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Vom Mittelrhein in die Medienwelt - Wie die Rhein-Zeitung seit dem Jahr 1946 die Welt der Presse veränderte
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Koblenz und der Mittelrhein – das ist für jene, die hier Urlaub machen, eines von 878 Welterben, die von der Unesco ernannt wurden. Man verbindet diese Region mit Burgen und Schlössern, mit der Loreley und mit Wein. Wer aber hätte gewusst, dass in Koblenz – am Zusammenfluss von Rhein und Mosel – die Welt der Medien entscheidend mitgeprägt wurde? Wer hätte gedacht, dass am Deutschen Eck und im Schatten der mächtigen Festung Ehrenbreitstein die Zeitungsherstellung revolutioniert wurde? Wer aber am Mittelrhein lebt, begegnet täglich der Rhein-Zeitung. Wen wundert es: Schließlich ist die Rhein-Zeitung mit ihren Lokalausgaben das führende Presseorgan in der Mittelrhein-Region. Mit rund 200 000 Abonnenten ist sie zudem eine der größten deutschen Regionalzeitungen. Da jedes Exemplar von mindestens drei Personen gelesen wird, gehört die Rhein-Zeitung für rund 640 000 Menschen zur alltäglichen Lektüre.

 

Dass die einst mit etwa 52 000 Zeitungsexemplaren kleine Koblenzer Zeitung in vielen Bereichen Zeitungsgeschichte geschrieben hat, wissen nur wenige. Der Blick zurück lohnt sich also.

 

Wie alles begann: 1946 - Das erste gedruckte Exemplar der Rhein-Zeitung

Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen weite Teile des Landes (und besonders Koblenz) in Schutt und Asche. Als eine der ersten Zeitungen Deutschlands zur Stunde null durfte die Rhein-Zeitung – mit Erlaubnis der Alliierten – am 20. April 1946 erscheinen. 1954 erreicht die Rhein-Zeitung eine tägliche Auflage von 150 000 Exemplaren – und hat damit ihre Startauflage in nur acht Jahren annähernd verdreifacht.


Umzug und Expansion: 1969 – Neubau der Verlagsgebäudes auf der „grünen Wiese“
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Ende der 60er-Jahre: Es ist die Zeit, in der Politik zu einer Sache wird, bei der jedermann mitreden darf und mitreden soll. Die Ära eines Umdenkens der gesamten Gesellschaft, Demonstrationen gegen Kriege, gegen verkrustete Strukturen. Eine Zeit von Woodstock und Umbruch. Auch für die Rhein-Zeitung und für Koblenz hat eine neue Zeit begonnen. Mit dem Neubau des Verlagshauses und der Druckerei wird ein neues Gewerbe- und Industriegebiet in Koblenz maßgeblich mitgestaltet. Mit dem Umzug findet ein Umdenken – auch in den Redaktionsetagen der Zeitungswelt statt.

 

Fixierung der Rechte: 1970 – Die Rhein-Zeitung gibt sich ein Redaktionsstatut

Wiederum gehört die Rhein-Zeitung 1970 zu den ersten Presseorganen, die sich selbst ein eigenes Redaktionsstatut geben. Mit diesem Statut verpflichten sich alle Redakteure der Zeitung zur Unabhängigkeit von Partei und Staat und zur Berichterstattung frei von jeglicher Einflussnahme.

Unabhängige Berichterstattung ist die Basis für eine unabhängige politische Bildung und Informationsbeschaffung.


Bleisatz adé: 1973 - Die Fotosatz-Technik wird bei der Rhein-Zeitung eingeführt
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Völlig neue Maßstäbe in der Zeitungstechnik setzt die Rhein-Zeitung Anfang der 70er-Jahre. Fast genau ein halbes Jahrtausend lang wurden Zeitungen in aller Welt nach einem Prinzip gedruckt, das der Mainzer Johannes Gutenberg entwickelt hatte: den Druck mit beweglichen Lettern. Zeile für Zeile wurde bis dato in einer Bleilegierung gegossen und so zu einer Zeitungsseite zusammengesetzt.

1973 begann die bleilose Zeit bei der Rhein-Zeitung, und praktisch alle Zeitungen rund um den Globus übernehmen die Technik des Fotosatzes, die maßgeblich von der Rhein-Zeitung mitentwickelt wurde. Dieses neue Verfahren bedeutet durch den Wegfall des Bleisatzes eine spürbare Entlastung der Umwelt und der gesundheitlichen Belastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Zeitungstechnik.

 

Zeitung im Klassenzimmer: 1980 – Beginn der Projektes „Zeitung in der Schule“

1980 wurde das Projekt „Zeitung in der Schule“ gegründet, mit dem die Rhein-Zeitung junge Bürger zum kritischen Umgang mit den Medien motiviert. Im Jahr 2000 wird dieses Projekt durch „Klasse 2000“ fortgeführt, heute heißt es rz-Klasse.

