichten, stünde Inka Grings als erste Alternative im Sturmzentrum bereit.

    Unabhängig vom Personalpuzzle wollen die deutschen Fußball-Frauen ihren dicken WM-Rucksack ablegen und sich mit einer spielerischen Steigerung Selbstvertrauen für die K.o.-Runde holen. «Meine Spielerinnen sind locker und relaxed. Wir haben sehr viel Spaß miteinander», berichtete Neid.

    Mit dieser Lockerheit soll das erhoffte Fußball-Feuerwerk gelingen, auf das Millionen erwartungsfrohe Anhänger bislang vergeblich warteten. Befreit vom größten Druck und der vorzeitigen Viertelfinal-Qualifikation hat die DFB-Auswahl im ausverkauften Borussia-Park die Chance, die ohnehin große Begeisterung weiter zu schüren und den Fans etwas zurückzugeben.

    Zum Gruppensieg ist ein Erfolg über die punktgleichen Französinnen nötig. «Frankreich hat eine sehr gute Mannschaft, die spielerische Akzente zu setzen weiß», warnte Neid. Das dürfte der deutschen Auswahl sogar in die Karten spielen. «Das kommt uns entgegen. Weil Frankreich sich nicht nur hinten reinstellt, ergeben sich für uns vielleicht Löcher», meinte Alexandra Popp. Die Elf hat sich gegen die Französinnen, die Kanada mit 4:0 besiegten, viel vorgenommen. «Sie schweben jetzt auf Wolke sieben. Wir wollen sie wieder auf den Boden der Tatsachen holen», sagte Bresonik.

    Für Theo Zwanziger ist der Gruppensieg Nebensache. Er nahm den Druck vom Team. «Wenn es der erste Platz wird, ist es klasse. Wenn es der zweite wird, ist das auch in Ordnung», meinte der DFB-Chef nach einem Besuch des Mannschaftsquartiers in Düsseldorf. Als Erster würde der zweimalige Weltmeister für das Viertelfinale nach Wolfsburg umziehen, als Zweiter in Düsseldorf bleiben und in Leverkusen antreten. Mögliche Gegner sind Japan und England, die am Dienstag um den Sieg in der Gruppe B spielen. Mexiko hat nur noch theoretische Chancen.

    «Wir wollen mit einem guten Gefühl ins Viertelfinale gehen und natürlich mit dem ersten Platz», betonte auch Celia Okoyino da Mbabi. Für die Tochter eines Kameruners und einer französischen Mutter hat die Partie gegen das Nachbarland eine besondere Bedeutung. «Frankreich ist für mich wie eine zweite Heimat», sagte die 23-Jährige, die dort viele Verwandte und Freunde hat. Am Dienstag drücken aber alle ihr die Daumen, versicherte sie. «Mitleid» für den Gegner werde sie sicher nicht aufbringen, «wenn wir die drei Punkte mitnehmen.»

    Neid und ihr Trainerteam versuchten in den vergangenen Tagen in Einzelgesprächen und lockeren Trainingseinheiten, dem Team Spaß und Lockerheit zu vermitteln. Die zuletzt vermisste Freude will auch Bajramaj mit ihrem Premierenauftritt in der WM-Startelf zurückgewinnen. «Man möchte bei so einem Turnier so viel spielen wie möglich und die schöne Zeit genießen. Natürlich will man gerne von Anfang an spielen», sagte die 23-Jährige, die laut Co-Trainerin Ulrike Ballweg «Schritt für Schritt die alte Lira» wird.

    Neben den Verletzungen spielen ebenfalls die Verwarnungen von Innenverteidigerin Annike Krahn sowie den defensiven Mittelfeldspielerinnen Kim Kulig und Simone Laudehr eine Rolle in Neids Aufstellungsrätsel. «Natürlich beeinflusst auch das meine Überlegungen», sagte die Trainerin. Das Trio wäre bei einer weiteren Gelben Karte für das Viertelfinale gesperrt. «Das ist keine schöne Ausgangsposition», meinte Neid.

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