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    Bayer Leverkusen strauchelt nach Calhanoglu-Fall

    Unter dem Eindruck der Sperre für Calhanoglu liefert Leverkusen beim HSV zu wenig ab. Team und Verantwortliche sind geknickt. Die Lähmung müssen sie schnell abschütteln, sonst könnte es auch für Trainer Schmidt ungemütlich werden. Ein Calhanoglu-Gipfel ist Montag geplant.

    Redebedarf
    Leverkusens Geschäftsführer Michael Schade kündigte zu der Sperre von Hakan Calhanoglu Gespräche an.
    Foto: Jonas Güttler - dpa

    Hamburg (dpa). Der Fall Hakan Calhanoglu wird Bayer Leverkusen noch eine Weile zu schaffen machen. Der strauchelnde Fußball-Bundesligist will bereits am 6. Februar in einer Art Krisengipfel erörtern, wie er mit der unliebsamen Situation weiter umgeht.

    „Es gilt viele Fragen zu klären“, kündigte Bayer-Geschäftsführer Michael Schade Redebedarf in der „Bild am Sonntag“ an. Auch die Club-Juristen sollen an den Gesprächen beteiligt sein. „Was ist etwa mit dem Training, mit seinem Gehalt? Darüber werden wir mit allen Beteiligten sprechen“, sagte Schade.

    Ungeachtet des Schocks über die viermonatige Sperre des Deutsch-Türken muss Trainer Roger Schmidt die verunsicherte Mannschaft schnell wieder auf Kurs bringen. Sonst sind sämtliche Saisonziele des mit hohen Erwartungen gestarteten Champions-League-Achtelfinalisten in Gefahr. „Das war ein Rückschritt, wir können uns erst Ziele setzen, wenn wir ein Spiel gewinnen“, betonte Sportdirektor Rudi Völler nach dem unansehnlichen 0:1 (0:0) beim Hamburger SV.

    Nach zwei Niederlagen muss sich Bayer in den kommenden Partien gegen Eintracht Frankfurt und beim FC Augsburg wieder fangen. Vielleicht ist es ganz gut, dass die Werkself nach dem frühen Aus im DFB-Pokal in dieser Woche nicht mehr gefordert ist. Und in den Achtefinal-Duellen der Champions League mit Atlético Madrid droht zudem ein baldiges Ende auf internationalem Parkett.

    So wie das Werksteam nach der 2:0-Führung in der Vorwoche gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:3 eingebrochen war, so ängstlich machten sie im Volkspark weiter. Nur eine echte Chance durch den Lattentreffer von Stefan Kießling (85. Minute) kreierten sie. „Wir dürfen nicht weiter die Köpfe hängenlassen, sonst rutschen wir noch mehr ab“, merkte Kevin Kampl an. „Die Sperre von Hakan nimmt uns alle sehr mit“, betonte der Mittelfeldspieler. „Nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben. Er ist ein total positiver Typ und steht auch mir am nächsten. Ich trug heute sein Trikot unter meinem. Das hätte ich gezeigt, wenn ich ein Tor geschossen hätte.“

    Als bekannt wurde, dass der Internationale Sportgerichtshof CAS die FIFA-Sperre bestätigt, musste Calhanoglu am Donnerstag auf der Fahrt Richtung Hamburg aus dem Mannschaftsbus ins Taxi umsteigen. „Hakan ist in einer super Form, natürlich fehlt er uns“, klagte Schmidt. „Das ist alles sehr ungerecht, nicht angemessen, aber damit müssen wir klarkommen.“

    Spielerisch fehlte der ehemalige HSV-Profi und Freistoßkünstler gegen seinen früheren Club an allen Ecken und Enden. Bayer war uninspiriert und zweikampfschwach. „Wir haben viele einfache Fehler gemacht und hatten eine gewisse Nervosität“, konstatierte Schmidt, der sein Team in dieser besonderen Lage aber auch nicht zu kritisch sein wollte.

    Ausgerechnet der von Leverkusen ausgeliehene Kyriakos Papadopoulos sorgte per Kopf in der 76. Minute für die Entscheidung zugunsten der abstiegsgefährdeten Hanseaten. „Das ist eine große Qualität von Papa, das wissen wir. Papa ist gut in der Luft“, lobte Bayers Sportchef Rudi Völler, der den griechischen Innenverteidiger vom Sommer an wieder in seinem Team hat.

    Mit 24 Zählern liegt Bayer weit hinter den Erwartungen zurück. Gut möglich, dass auch der ohnehin umstrittene Coach bei weiteren Misserfolgen weiter infrage gestellt wird. „Wenn du die Spiele nicht gewinnst, wird enormer Druck erzeugt“, meinte Völler. Gleichwohl hofft Kießling noch auf die Wende zum Guten. „Da kommt man auch wieder raus. Ich hoffe, dass man da wieder herausfindet.“

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