 

Die Zeitung wird bunter: 1993 – Die Rhein-Zeitung druckt im Offsetdruckverfahren

1990 folgt die nächste Stufe der Weiterentwicklung: der Ganzseitenumbruch. Dabei erstellen die Redakteure aus ihren Text- und Fotobeiträgen jeweils komplette Zeitungsseiten. Dieser Ganzseitenumbruch führt zu einer noch höheren Aktualität im Druckbereich. Mit der Einführung des Offsetdrucks 1993 wird die Rhein-Zeitung zudem noch aktueller und farbiger. Vorbei sind in der deutschen Medienlandschaft die Zeiten, als in der Tageszeitung alles nur schwarz auf weiß zu sehen war.

 

Über die Zeitung ins Internet: 1995 – Die Rhein-Zeitung gründet einen Online-Dienst

Auf ein ganz neues technisches Level steigt die Rhein-Zeitung 1995, als sie erstmals in der deutschen Zeitungsgeschichte einen eigenen Online-Dienst mit eigenständiger Redaktion einrichtet. Bereits ein Jahr später werden alle Beiträge in einem Volltext-Archiv im Internet hinterlegt.

 

Zeitung online lesen: 2001 – Die Rhein-Zeitung präsentiert E-Paper

2001 folgt eine weitere Revolution: Die Rhein-Zeitung entwickelt mit dem E-Paper die weltweit erste 1:1-Darstellung einer Tageszeitung im Internet. Dieser Pionierleistung „made in Koblenz“ folgen andere Medien weltweit. 2004 wird ein selbst entwickeltes Modul in die Online-Ausgabe und das E-Paper integriert: der sogenannte Wikipedia- Mirror. Ein Doppelklick auf ein beliebiges Wort öffnet die Wikipedia-Enzyklopädie im Internet automatisch.

 

Produktion via Internet: 2003 – Eigenentwicklung des Redaktionssystems red.web

Noch schnellere Kommunikation und Zugriff auf Meldungen und Nachrichten zur Herstellung der Zeitung erlaubt das 2003 von der Rhein-Zeitung eingeführte internetgestützte Redaktionssystem red.web. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.red-web.com.

 

Der technische Fortschritt, den die Rhein-Zeitung in Gang gesetzt und vorangetrieben hat, lässt sie dennoch nicht die Menschen vergessen, die Not leiden. 1980 wird die Hilfsorganisation „HELFT UNS LEBEN“ gegründet. Die Rhein- Zeitung ist wiederum ein Vorreiter für eine Welle der Hilfsaktionen, die in der Folgezeit von anderen Medien ins Leben gerufen werden. Die Rhein-Zeitung zeigt auf, wie Medien ihre Stellung in der Gesellschaft nutzen können, um auf Leid aufmerksam zu machen und wachzurütteln.

 

Die Rhein-Zeitung ist weit mehr als „nur“ eine Tageszeitung und unabhängige Nachrichtenquelle. Sie ist ein Vordenker in der Medienwelt und hat die Medienlandschaft weltweit wie kaum ein anderer mitgestaltet und beeinflusst.


Twitter, WKW und Facebook: 2009 – die RZ erobert die Sozialen Netzwerke

Natürlich, die gedruckte Zeitung ist und bleibt das Herz des Mittelrhein-Verlages. Aber sein Herz schlägt auch immer stärker für das Internet. Warum? Das ist etwa im Jahresrückblick im Dezember 2009 nachzulesen. Dort heißt es: „Wer diesen Absatz mit Ruhe liest, braucht dafür vielleicht 20 Sekunden. In dieser Zeit sind in der Video-Plattform YouTube 450 neue Filme hochgeladen und 230.000 Filme angeschaut worden. Im Drittel einer Minute haben sich beim weltweit größten Sozialen Netzwerk Facebook fast 150 neue Mitglieder angemeldet, und es wurden mehr als 210 Beiträge in Blogs, also in Internettagebüchern, veröffentlicht.“

 

Vor diesem Hintergrund ist es auch für die Rhein-Zeitung und ihre Heimatausgaben unerlässlich und wertvoll, als vernetzte Tageszeitung zu arbeiten. In den Sozialen Netzwerken Wer-kennt-wen, Twitter und Facebook pflegt unsere Zeitung den regelmäßigen Dialog mit Tausenden Lesern. Es sind neue Kanäle, über die Leser noch direkter Kritik üben, Hinweise oder Anregungen geben können, die die Redaktionen aber auch zunehmend als Rechercheinstrumente nutzen. Den ersten Twitter-Account eröffnet die Zentralredaktion am 25. Januar 2009.  Ende 2010 folgen den mehr als 40 Lokal-, Zentral- und personalisierten Accounts mehr als 25.000 Menschen (www.rhein-zeitung.de/twitter.html). In WKW (www.wer-kennt-wen.de) tauschen sich 15.000 Menschen mit den Redaktionen aus, über Facebook (www.facebook.com) 1200. Ende 2009 nimmt Lars Wienand, der erste „Social-Media-Redakteur“ einer regionalen Tageszeitung in Deutschland, seine Arbeit auf.

