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    So gut war Lisa Lahham noch nie

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    Darf sich freuen: Lisa Lahham hat eine erstklassige Saison auf das Bundesliga-Parkett gezaubert. 
Foto: Klaus Castor
    Darf sich freuen: Lisa Lahham hat eine erstklassige Saison auf das Bundesliga-Parkett gezaubert.
    Foto: Klaus Castor

    In der zurückliegenden Hallensaison gelang der endgültige Durchbruch zur Stammkraft. Lieferte sich die 21-Jährige bisher ein heißes Duell mit der erfahrenen Sonja Thüner, ließ sie die 41-Jährige nun hinter sich. Im ersten Saisonspiel erhielt Lisa Lahham den Zuschlag von Trainer Benedikt Schmidt-Busse. Als ihre Konkurrentin später eine Bewährungschance erhalten sollte, verletzte sich Thüner. Lisa Lahham blieb also im Kasten, brillierte, und fortan gab es keinen Grund mehr für einen Wechsel. "Das Vertrauen vom Trainer zum Saisonstart hat mir sehr gutgetan", erzählte sie. Hinzu kamen auch die überzeugenden Leistungen des gesamten Teams. "Das Zusammenspiel mit meinen Vorderleuten hat klasse geklappt", fand Lisa Lahham. Doch auch an sich selbst hat die Windesheimerin, die beim Kreuznacher HC ausgebildet wurde, eine Entwicklung festgestellt: "Früher war mein Problem, dass ich zu viel nachgedacht habe. Wenn beispielsweise eine Stürmerin auf mich zugekommen ist, habe ich überlegt, machst du jetzt das oder doch lieber das. Und das ist das Schlechteste, was du machen kannst. Deshalb habe ich es auch abgestellt." Lisa Lahham vertraut nun mehr ihrem Instinkt und packt dabei energisch zu. "Alles zusammen war das sicher meine bisher beste Saison."

    Ganz bewusst klammert die 21-Jährige dabei das vergangene Wochenende aus. Als überraschender Tabellenführer der Bundesliga-Gruppe Süd hatten sich die Rüsselsheimerinnen für das Final Four um die deutsche Meisterschaft qualifiziert. Im Halbfinale ging es in Duisburg gegen den TuS Lichterfelde. "Wir haben nicht unser Potenzial ausgeschöpft, nicht die Mannschaft und auch ich nicht", sagte Lisa Lahham selbstkritisch. Dabei kassierte sie beim 3:4 zwei Siebenmeter und ein absolutes Glückstor (vom Innenpfosten prallte der Ball über die Linie). Nach Ablauf der Spielzeit hatten die Hessinnen zudem noch eine Strafecke, die die Verlängerung hätte bringen können. Doch die ging haarscharf vorbei. "Im ersten Moment war die Enttäuschung sehr groß. Wenn du im Halbfinale bist, willst du auch ins Finale. Trotzdem ist die Saison richtig gut verlaufen", resümierte die Windesheimerin. Der Karrieresprung der Lisa Lahham ist auch den Bundestrainern aufgefallen. Für die Hallen-WM im Februar in Polen steht sie im erweiterten Kader. Auch fürs Feld hat Cheftrainer Michael Behrmann sie auf der Rechnung, hat das Gespräch gesucht. "Als Feldspielerin hat man es einfacher, weil es mehr Möglichkeiten gibt", sagte die Torfrau. Trotzdem sind die Perspektiven für eine 21-Jährige nicht schlecht. Bis zu den Olympischen Spielen in London dürfte es schwer werden, am Status der drei, vier etablierten Torfrauen, die vor ihr stehen, zu kratzen. Aber danach könnte die Stunde von Lisa Lahham im Nationalkader schlagen.

    Die Konkurrenzsituation in Rüsselsheim gehört übrigens der Vergangenheit an. Sonja Thüner verlässt den RRK. "Schade, der Zweikampf mit ihr hat mich sehr motiviert und mir viel gebracht. In jedem Training an seine Grenzen gehen zu müssen, um spielen zu dürfen, das war eine gute Schule", erklärte Lisa Lahham. Doch mit noch mehr Spielpraxis in der Bundesliga dürfte sie ihrem Traum Nationalteam weiter näherkommen.

    Von unserem Redakteur

    Olaf Paare

    Regionalsport Süd - Klasse 10 - Sonstiger Sport
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