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    DüsseldorfDietrich: «Wünsche Birgit einen würdigen Abschied»

    Siegfried Dietrich vom Bundesligisten 1. FFC Frankfurt ist der bekannteste Frauenfußball-Manager in Deutschland. Er führte den hessischen Club bis in die europäische Spitze und berät mit seiner Firma «SIDI-Sportmanagement» auch zahlreiche Nationalspielerinnen, darunter Kim Kulig und Birgit Prinz.

    FFC-Manager
    Siegfried Dietrich berät mit seiner Firma auch einige der deutschen Nationalspielerinnen.
    Foto: DPA

    Dietrich spricht im Interview der Nachrichtenagentur dpa über die Situation der in die Kritik geratenen DFB-Spielführerin, aktuelle Entwicklungen bei der WM, die Vermarktungschancen der neuen Spielerinnen-Generation und die Kritik von Potsdams Trainer Bernd Schröder.

    Birgit Prinz will mit dem dritten WM-Titel von der internationalen Bühne abtreten. Doch nach ihrem schwachen Spiel gegen Nigeria und der frühen Auswechslung ließ sie ihrem Frust freien Lauf. Wie beurteilen Sie ihre Situation?

    Dietrich: «Gegen Nigeria hat die ganze Mannschaft nicht gut gespielt, nicht nur Birgit. Aber es ist immer alles zu stark auf sie fokussiert, weil sie seit Jahren die Ausnahmespielerin im deutschen Frauenfußball ist. Sie nun als 'alternden Star', wie es teilweise geschieht, hinzustellen, wird ihr nicht gerecht.»

    Kommt sie aus dem Tief wieder heraus?

    Dietrich: «Ich hoffe das sehr. Aber ich mache mir schon ein bisschen Sorgen. Super ist, wie ihr die Teamkolleginnen zur Seite stehen. Birgit muss sich nun auch der Kritik angemessen stellen und sich weiterhin so mannschaftsdienlich verhalten, wie sie das bei all ihren großartigen Rekorden getan hat. Sie ist zwar sensibel, aber auch eine starke Persönlichkeit, die das realistisch sieht.»

    Befürchten Sie ein unrühmliches Ende ihrer Karriere bei der Heim-WM?

    Dietrich: «Ich wünsche ihr einen würdigen Abschied und ein schönes Karriereende. Das hat sie verdient, weil sie nicht nur für unseren Verein, sondern vor allem auch für den gesamten deutschen Frauenfußball so viel geleistet hat. Mit ihrer großen Erfahrung kann sie der Mannschaft sicher bei der WM noch helfen.»

    Die WM ist auch ein Schaufenster. Wer hat das Potenzial zum Star?

    Dietrich: «Viele junge Spielerinnen rücken immer mehr in den Blickpunkt. Kim Kulig und Lira Bajramaj, die nächste Saison bei uns in Frankfurt spielen, oder Simone Laudehr. Nun kommen noch Alexandra Popp und Celia Okoyino da Mbabi mit ihrer erfrischenden Art hinzu. Das sind die neuen Gesichter im Frauenfußball. Früher kannten die meisten nur Birgit Prinz. Oder Ok-Chefin Steffi Jones und Nia Künzer. Nach der WM wird man sechs, acht oder zehn Spielerinnen kennen, die auch für die Werbeindustrie und die Medien sehr interessant sind. Aber im Vordergrund muss immer der sportliche Erfolg stehen.»

    Wie erleben Sie bisher die WM?

    Dietrich: «Grandios. Die Organisation ist perfekt, die Stadien sind voll, die TV-Quoten gigantisch. Und überall herrscht große Begeisterung. Die WM hat sich großartig positioniert. Und je erfolgreicher sie ist, desto nachhaltiger ist die Wirkung. Das ist auch positiv für die Bundesliga. Wir haben bei Spitzenspielen schon jetzt 2000 bis 4000 Zuschauer. Künftig werden sicher noch 2000 mehr kommen. Aber die Vereine sind auch gefordert, professionellere Strukturen und Rahmenbedingungen zu schaffen. In den nächsten fünf bis zehn Jahren werden wir die Bundesliga, gemeinsam mit dem DFB, auf sehr gutem sportlichen und wirtschaftlichen Niveau etablieren.»

    Können Spielerinnen ähnlich wie die Männer bei ihrer WM ihren Marktwert erhöhen?

    Dietrich: «Ganz sicher. Der Bekanntheitsgrad steigt. Ich glaube, wir sind an einem Punkt wie die Männer in den 60er und 70er Jahren, die Typen hervorgebracht haben, die heute noch eine Rolle spielen.»

    Turbine Potsdams Trainer Bernd Schröder hat Sie oft für ihre angeblich aggressive Transferpolitik kritisiert. Lira Bajramaj warf er unter anderem vor, dass ihr vor lauter Werbeterminen die Konzentration auf den Fußball verloren gegangen sei und sie hier nicht richtig integriert sei. Wie ist Ihre Meinung?

    Dietrich: «Teilweise geht seine Kritik unter die Gürtellinie. Das ist schlechter Stil. Auf dieses Niveau begebe ich mich nicht. Vielleicht merkt er, dass der Frauenfußball inzwischen in eine andere Richtung geht und er links und rechts überholt wird.»

    Wie meinen Sie das?

    Dietrich: «Er hat mit Potsdam in den vergangenen Jahren ähnlich viele Spielerinnen geholt wie wir in Frankfurt. Er scheint jetzt auch die Philosophie zu haben, die er früher immer kritisiert hat. Lira Bajramaj hat er ja schließlich nicht mit der Flasche groß gezogen, sondern auch als schon etablierte Spielerin aus Duisburg geholt. Lira, Kim, Celia und Simone waren im Januar in Kapstadt zu Werbeaufnahmen, hatten viel Spaß. Das war mehr Erholung als Anstrengung und hat die Vorbereitung keineswegs gestört. Das Problem ist eher die unqualifizierte Kritik an solchen Aktionen. Aber ich habe auch großen Respekt vor Herrn Schröder. Er hat wahnsinnige Verdienste. Deshalb will ich kein Öl ins Feuer gießen.»

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