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    Wenn es eng zu werden droht, hilft die Bank

    Amateure von Mainz 05 vor Regionalliga-Heimspiel gegen den SV Elversberg - Von in Not geratenen Banken, die um Hilfe betteln, hört und liest man seit geraumer Zeit immer wieder. Bei den Amateuren des FSV Mainz 05 war zuletzt das Gegenteil der Fall: Da war die Gemeinschaft in Not geraten - und die Hilfe kam von der Bank.

    Feine Serie: Sechsmal hintereinander haben die 05-Amateure (oben: Felix Müller) nicht verloren. 
Foto: Willwacher
    Feine Serie: Sechsmal hintereinander haben die 05-Amateure (oben: Felix Müller) nicht verloren.
    Foto: Willwacher - Eva Willwacher

    Beim 1:0-Sieg gegen die TuS Koblenz erzielte der eingewechselte Nico Pfrengle den Treffer nach einen Hackentrick des eingewechselten Lucas Röser. In Kassel traf der eingewechselte Röser nach Flanke des eingewechselten Tobias Schilk in der 90. Minute zum 1:1. Sieht aus, als wäre den abstiegsbedrohten Mainzern in der entscheidenden Phase eine neue Qualität erwachsen.

    Keine schlechte Voraussetzung für Samstag. Dann nämlich kommt die SV Elversberg an den Bruchweg, der Tabellenzweite, die mit 29 Punkte aus 14 Spielen auswärtsstärkste Mannschaft der Liga (Anstoß: 14 Uhr). Dass die Mainzer ihrerseits mit nur 15 Zählern zu den heimschwächsten Teams zählen, will Martin Schmidt so nicht stehenlassen. "Für die letzten Wochen gilt das nicht mehr", korrigiert der Trainer der 05-Amateure. Dass die Bilanz am Wochenende weiter aufpoliert werden könnte, dafür spricht nicht zuletzt die Mainzer Serie: Sechs Begegnungen hintereinander haben sie nicht verloren. Weil sie sich auch in engen Partien und bei Rückständen nicht aus der Ruhe haben bringen lassen, und weil Schmidts Wechsel eben inzwischen noch einmal einen Schub bringen.

    Diese Entwicklung habe mehrere Gründe, sagt der Coach. Zum einen spiele die Mannschaft inzwischen einen anderen, griffigeren Fußball als in der ersten Saisonhälfte. "Wir halten körperlich mit und sind auch mit den robusten Gegnern auf einer Höhe. Das macht es für Einwechselspieler einfacher, ins Spiel zu finden, als wenn die Mannschaft unsicher ist." Zum anderen haben dem Team die Winterzugänge Petar Sliskovic und Richard Weil sehr gutgetan. "Es steht mehr Routine auf dem Platz als vor Weihnachten. Da fühlen sich die Jungen wohler."

    Hinzu komme aber auch, dass sich sowohl die im vorigen Sommer von den Junioren nach oben gezogenen Talente als auch die von außen gekommenen Zugänge weiterentwickelt haben. Knapp elf Monate Training bei den Amateuren haben ihren Zweck nicht verfehlt, die Spieler sind körperlich stärker und damit durchsetzungsfähiger geworden. Bestes Beispiel dafür ist Stürmer Lucas Röser. "Und dann geht es auch um die Zukunft", sagt Martin Schmidt. "Im Herbst denkt man vielleicht noch, man habe es geschafft. Jetzt merken alle, dass einem nichts geschenkt wird."

    Der Gegner dürfte das auch begriffen haben. In den ersten Wochen nach der Winterpause führte die SV Elversberg die Tabelle an, obwohl sie deutlich weniger Spiele absolviert hatten als die Verfolger. Es schien ein lässiger Ritt zum Titel zu werden - doch dann schwächelten die Saarländer. Inzwischen haben sie wieder Fuß gefasst und sind zumindest wieder auf Kurs für einen der beiden Aufstiegsrundenplätze. Doch wie man mit der SVE fertigwerden kann, haben die 05-Amateure in den vergangenen Aufeinandertreffen gezeigt. Vorige Saison folgte eine Auswärts-0:0 ein 5:0-Heimsieg. Und in der Hinrunde dieser Spielzeit überraschten Schmidts Spieler in Elversberg mit einem 5:2-Triumph.

    Peter H. Eisenhuth

    Regionalsport Mainz
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