 

Immer auf Achse, immer auf Draht: 2009 – die erste Mobile Journalistin nimmt ihre Arbeit auf

 

Unterwegs zu Hause: So lässt sich die Arbeit der Mobilen Journalisten bei der Rhein-Zeitung umschreiben. Wegweisend für ein regionales Zeitungshaus in Deutschland sind sie ab Mitte 2009 in ganz Rheinland-Pfalz unterwegs, um mit Film- und Fotokamera, Laptop und Mikrofon ausgerüstet Geschichten mitten aus dem Leben der Rheinland-Pfälzer in Wort, Bild und Ton zu präsentieren. Sie sind ganz nah dran an den Menschen, das „rzmobil“ ist ihr fahrendes Büro. Bestes Beispiel: die Serie Ortsmarken. Hier stellen Menschen unserer Region ihren Ort vor – auf ihre ganz eigene Art und damit unverwechselbar und eindrucksvoll (http://www.rhein-zeitung.de/video.html).


Das Blatt wandelt sich: 2010 – die Rhein-Zeitung erscheint in neuer Optik

13 Jahre nach der letzten großen Umgestaltung verändert die Rhein-Zeitung wieder ihr Äußeres. Die renommierte Berliner Medienagentur „KircherBurkhardt“ entwirft in enger Abstimmung mit den Machern der Zeitung die neue Optik der RZ. Nicht zuletzt sprechen aber auch die Leser ein gewichtiges Wort mit. In eigens organisierten Leserkreisen nehmen sie kein Blatt vor den Mund und teilen den Machern der RZ mit, was sie sich von ihrer Zeitung wünschen. 

 

So entsteht eine Zeitung, die moderner, aufgeräumter und wertiger ist. Am 30. Oktober ist die Geburtsstunde des neuen Blattes, das nun mit sechs statt sieben Spalten erscheint. Angebote wie ein Leseranwalt, die tägliche Seite „Freizeit-Kompass“ oder die wissenschafts- und technikorientierte Seite „Welt & Wissen“ verdeutlichen die Stärken der neuen RZ: Sie setzt noch mehr auf den Dialog, bietet mehr Service und präsentiert eigene Schwerpunkte. 

 

Die neuen Seiten von Mainz: 2010 – eine Stadtzeitung macht sich auf den Weg

 

Der 30. Oktober ist auch für die Mainzer Rhein-Zeitung (MRZ) ein besonderes Datum. Die neue MRZ setzt in bis dahin nicht gekannter Konsequenz ein innovatives Konzept um: das Lokale dominiert die Zeitung. Die großen Themen der Landeshauptstadt und der Umgebung stehen auf der Titelseite und den folgenden ersten Seiten des Blattes. Auch im Sportteil sind die Mainzer Vereine die Hauptdarsteller, bevor die Redaktion den Spitzensport aus aller Welt in den Blick nimmt. Und für den Kulturteil gilt: erst die Mainzer Szene, dann die Weltbühne. Die umfassende politische und wirtschaftliche Berichterstattung aus aller Welt bildet den Abschluss der Zeitung. Das Motto der neuen MRZ: Sie ist frech. Sie ist anders. Sie ist Mainz.


Das technische Herz der RZ: 2012 - Willkommen im neuen Druckhaus
Jetzt wird hochmodern Druck gemacht - das neue Druckzentrum des Mittelrheinverlags.

Qualität bedeutet Verpflichtung: In weniger als zwei Jahren Bauzeit hat der Mittelrhein-Verlag in Koblenz für 42 Millionen Euro ein neues Druckhaus gebaut.

Im Industriepark an der A 61 ist auf einer Fläche von 30 000 Quadratmetern ein modernes Medienzentrum entstanden, in dem der Verlag seine Muskeln spielen lässt. >> Zum Sonderdruck der RZ zur Druckhauseröffnung

Dank technischer Innovation werden hier 45 000 Zeitungen pro Stunde gedruckt. 
Die Investition des Mittelrhein-Verlages ist ein Bekenntnis zum gedruckten Wort - und ein Bekenntnis zur Region, dem nördlichen Rheinland-Pfalz, in dem die Rhein-Zeitung mit ihren Heimatausgaben erscheint.

670 000 Menschen lesen täglich die Rhein-Zeitung und das 45 Minuten lang im Durchschnitt. Für 97 Prozent der Leser ist die regionale Tageszeitung unverzichtbar. Kein Zweifel: Die Tageszeitung hat einen hohen Wert, auch bei den Anzeigenkunden, die von der Glaubwürdigkeit der Print- Informationen profitieren.

 

Die digitale Rhein-Zeitung

Nicht nur in der gedruckten Variante ist die Rhein-Zeitung eine Marke: Auch in der digitalen Welt ist der Verlag schon lange Pionier und überzeugt mit einem intelligenten Medienmix.
Das zeigt sich eindrucksvoll auch bei der Einweihung des neuen Druckhauses: Zeitgleich präsentiert das Medienhaus seine brandneue RZ-App: die digitale Rhein-Zeitung fürs iPad und iPhone.

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