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Karten zu teuer: BVB-Fans wollen Revierderby boykottieren

Dortmund/Gelsenkirchen - Es muss schon gute Gründe geben, dass sich Fans aus Dortmund das Spiel bei den Schalkern entgehen lassen. Jetzt ist es soweit - die Preispolitik treibt Anhänger in einen Boykott.

Dortmunder Fans beim Auswärtsspiel: Zu den Klagen von Fanorganisationen über Repressalien, nun erden Dortmunder Fans auch wegen der Preispolitik aktiv: Sie rufen zum Boykott des Ruhrderbys auf. Foto: dpa

«Für das Derby wurden die Tickets drastisch erhöht. Wir sehen darin einen Versuch, höhere Ticketpreise zu etablieren und setzen uns dagegen zur Wehr», heißt es in einem Schreiben von mehreren BVB-Fan-Organisationen.

Der Boykott der Partie am 19. September auf Gelsenkirchen sei keine einmalige Maßnahme, sondern der "Auftakt weiterer zukünftiger Aktionen unter dem Motto: Kein Zwanni für nen Steher". "Es geht hier ausdrücklich nicht um eine Aktion gegen Gelsenkirchen", erklärten die Initiatoren der Aktion.

Langfristiges Ziel seien faire Eintrittspreise für alle Fans in allen Stadion.

Für Anhänger, die das Spiel boykottieren, wollen sie die Möglichkeit schaffen, das Spiel gemeinsam per Public Viewing zu sehen.

Die Borussia hat sich nach Angaben der Fans aufgeschlossen gezeigt, bereits verkaufte Tickets zurückzunehmen und die Kosten zu erstatten. Die Initiatoren des Boykotts hoffen, dass dem Verein diese Karten fürs Derby nicht von anderen Stadiongängern aus der Hand gerissen werden. Die Fans appellieren an die eigenen Reihen: "Wir bitten Euch, Euch genau zu überlegen, ob Ihr diese (Preis-)Entwicklung unterstützen oder sie stoppen wollt." In Foren der Schwarz-Gelben gibt es aber auch bereits Befürchtungen, dass die Fankurve so voll sei wie immer - nur die Unterstützung für die Mannschaft deutlich dünner. Die Fanabteilung des Vereins hat sich dem Protest aber auch angeschlossen, sie wird anders als sonst keine Shuttle-Busse nach Gelsenkirchen anbieten. Außerdem will sie keine ehrenamtlich tätigen Fanordnern im Gelsenkirchener Stadion stellen.

In Schalker Foren wird einerseits gespottet, dass Dortmunder es sich ohnehin sparen könnten, nach Schalke zu fahren. Andererseits gibt es auch Verständnis und Sympathiebekundungen für den Protest. Fanverbände befürchten seit Jahren englische Verhältnisse, wo bei vielen Vereinen durch die Preispolitik die Fans in weiten Teilen ausgewechselt wurden.

Schalke-Sprecher Rolf Dittrich sagte den Ruhrnachrichten, die Preise seien nur moderat angehoben worden. Außerdem sei der Verein "Vizemeister, und wir lagen immer im unteren Drittel" bei den Preisen. Er räumte gegenüber der Zeitung allerdings ein, "die genauen Preise gerade nicht im Kopf" zu haben.

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