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    Schaaf vor Bremen-Rückkehr: «Ich freue mich darauf»

    Frankfurt/Main/Bremen (dpa) - Was ihn am Samstag bei seiner Rückkehr nach Bremen erwartet, hat Thomas Schaaf schon seit einem Jahr genau vor Augen. Damals trat Werders Meistermannschaft von 2004 noch einmal gemeinsam in der Halbzeit eines Bundesliga-Spiels auf.

    «Heimspiel»
    Frankfurts Trainer Thomas Schaaf freut sich, seine ehemalige Wirkungsstätte in Bremen wiederzusehen.
    Foto: Bernd Thissen - dpa

    42 000 Zuschauer im Weserstadion freuten sich über alte Helden wie Ailton und Johan Micoud, aber sie feierten dabei einen noch viel mehr als alle anderen zusammen: Das war Schaaf, der Trainer jenes Double-Teams, der Werder Bremen mehr als 41 Jahre lang als Jugendspieler, Fußball-Profi, Nachwuchs- und Chefcoach gedient hatte.

    An diesem Samstag muss Schaaf zum ersten Mal in die Gästekabine des Weserstadions. Als Trainer von Eintracht Frankfurt betritt er sein altes «Wohnzimmer» als Gegner. «Ich komme an einen Ort zurück, mit dem ich viele schöne Erlebnisse verbinde», sagte er am Donnerstag, seinem 54. Geburtstag. «Aber meine Gefühlswelt spielt nicht verrückt. Ich freue mich auf die Rückkehr und freue mich darauf, viele Leute wiederzusehen. Aber es geht nicht darum, irgendeine Tour zu machen und jedem Hallo zu sagen. Es geht darum, mit der Eintracht erfolgreich zu sein.»

    Schaaf ist mit Werder als Spieler und Trainer deutscher Meister geworden. Er hat den Verein zu drei Pokalsiegen und sechs Champions-League-Teilnahmen gecoacht, aber seine Popularität in Bremen verdankt er auch Äußerungen wie am Donnerstag. Da steht jemand im Trainingsanzug oder Kapuzenpulli und dimmt alles Grelle und Überhitzte an dieser Branche auf ein paar trockene Sätze herunter. Man hat sich in Bremen immer gern als bodenständigen und sozialromantischen Gegenentwurf zum FC Bayern gesehen - und niemand verkörperte das besser als Schaaf. «Der Geist von Thomas Schaaf ist hier noch bei vielen vorhanden», sagte Werders Geschäftsführer Klaus Filbry dem «Kicker». Er sei immer noch «Teil unserer DNA».

    Und in Frankfurt? Dort wirkt der knorrige Fußball-Lehrer erst seit rund zehn Monaten. Und was er dort bislang erreicht hat oder eben auch nicht, wird sehr kontrovers diskutiert. Es gibt die eine, von Schaaf selbst und Clubchef Heribert Bruchhagen angeführte Fraktion, die stets betont: Wir stecken mitten in einem Umbruch. Wir wollten ein paar junge Spieler heranführen und bloß nie in Abstiegsgefahr geraten. «Das haben wir erreicht», meint Schaaf.

    Aber es gibt auch Kritiker, die aufzählen: Unter Schaaf spielt die Eintracht viel zu wechselhaft und noch immer ohne erkennbare Struktur. Sie hat so viele Punkte verschenkt, dass ihre Saison jetzt praktisch schon gelaufen ist. Und vor allem: Der erfahrene und zweifellos sehr fleißige Trainer hat auch dieser Mannschaft noch nicht vermitteln können, wie man vernünftig verteidigt. Diesen Vorwurf gab es auch schon in Bremen, aber da umgab Schaaf die Aura des Meistertrainers und des Clubheroen, die ihn gegen jede Kritik immunisierte. Ein Spieler, der sich bei der Vereinsführung oder sogar den Medien über Schaaf beklagt? In Bremen undenkbar. In Frankfurt dagegen hat er diese Aura nicht. Da reicht die Kritik teilweise bis weit in die Mannschaft und in den Verein hinein.

    Bei Werder sitzen seine früheren Spieler mittlerweile auf der Trainerbank. Viktor Skripnik nannte ihn am Donnerstag «eine riesen Legende in Bremen.» Und der frühere Nationalspieler und heutige Co-Trainer Torsten Frings ist von vielen Schaaf-Jüngern in Bremen wahrscheinlich der treueste. Es wird eine emotionale Rückkehr am Samstag. Ganz gleich, wie gelassen sich Schaaf vorher gibt.

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