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    Werner auf Schalke: Schwalbe ist noch nicht vergessen

    Timo Werner ist ein Top-Stürmer. Doch viele Fußball-Fans erinnern sich vor allem an seine Schwalbe gegen Schalke. Auch beim Rückspiel bei den Knappen dürfte ihm Unmut entgegenprallen. Werner interessiert das nicht. Sagt er.

    Timo Werner
    Leipzigs Timo Werner sorgte mit dieser Schwalbe im Dezember 2016 für mächtig Wirbel.
    Foto: Jan Woitas - dpa

    Leipzig (dpa). Diesen einen Fehler würde Timo Werner nur allzu gerne rückgängig machen. Seit seiner spektakulären Schwalbe im Hinspiel gegen den FC Schalke 04 muss der derzeit beste deutsche Bundesliga-Stürmer mit Anfeindungen leben.

    Selbst bei der Darts-WM im vergangenen Dezember in London war RB Leipzigs Angreifer von deutschen Fußball-Fans mit Schmähgesängen übelst beschimpft worden. „Ich würde es wirklich gern rückgängig machen. Weil es nicht richtig war“, sagte Werner vor dem Rückspiel am Sonntag (17.30 Uhr) im Interview „Dein Spiegel“.

    Er zeigt Reue. Die man ihm getrost abnehmen kann. Denn Werner ist kein Bad Boy, kein Elfmeter-Schinder, wie ihn viele seitdem sehen. Der 21-Jährige betonte immer wieder, dass es keine Absicht war. Selbst Nationalmannschaftskollege Ilkay Gündogan sah sich angesichts der teils hasserfüllten Kommentare genötigt, Werner zur Seite zu springen. „Fehler gemacht - ja. Aber langsam sollten einige 'Fans' ihren Umgang mit Timo Werner mal kritisch überdenken“, schrieb er im vergangenen Dezember auf Twitter.

    Auf das, was an Kritik und Häme auf ihn einprasselte, war Werner nach eigener Aussage nicht vorbereitet. „Das war schon schwer für mich. Dass es in dem Ausmaß kam, habe ich nicht erwartet“, gab er in der „ZDF-Sportreportage“ zu. Aber die Sache habe ihn auch abgehärtet. Zudem habe er genug Leute um sich, die sehen, was für ein Typ er wirklich sei. „Dass ich kein schlechter Mensch bin, nur weil mir so eine Situation unterlaufen ist.“

    Mit 16 Saisontoren ist Werner der beste deutsche Stürmer in der Bundesliga. Trotzdem erwartet ihn am Sonntag wohl ein Spießrutenlauf, bei jedem seiner Ballkontakte ein gellendes Pfeifkonzert. Die Schwalbe, der von ihm verwandelte Elfmeter - der den 2:1-Sieg gegen die Knappen einläutete - und sein Verhalten danach machten den damals erst 20-Jährigen über Nacht zum Buhmann der Fußball-Nation.

    Selbst bei seinem Nationalelf-Debüt in Dortmund gab es unüberhörbar Pfiffe für den Schwaben. Geht er jetzt zu Boden, selbst bei einem richtigen Foul, wird ihm das von Fans in vielen Stadien negativ ausgelegt und oft mit Pfiffen quittiert. „Am ehesten Grund, sich über mich aufzuregen, haben noch die Schalke-Fans. Da verstehe ich den Ärger auch ein bisschen“, sagte Werner. Die Pfiffe blende er wie alles andere aus: „Es stört mich nicht.“

    Das glaubt auch RB-Trainer Ralph Hasenhüttl, der monierte, dass danach keine Schwalbe oder keine andere absichtliche Aktion auch nur annähernd so diskutiert wurde wie Werners Fehler. „Wir stellen uns der Herausforderung und ich bin fest davon überzeugt, dass wir einen Timo Werner in Top-Form sehen“, sagte der Österreicher. Für Hasenhüttl war die Entwicklung Werners nach dem Hinspiel entscheidend. „Er ist reifer geworden und bekommt jetzt im Rückspiel die Chance zu zeigen, dass er sportlich schwer zu stoppen ist.“ Ein spezielles Einstellen Werners auf die zu erwartende feindselige Atmosphäre werde es nicht geben und brauche es auch nicht.

    Auch RB-Sportdirektor Ralf Rangnick glaubt, dass sein Top-Torjäger mental fit ist. „Wenn er so wie gegen Freiburg spielt, dann hat er auch auf Schalke die Möglichkeit, Zählbares zu erreichen“, sagte der 58-Jährige. Mit Werner braucht der Rekord-Aufsteiger aus den letzten fünf Saisonspielen noch sechs Punkte, um sich direkt für die Champions League zu qualifizieren. Werner hat keine Zweifel, dass er und seine Teamkollegen das schaffen. Pfiffe hin oder her.

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