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    Köln wird nach 1:0 langsam euphorisch

    Nach dem Schlusspfiff lassen sich die Kölner Fußballprofis trotz heftigen Regens minutenlang von ihren euphorischen Fans feiern. Es herrscht Karnevalsstimmung in der närrischen Hochburg - und das schon vor den Hoch-Zeiten an Altweiber und Rosenmontag.

    Der Elfmeter
    Kölns Anthony Modeste trifft per Strafstoß zum 1:0 gegen den Vfl Wolfsburg.
    Foto: Marius Becker - dpa

    Köln (dpa). Irgendwie passt alles perfekt zusammen. Das 1:0 (0:0) des 1. FC Köln gegen Wolfsburg, brachte Trainer Peter Stöger zu einer bemerkenswerten Aussage brachte: „Wir haben eine einmalige Chance.“

    Und dann noch der derzeit verletzte Marcel Risse, Torschütze des Jahres der ARD-Sportschau, lässt sich von den Fans feiern. Auf der Tribüne: Die lachende und fröhliche Kölner Fußball-Ikone Wolfgang Overath, erstmals wieder Gast unter den 49 400 Zuschauern seit seinem Rücktritt als Vereinspräsident im November 2011.

    Die haben sie. Wenn ein Fußball-Bundesligist nach 19 Spieltagen auf 32 Punkte kommt und sich inmitten der Anwärter auf die internationalen Startplätze befindet, ist das für Kölner Verhältnisse wirklich eine beglückende Möglichkeit. Die Rheinländer hatten sie letztmals für die Saison 1992/93 genutzt, als sie UEFA-Cup-Teilnehmer waren.

    Die „einmalige Chance“ machte am Samstag Anthony Modeste möglich: Der Elfmetertreffer des unwiderstehlichen Franzosen in der 81. Minute gegen den kriselnden VfL Wolfsburg war die Entscheidung. Und danach durfte Stöger erstmals offenlegen, dass es im besten Fall die entsprechende finanzielle Anerkennung geben wird.

    Doch Stöger musste sich vergewissern: „Hab' ich eine, Schmaddi?“, lautete die Frage an Manager Jörg Schmadtke. Und der Manager ließ aus dem Hintergrund hören: „Ja, die hast du.“ Stöger gab dann, für alle deutlich vernehmbar, weiter: „Ja. Hab' ich!“ Er hätte sie verdient, wenn es denn so kommen sollte.

    Seine Leistung seit dem Amtsantritt 2013: Aus einem Zweitligisten, der den zweifelhaften Ruf einer Fahrstuhlmannschaft hatte, machte er ein Team, das sich in der Weltmeisterliga etabliert hat und vor anderen, die eigentlich vor dem Geißbock-Club liegen sollten wie Leverkusen oder Mönchengladbach, aktuell die klare Nummer eins am Rhein ist.

    Da ist etwas zusammengewachsen am Kölner Geißbockheim, wo Stöger und Co. tagtäglich versuchen, besser zu werden. „Unser Teamgeist macht uns stark. Wir sind eine geschlossene Einheit.“ Das, meint jedenfalls FC-Verteidiger Dominique Heintz, ist wohl einer der Faktoren, die das Team in eine sehr gute Lage versetzt haben.

    Der erste Bundesliga-Heimerfolg gegen Wolfsburg nach 3955 Tagen lässt noch größere Hoffnungen zu, wenngleich Routinier Konstantin Rausch die Euphorie der Fans noch nicht teilen möchte: „Wir schauen einfach von Spiel zu Spiel.“ Und in diesen Spielen machen sie mehr und mehr auf sich aufmerksam, speziell im Kölner Stadion: Seit dem 0:2 gegen Leverkusen am 10. April 2016 haben sie dort nicht mehr verloren.

    Das hat hauptsächlich zwei Ursachen. Die eine heißt Modeste, der sich mit jetzt 15 Saisontreffern im illustren Kreis der Aubameyangs oder Lewandowskis befindet. Die andere heißt Defensivstärke: Nur 16 Gegentreffer nach 19 Partien sprechen eine deutliche Sprache. Und wenn es mal nicht so recht klappen will? Dann hat zumindest Offensivmann Leonardo Bittencourt das passende Rezept: „Du musst vorne die Lücke finden und hinten dicht halten.“

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