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  • Ruhe bewahrenAugsburger Rettungsrechnung ohne „Panik“

    Nach dem verpassten Heimsieg gegen Freiburg stellt sich der FC Augsburg auf einen Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag ein. Der Trainer wagt eine Hochrechnung: Schon 38 Punkte sollen reichen.

    Keine Panik!
    Augsburgs Trainer Manuel Baum ist nach dem Remis gegen Freiburg um Gelassenheit bemüht. Ein Punkt ist ein Punkt.
    Foto: Stefan Puchner - dpa

    Augsburg (dpa). Im Abstiegskampf sind gute Nerven gefragt. Darum waren beim FC Augsburg nach dem verpassten Heimsieg im Kampf-und-Krampf-Spiel gegen den SC Freiburg alle demonstrativ darum bemüht, jeden Anflug von Panik vor dem Horror-Szenario der drohenden Relegationsspiele zu vermeiden.

    „Es ist nicht ungewöhnlich für uns, dass wir bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen“, verkündete Manager Stefan Reuter, der im Umfeld des Fußball-Bundesligisten „fast schon Hysterie“ ausgemacht hatte.

    Manuel Baum ordnete die sich zuspitzende Situation ebenfalls als Normalität ein. „Man geht als FC Augsburg in die Saison mit dem Ziel Klassenerhalt“, sagte der Trainer. Die Leistung seiner Mannschaft eine Woche nach dem desaströsen 0:3 beim FC Schalke 04 stimmte Baum optimistisch. „Wir haben gezeigt, dass wir in die Liga gehören.“

    Der ehemalige Realschullehrer stellte auch eine Rettungsrechnung auf. „Wenn wir in jedem Spiel einen Punkt holen, dann denke ich, dass es reicht“, so Baum. 38 Zähler sollen demnach reichen. „Wir werden weiterhin nicht in Panik verfallen, versicherte Torwart Marwin Hitz. Der erste Gegner nach der Länderspielpause heißt Bayern München!

    Im Abstiegskampf ist neben guten Nerven aber auch Qualität gefragt. Und die ließ der FCA bis auf den Kopfball von Konstantinos Stafylidis zum 1:1-Ausgleich beim Toreschießen einmal mehr vermissen. 0,96 Tore pro Spiel sind eine mangelhafte Quote. Jeffrey Gouweleeuw traf die Latte. Martin Hinteregger vergab gleich „zwei Riesenbretter“, wie Baum anmerkte. Und Moritz Leitner vergab in der 80. Minute bei einem Kopfball die finale Großchance für ein Augsburger Siegtor.

    „Wir waren dem Sieg näher“, urteilte Hitz. Der Torwart hatte Glück, dass er bei seinem Foul an Mike Frantz, das zum Elfmetertor von Florian Niederlechner führte, nur die Gelbe statt der Roten Karte sah. „1:0 und ein Mann mehr, das hätte uns geholfen“, bewertete Niederlechner die Schlüsselszene nach einer halben Stunde.

    Auch die Augsburger haderten mit Schiedsrichter Sascha Stegemann wegen eines nicht gegebenen Strafstoßes, als dem Freiburger Lukas Höfler der Ball im Strafraum an den Hand prallte. „Ich bin langsam gelangweilt von den Handsituationen“, bemerkte Baum. Er lobte die Moral seines Teams, das besondere „Nehmerqualitäten“ beweise. Zum achten Mal in der Saison punktete der FCA nach einem Rückstand, das ist Bundesliga-Bestwert. 16 der 29 Zähler wurden so erkämpft.

    Die Situation im Ligakeller spitzt sich trotzdem zu. Bremen und Wolfsburg zogen mit dem FCA gleich, der Hamburger SV (27) auf dem Relegationsplatz ist ganz nah. „Es ist ein bisschen wild unten“, meinte Hitz. Reuter peilt weiterhin die direkte Rettung an: „Unser Ziel ist es, drei Mannschaften hinter uns zu lassen.“ Der größte Trumpf des FCA ist aus seiner Sicht „die Geschlossenheit bei uns“.

    Das „Kampfspiel“ (Niederlechner) hinterließ auf beiden Seiten Spuren. Augsburg beklagte gleich drei verletzte Akteure (Gouweleeuw, Danso, Moravek), Freiburg einen (Höfler). Der robuste SC-Profi Frantz sprach von einem „Spiel an der Grenze mit vielen blauen Flecken“.

    Trainer Christian Streich vermisste fußballerische Elemente. „Das Unentschieden war das Maximum“, resümierte er. Der Aufsteiger hat weiter gute Aussichten auf einen internationalen Startplatz. Aber Streich äußerte sich am Samstagabend im ZDF-Sportstudio skeptisch, ob „das Abenteuer Europa“ tatsächlich gut für den Sportclub wäre.

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