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    Mirko Bernd führt auch mit 40 den FCK an

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    Er ist der älteste Feldspieler der Rheinlandliga: Karbachs Mirko Bernd wird am Mittwoch - passend zum Heimspiel gegen Mayen - 40 Jahre alt.
    Er ist der älteste Feldspieler der Rheinlandliga: Karbachs Mirko Bernd wird am Mittwoch - passend zum Heimspiel gegen Mayen - 40 Jahre alt.
    Foto: Jörg Niebergall

    Es gibt nur ganz, ganz wenige Feldspieler, die in dem Alter auf dem Niveau Fußball gespielt haben: Der letzte in der Rheinlandliga war Markus Kuhnen. Als 40- Jähriger kickte er 2010 noch im Sturm des SV Mehring, seinen 41. Geburtstag feierte Kuhnen als Trainer der Mehringer Bezirksliga-Reserve. Im Hunsrück fallen einem drei Namen ein: natürlich der Karbacher Trainer Torsten Schmidt (mittlerweile 42 Jahre), der als 39-Jähriger noch regelmäßig in der Rheinlandliga als Libero die Schuhe schnürte, diese aber im Sommer 2009 an den Nagel hing. Im Mai 2003 beendete Emmelshausens Torjäger Stephan Pohlers auch als 39-Jähriger seine Rheinlandliga-Karriere, ehe er als 40-Jähriger noch einmal als Aushilfe beim TSV kurzzeitig gebraucht wurde. Das gleiche passierte dem Argenthaler Urgestein Werner Boos: Im April 1997 rief der damalige TuS-Trainer Peter Ritter in der Personalnot nach dem 40-jährigen Boos.

    Bei dem nun 40-jährigen Mirko Bernd ist der Fall anders gelagert: Der Hausbayer ist immer noch ein wichtiger Bestandteil der Karbacher Elf. Zum Saisonstart bei Rot-Weiß Koblenz (2:2) spielte Bernd Innenverteidiger, weil Andy Felgner fehlte. Am Mittwoch kehrt Felgner zurück - und Bernd rückt wohl nach vorne auf seine Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld. "Ich spiele gerne Innenverteidiger, aber eigentlich findet das Leben im Mittelfeld statt", sagt das Geburtstagskind, das sich mit 40 "deutlich fitter" fühlt als mit 30. Dafür spult Bernd neben den drei Trainingseinheiten pro Woche noch fast täglich etliche Kilometer auf dem Heimtrainer ab.

    Vor 21 Jahren - als viele seiner heutigen Teamkollegen noch gar nicht auf der Welt waren - wurde Bernd mit der A-Jugend des 1. FC Köln deutscher Vize-Pokalsieger, im Finale unterlag der FC mit 2:3 dem FC Augsburg um den damals 17-jährigen Thomas Tuchel, der jetzt Mainz 05 in der Bundesliga coacht. Mirko Bernd spielt immer noch, seine Senioren-Karriere begann 1991 nach seiner Kölner A-Jugend-Zeit beim VfL Hamm, wo er 63 Oberligapartien bis Dezember 1994 absolvierte. In dem Winter zog es Bernd zurück in den Vorderhunsrück zu seinem Heimatklub SG Ehrbachtal, für den er bis 1997 in der damaligen Landesliga kickte. Nach einem Jahr beim TSV Emmelshausen wechselte Bernd 1998 zum TuS Argenthal. Seit 2006 spielt er in Karbach.

    Mittlerweile hat er rund 350 Verbandsliga-Spiele auf dem Buckel, verletzt war Bernd nur zweimal schwer. Ein Mittelfußbruch setzte ihn in der Saison 2010/11 fünf Monate außer Gefecht, als 21-Jähriger fehlte er wegen eines Knöchelbruchs sieben Monate. "Mirko lebt mit dem Wissen von rund 35 Jahren Fußball und kennt seinen Körper deshalb bestens", sagt Coach Torsten Schmidt über seinen Co-Trainer. "Mirko sollte diese Saison eigentlich immer mehr in die Rolle des Co-Trainers reinwachsen. Momentan ist aber nicht abzusehen, wie lange er noch spielt." Für Schmidt ist Bernd, mit dem er seit Ende der 1990er-Jahre - mit einer vierjährigen Unterbrechung - im Fußball zusammenarbeitet, immer noch unverzichtbar: "Mirko ist erste Wahl. Die Leistung zählt, nicht das Alter. Das sollte die Jungen anspornen, wenn ein 40-Jähriger ihnen noch etwas vormacht."

    Mit einem Heimsieg an Bernds Geburtstag hätte der FC einen guten Start erwischt. Gegenüber dem 2:2 bei Rot-Weiß Koblenz steht neben Andy Felgner auch Maximilian Junk wieder im Karbacher Kader. Auf der linken Außenbahn haben gegenüber der Vorsaison Tim Puttkammer und Marc Thönnes übrigens die Position getauscht. Thönnes ist nun der linke Verteidiger, Puttkammer der Linksaußen. Mit Tobias Rauch (offensives Mittelfeld), Selim Denguezli (Sturm) und Jannik Koerner (rechter Verteidiger) standen nur drei der neun Zugänge am ersten Spieltag in der Startelf.

    Gast TuS Mayen hat derweil beim 0:3 gegen Malberg einen Fehlstart hingelegt. "Wenn du zu Hause drei Gegentore bekommst, dann weißt du, wo die Probleme sind. Aber auch vorne haben wir nicht getroffen", sagt der neue Chef Achim Höllen, der in Karbach immerhin wieder mit Torjäger Stephan Schikora planen kann. Michael Bongard

    Regionalsport - Klasse 2 - Verbandsliga SW-Rheinlandliga
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