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    PragGuardiola «heiß» auf Mourinho - Supercup fehlt FCB noch

    Wiedersehen macht Freude - oder auch nicht. Pep Guardiola hätte sich für sein erstes Spiel mit dem FC Bayern im europaweiten Rampenlicht wohl kaum seinen Intimfeind José Mourinho als Gegner ausgesucht.

    Rivalen
    Pep Guardiola und Jose Mourinho messen sich mit neuen Vereinen.
    Foto: Ballesteros - DPA

    Aber so ist im Supercup-Finale zwischen dem Champions-League-Sieger und dem Europa-League-Champion FC Chelsea am Freitag nicht nur auf dem Rasen für Brisanz gesorgt, sondern besonders auch am Spielfeldrand. «Es geht ums Prestige. Unser Trainer wird ziemlich heiß sein», erklärte Präsident Uli Hoeneß auf der Hinreise ins sonnige Prag.

    Die kniffligste Personalentscheidung will Guardiola erst am Spieltag treffen. «Es geht Bastian besser. Ich hoffe, dass er spielen kann. Er ist ein wichtiger Spieler für uns», sagte der Coach über Mittelfeldchef Schweinsteiger, der sich beim 1:1-Warnschuss in der Bundesliga gegen den SC Freiburg am rechten Fuß verletzt hatte. Am Abschlusstraining im Eden-Stadion nahm der 29-Jährige teil. Philipp Lahm wäre wohl die erste Alternative auf der Position vor der Abwehr. «Ich habe kein Problem damit, im Mittelfeld aufzulaufen», sagte er.

    Die Fehde, die Guardiola aus seiner Zeit beim FC Barcelona mit seinem damaligen Real-Madrid-Gegenspieler Mourinho verbindet, will der Bayern-Coach selbst nicht ins Zentrum des Abends rücken. «Wenn der Schiedsrichter anpfeift, geht es um die Spieler auf dem Platz. Es spielen zwei große Vereine gegeneinander, Bayern und Chelsea, das ist das wichtigste», betonte der Spanier. Dass ihm ein Erfolg gerade gegen Mourinho besonders wichtig ist, hatte Guardiola schon mit der Schonung von Stars wie Ribéry oder Robben in Freiburg demonstriert.

    Elfmal standen sich die Trainer-Rivalen bei Partien von Barça gegen Real in Spanien gegenüber, 5:2 hieß es nach Siegen für Guardiola. «Statistik ist Vergangenheit», wiegelte Guardiola ab. Mourinho sei ein Meister des Konterspiels. «Chelsea hat einen super Trainer - und Bayern auch», urteilte der Katalane: «Ich werde versuchen, das Finale zu gewinnen. Und er auch.»

    Guardiola hat den Supercup mit Barça zweimal gewonnen. Jetzt möchte ihn auch der FC Bayern als erster deutscher Verein erobern. «Der Supercup ist uns wichtig. Ich habe ihn selber zwei Mal mit Bayern verloren», erinnerte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge an die Endspiele 1975 gegen Dynamo Kiew und 1976 gegen RSC Anderlecht. 2001 unterlagen Kahn und Co. dem FC Liverpool 2:3. «Es ist unsere Aufgabe, den Pokal endlich nach München zu holen», verkündete Kapitän Lahm entschlossen bei der Pressekonferenz in Prag.

    Gerade gegen Chelsea. «Wir haben 2012 überflüssigerweise das Finale dahoam nicht gewonnen», erinnerte Rummenigge an das bittere Elfmeterdrama mit dem Pfostentreffer von Schweinsteiger. «Man kann sagen, da ist noch eine Rechnung offen», sagte Thomas Müller, dessen Kopfballtor im Endspiel 2012 nicht zum Triumph gereicht hatte.

    Nicht nur die Trainer sind allerdings bei der Neuauflage Bayern gegen Chelsea neu, auch auf etliche Spieler trifft das zu. Auch den den ehemaligen Leverkusener André Schürrle aufseiten der «Blues». «Ich freue mich riesig aufs Spiel. Es geht um einen Titel - und den wollen wir holen», sagte der 25-malige Nationalspieler in Prag.

    Die Vorgeschichten um das Endspiel 2012 und die beiden Trainer verleihen dem Spiel Würze. Ansonsten ist der Supercup kein Wettbewerb, der Priorität im internationalen Vereinsfußball genießt. Mourinho sprach von einem wertvollen Test wenige Wochen vor dem Start der Champions League. Und gestichelt gegen Erzfeind Guardiola hatte der Portugiese im Vorfeld auch: Unter Jupp Heynckes seien die Bayern «das beste Team Europas» gewesen. Nun hätten sie einen neuen Trainer, «und ich bin nicht mehr sicher, ob sie immer noch so gut sind».

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