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    Frank Nicklisch läuft 246 Kilometer

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    Frank Nicklisch aus Neuwied finishte als Dritter nach 246 Kilometern durch Südschweden in der Stadt Lund.
    Frank Nicklisch aus Neuwied finishte als Dritter nach 246 Kilometern durch Südschweden in der Stadt Lund.
    Foto: frei

    Der Charakter dieses Ultralaufes liest sich bereits abenteuerlich: Der Lauf führt nonstop, weite Strecken über unbefestigte Wege, durch die freie Natur im Süden von Schweden. Die Läufer haben keine offizielle Begleitung der Organisatoren des Wettbewerbs. Sie sind Selbstversorger und müssen innerhalb eines Zeitlimits von 60 Stunden 2500 Höhenmeter bewältigen.

    An einem wolkenverhangenem Freitagmorgen steht ein kleines Häuflein von Läufern und Betreuern am Ostseestrand von Bjärred, an der Westküste Schwedens. Es wartet hier, östlich der Stadt Lund, angespannt auf den Start des "Trans Scania-Laufs". Alte Bekannte werden begrüßt und neue Bekanntschaften geschlossen. In den nächsten 60 Stunden müssen die 20 Extremsportler bis an die Ostküste Schwedens und wieder zurück nach Lund laufen. Die Strecke führt über den Skåneleden, einem Netz an Fernwanderwegen durch die Provinz Schonen (Skåne).

    "Auf ein kurzes lets go hin setzt sich die Gruppe in Bewegung und folgt dem Führungsläufer. Was für eine blöde Idee ist es, die ersten Kilometer eines 246 km-Rennens über Sand zu führen, habe ich mir auf den ersten Metern gedacht", berichtet Nicklisch rückblickend. Schon bald erreichen die Läufer dann jedoch den Radweg in Richtung Skryllegården, wo der Skåneleden beginnt. Nach gut drei Stunden hat Nicklisch bereits 30 Kilometer hinter sich gebracht. Doch langsam wird die Strecke härter, werden die Wege schmaler. Und immer öfter geht es durch hohes Gras, Brennnesseln und Brombeerranken. Dazwischen liegen häufig ausgedehnte Abschnitte mit tiefem Matsch. Die Suche nach einer halbwegs trockenen Route lässt das Tempo sinken. Auch die Steigungen nehmen zu. An jedem Anstieg geht Nicklisch konsequent.

    Kurz nach 21 Uhr erreicht er Lövestadt. In den vergangenen gut 13 Stunden hat er 98 Kilometer absolviert. Um 2 Uhr nachts legt er mit einem Begleiter in einer Hütte eine kurze Schlafpause ein. Gegen 6 Uhr geht es dann weiter. Am Wendepunkt an der Ostküste bei Kilometer 129 werden schnell ein paar Fotos gemacht. Unmittelbar geht es danach auf dem Rückweg. Der ist etwa 13 Kilometer kürzer, da das Ziel in Lund liegt und nicht an der Küste. Tatsächlich erscheint Nicklisch der zweite Streckenteil deutlich kürzer als der Hinweg. Die Strecke, die in der vorangegangenen Nacht im Dunkeln große Probleme bereitet hat, ist jetzt bei Tageslicht geradezu unspektakulär. Die Markierungen sind von weitem zu sehen, und die sumpfigen Abschnitte können großräumig umgangen werden. "Dass ich ankommen werde, steht nun für mich außer Frage", so Nicklisch. In Blentarp, nach rund 200 Kilometern, macht er eine längere Pause. Danach geht es in die zweite Nacht hinein. Nach einer weiteren Pause um 4 Uhr begibt sich Nicklisch auf das letzte Stück, immer dem Ziel seiner größten sportlichen Herausforderung näherkommend. Ein Jahr zuvor hat der Neuwieder bei der "Trans Scania" nach 167 Kilometern noch aufgeben müssen. han

    Regionalsport Mitte - Klasse 6 - Sonstiger Sport
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