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    MelbourneSchumacher reißt Mercedes mit - Vettel gewarnt

    Rekordmann gegen Rekordjäger, Altmeister contra Weltmeister: Wild entschlossen hat Michael Schumacher sein Mercedes-Team rechtzeitig zum Formel-1-Saisonstart zum ernsthaften Herausforderer für Champion Sebastian Vettel getrimmt.

    Motivator
    Michael Schumacher weiß das Team anzuspornen.
    Foto: DPA

    Er verspüre «die volle Motivations-Dröhnung» bei Schumacher, sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug der Nachrichtenagentur dpa. Nach einem Comeback-Jahr voller Enttäuschungen brennt der 42-Jährige auf Wiedergutmachung. «Ich kann es kaum erwarten, nach Melbourne zu gehen und dort das wahre Bild zu sehen», verriet Schumacher vor dem Auftaktrennen am Sonntag in Australien.

    Ein mögliches deutsches Titelduell bringt auch Branchen-Experten ins Schwärmen. «Wenn sich mal - im deutschen Idealfall - Schumacher und Vettel um den Formel-1-Sieg balgen, wird es sicher einen enormen Aufschwung geben», sagte Sponsorenberater Marcel Cordes, Vorstand bei Sport+Markt, der dpa mit Blick auf die Vermarktungschancen.

    Vettel hätte zwar nichts dagegen und gönnt seinem Kindheitsidol launig den zweiten Platz in der WM, doch noch stehen Fragezeichen hinter der tatsächlichen Stärke von Schumachers neuem Silberpfeil. «Ich habe ein gutes Gefühl. Das Team hat über den Winter sehr hart gearbeitet», erklärte der siebenmalige Titelgewinner - und die Konkurrenz dürfte spätestens nach seiner Jahresbestzeit bei den Abschlusstests in Barcelona die Warnung verstanden haben.

    «Sie sahen sehr konkurrenzfähig aus», urteilte Rivale Vettel, der mit dem erneut starken Red Bull aus der Favoritenrolle in die Saison startet. «Wir wollen und werden uns gegenüber unserem Premierenjahr 2010 Schritt für Schritt steigern und hoffentlich bereits beim Saisonauftakt damit beginnen», lautet Haugs Zielvorgabe fürs Mercedes-Team.

    Wie einst zu seiner Ferrari-Zeit, in der er von 2000 bis 2004 fünfmal in Serie den Titel einheimste, könnte auch diesmal Schumacher der entscheidende Aufbauhelfer sein. «Michael ist ein stets sprudelnder Quell und reißt mit seiner begeisterten und begeisternden Arbeitskultur alle mit», sagte Haug. Kein Wunder, denn WM-Platz neun und die empfindliche Niederlage im internen Duell mit Stallkollege Nico Rosberg dürften den Ehrgeiz des siebenmaligen Champions (noch) mehr angestachelt haben.

    «Ich habe meine Entscheidung, zurückzukommen, nie bereut», beteuerte Schumacher kurz vor der Abreise nach Melbourne erneut. Nach einem harten Lehrjahr bei Mercedes sei er nun in einer viel besseren Position. «Ich weiß viel besser, auf welchen Gebieten ich arbeiten muss. Ich bin viel vertrauter mit dem Team», befand der 91-fache Grand-Prix-Gewinner.

    Eine große Zugnummer für die Formel 1 und ihre Vermarktung ist Schumacher ohnehin immer noch - auch im Vergleich zu seinem deutschen Nachfolger. «Was man auch immer als Gradmesser heranzieht, seien es die sportlichen Erfolge oder das Charisma, da spielt ein Sebastian Vettel noch nicht in der Liga von Michael Schumacher. Auch bei den Vermarktungserlösen und der Vermarktbarkeit ist er da sicher noch lange nicht angekommen», urteilte Sponsoring-Fachmann Cordes.

    Auf der Strecke allerdings hieß der Regent zuletzt Vettel - und dem wird selbst Kumpel Schumacher nichts schenken. «Es ist angenehm, den Titel zu haben, aber das wird mir in dieser Saison in keinem Rennen helfen», prophezeite Vettel.

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