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    Ulm jagt Basketball-Rekord von 1970

    Ulms Bundesliga-Basketballer streben den deutschen Meistertitel an. Bislang eilen sie von Sieg zu Sieg - und haben an diesem Wochenende eine bemerkenswerte Chance. „Es geht darum, Teil der Geschichte zu sein“, sagte US-Profi Augustine Rubit.

    Per Günther
    Per Günther ist der Star im Ulmer Team.
    Foto: Marius Becker - dpa

    Neu-Ulm (dpa) - Als die Basketballer von Bayer Leverkusen ihren Rekord aufstellten, war selbst Ulms Trainer Thorsten Leibenath noch nicht geboren. In der Saison 1969/1970 feierte Leverkusen mit 25 Siegen in der Bundesliga eine Serie, die bis heute einmalig ist.

    Ab diesem Sonntag jedoch könnten die Leverkusener nicht mehr die Einzigen mit dieser Bestmarke sein: ratiopharm Ulm kann im Auswärtsspiel bei den Telekom Baskets Bonn gleichziehen. Die Zeitspanne von 47 Jahren „drückt aus, dass es nicht so leicht ist, was wir erreicht haben“, sagte der 41-jährige Leibenath der Deutschen Presse-Agentur, meinte aber: „Der Rekord wäre mir wenig bis gar nichts wert. Da wird uns auf die Schulter geklopft, aber es ist nun mal kein Titel. Es ist nichts, was man sich in die Vitrine stellt.“

    Auch Ulms Leistungsträger Per Günther geht unaufgeregt mit der Statistik um und nannte den Rekord im SWR ein „schönes Beiwerk“. Der amerikanische Flügelspieler Augustine Rubit aber erklärte: „Es geht darum, Teil der Geschichte zu sein. Es sind die Dinge, die in Erinnerung bleiben.“

    Was für Leibenath, Günther und Co. wirklich zählt, ist die Meisterschaft, ihre einzig verbliebene Chance auf einen Titel in dieser Saison. Aus dem Eurocup verabschiedete sich der Bundesliga-Spitzenreiter in der Zwischenrunde vor gut einem Monat. Im nationalen Titelrennen soll es nun einen Schritt weitergehen als im vergangenen Jahr, als sich die Ulmer im Playoff-Finale Bamberg geschlagen geben mussten.

    Dabei hat die Serie für die Ulmer ihr Gutes. Nicht nur, weil sie momentan mit der Tabellenführung die beste Ausgangssituation für die Playoffs halten, sondern auch weil sie der Mannschaft an schlechteren Tagen „ein Selbstbewusstsein und die Ruhe“ verleiht, wie Leibenath sagte. Erfolgsfaktoren sind für ihn der Kader, der nach dem verlorenen Finale zum großen Teil zusammenblieb, und die Konstanz.

    24 Mal haben seine Basketballer in der Liga nacheinander nun schon gewonnen. Der Ulmer Sieg gegen Hagen, das sich inzwischen vom Spielbetrieb zurückgezogen hat, wird dabei mitberücksichtigt. Den Vereinsrekord aus der Aufstiegssaison 2005/06 mit 23 Erfolgen übertraf Ulm am vergangenen Wochenende, als sich das Team gegen den Tabellenletzten Vechta beim 75:70 schwer tat. 24 Siege in Folge in einer Saison gelangen auch ALBA Berlin 1996/97 und 2000/01.

    Leverkusen jubelte vor 47 Jahren nach 25 Siegen in Serie schon über die Meisterschaft, für Ulm ist der Weg bis dahin noch weit. Schon in den kommenden Wochen wartet ein kniffliges Programm: Am 18. März stellt sich ALBA in Ulm vor, dann folgen die komplizierten Aufgaben in Bamberg und gegen München, den beiden Hauptkonkurrenten. „Wir sollten nicht den Fehler machen, zu glauben, dass es ein Selbstläufer wird, weil wir 24 Mal gewonnen habe“, sagte Leibenath. Das gilt jetzt erst einmal am Sonntag in Bonn.

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