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    MainzHoffenheim startet schlecht wie nie

    Für Sorgen um seinen Arbeitsplatz hat Markus Gisdol keine Zeit. «Über meinen Job entscheiden andere», sagte der Trainer von 1899 Hoffenheim.

    Krise
    Markus Gisdol ist mit Hoffenheim außer Tritt geraten.
    Foto: Fredrik von Erichsen - dpa

    Das deprimierende 1:3 beim FSV Mainz 05 war ein weiterer Mosaikstein der tiefen Schaffenskrise in der Fußball-Bundesliga und weckte Zweifel an Gisdols Zukunft.

    Der Kraichgau-Club ist vom Fehlstart völlig überrascht. Sieglos nach fünf Spielen, dazu auch das Aus im DFB-Pokal, so schlecht kam 1899 noch nie in die Saison. «Die Situation ist für uns ungewohnt, wir brauchen ein Erfolgserlebnis», erklärte Gisdol.

    Dietmar Hopp erklärte jedoch sein Vertrauen zu dem Coach. «Es wird keine Trainerdiskussion geben», sagte der Hauptgesellschafter dem Südwestrundfunk (SWR) am Sonntag. Es liege bei den Spielern nicht an der körperlichen Verfassung: «Kondition haben sie genug, das ist nicht das Problem. Das ist in den Köpfen, das muss man frei kriegen.»

    Gisdol ist nun gefragt als Seelenklempner für sein verunsichertes Personal. Die englische Woche lässt aber wenig Raum für intensive Gespräche. Am Mittwoch müssen die Kraichgauer gegen die erstarkte Borussia aus Dortmund ran, danach geht es zum FC Augsburg. «Das fehlende Selbstvertrauen können wir nur durch harte Arbeit wieder bekommen. Wir haben keine Zeit, Trübsal zu blasen», erklärte Gisdol.

    Verbal gehen die Hoffenheimer Leistungsträger steil in die Offensive. «Jetzt wird sich zeigen, wer Eier in der Hose hat», sagte Kapitän Pirmin Schwegler provozierend. Er sei es leid, ständig nach Erklärungen zu suchen. «Das ist extrem schwierig», sagte der Schweizer. «Das ist eben so, wenn man mit dem Rücken zur Wand stand. Das ist eine totale Kopfsache bei uns. Jeder will und ist heiß, aber dann geht es auf den Platz - und da geht dann nichts», bekannte Nationalspieler Kevin Volland.

    Gisdol ist es bisher nicht gelungen, nach dem gravierenden Umbruch mit dem Abgang des Brasilianers Roberto Firmino an der Spitze eine neue Mannschaft zu formen. Die Neuen - allen voran der in Mainz zunächst auf die Bank verbannte Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi - sind noch nicht angekommen im Kraichgau. «Einige haben Nachholbedarf», gestand Gisdol ein.

    «In der zweiten Halbzeit sind wir eingebrochen», bemängelte Schwegler. Die frühe Führung durch Jonathan Schmid (13. Minute) half den Hoffenheimern nicht auf die Sprünge, weil der Ausgleich durch den überragenden Yunus Malli zu schnell fiel (18.). Die Malli-Show nach dem Wechsel ließ 1899 förmlich zerbrechen. Der Deutsch-Türke besiegte Hoffenheim mit zwei weiteren Treffern (61., 68.) fast im Alleingang. Für Kevin Volland war der Auftritt vom Mainzer Zehner sinnbildlich. «Der nimmt sich das Ding und haut ihn rein - das ist der Unterschied», meinte der Nationalspieler.

    Den Mainzern dagegen beschert der dritte Saisonsieg ein gutes Polster vor den Aufgaben in der englischen Woche bei Bayer Leverkusen und gegen Rekordmeister Bayern München. Malli war der gefeierte Held der knapp 29 000 Zuschauer, darunter Ex-Trainer Jürgen Klopp. Der 23-Jährige, der unter der Woche standesamtlich heiratete, konnte seinen neu entdeckten Torhunger selbst kaum erklären. «Ich weiß auch nicht, warum es bei mir im Moment so gut läuft. Ich spüre hier im Verein sehr viel Vertrauen und Rückendeckung», sagte Malli und schnappte sich nach der Partie mit dem Segen des Schiedsrichters den Spielball als Souvenir.

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