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    SchwimmenKOPIE_ID_498959/Hartes Training statt Weltcupstart

    Mainzer Staffel-Europameister fällt durchs DSV-Raster, will sich aber für die Kurzbahn-WM qualifizieren.

    Mit (v.l.) Paul Biedermann, Tim Wallburger und Clemens Rapp gewann Dimitri Colupaev im Mai EM-Gold über 4x200 Meter Freistil. Bei den Olympischen Spielen belegte das DSV-Quartett den vierten Rang - es war die beste Platzierung der deutschen Beckenschwimmer in London.
Foto: dpa
    Mit (v.l.) Paul Biedermann, Tim Wallburger und Clemens Rapp gewann Dimitri Colupaev im Mai EM-Gold über 4x200 Meter Freistil. Bei den Olympischen Spielen belegte das DSV-Quartett den vierten Rang - es war die beste Platzierung der deutschen Beckenschwimmer in London.
    Foto: dpa

    Los Angeles - Es ist nicht so, dass Dimitri Colupaev nichts mit der unerwarteten Freizeit anzufangen wüsste, die er momentan hat.

    "Nach zwei Jahren in Los Angeles komme ich jetzt endlich mal dazu, mir die Stadt und die Umgebung etwas genauer anzuschauen", sagt der Mainzer Schwimmer, der an der University of Southern California trainiert und studiert.

    Planung war auf Weltcups ausgerichtet

    Doch eigentlich hatte der 22-Jährige vor, in diesem Herbst an der Kurzbahn-Weltcupserie teilzunehmen. "Darauf war meine Planung ausgerichtet", erzählt Colupaev im Gespräch mit der MRZ. Nicht von ungefähr hatte er sich für einige Monate vom Studienbetrieb beurlauben lassen. Dass der Deutsche Schwimm-Verband ihn nicht für die Weltcups nominierte, kam für Colupaev überraschend. Immerhin war der Mann vom SSV Undine Mainz im Mai Europameister mit der deutschen 4x200-Meter-Freistilstaffel geworden, hatte mit demselben Quartett bei den Olympischen Spielen in London den vierten Platz belegt - die beste Platzierung der deutschen Beckenschwimmer -, "und meine bei der EM aufgestellte Bestzeit noch einmal um 1,1 Sekunden unterboten", erzählt er. "Das hat kein anderer deutscher Schwimmer geschafft."

    Begrenzte Mittel, wenige Startplätze

    Um die DSV-Kriterien zu erfüllen, reichte das offenbar nicht. "Man hat mir mitgeteilt, dass der Verband nur über begrenzte Mittel verfüge und deshalb nur eine begrenzte Zahl von Startplätzen wahrnehme", berichtet Colupaev. "Deshalb wurde ein Ranking erstellt, in dem ich leider nicht weit genug oben gelandet bin."

    Eine Enttäuschung sei diese Nicht-Nominierung selbstverständlich, "aber ich nehme es, wie es kommt", sagt der Athlet. Verärgert hat ihn allerdings die Informationspolitik des Verbandes. "Drei Wochen vor dem ersten Weltcup habe ich die Verantwortlichen mal angeschrieben, und erst dann habe ich erfahren, dass ich nicht starten darf."

    Training läuft nach Plan

    Statt in Dubai, Stockholm, Moskau oder am kommenden Wochenende in Berlin die ersten Kurzbahnwettkämpfe der Wintersaison zu bestreiten, beschränkt sich der Mainzer derzeit auf das intensive Training mit dem Profiteam in Los Angeles unter Coach Dave Salo. Und die Vorbereitung auf die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften vom 22. bis 25. November in Wuppertal, für die Colupaev zwei Wochen zuvor aus den USA anreisen wird, läuft derzeit nach Plan. "Ich schwimme die Zeiten, die wir uns für den jetzigen Zeitpunkt vorgenommen haben", sagt er.

    Die Qualifikation für die Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Istanbul Mitte Dezember ist sein angestrebtes Ziel. Unabhängig davon hat Colupaev bereits seine Teilnahme am eine Woche nach der WM im russischen St. Petersburg stattfindenden Salnikov-Cup (ausgerichtet von Vladimir Salnikov, der bei den Olympischen Spielen 1980 als erster Schwimmer unter 15 Minuten blieb) zugesagt.

    Sponsoring bleibt ausbaufähig

    Colupaevs vage Hoffnung, dass seine Erfolge mit der Freistilstaffel sich auch finanziell bemerkbar machen würden, hat sich bisher nicht erfüllt. "Es laufen Gespräche mit möglichen Sponsoren", sagt er, "aber abgesehen davon, dass die rheinland-pfälzische Sporthilfe mich jetzt etwas stärker fördert, hat sich noch nichts getan." Dafür muss man als Schwimmer wenigs-tens Weltmeister werden. Oder Paul Biedermann heißen. Oder beides zusammen.

    Peter H. Eisenhuth

    Regionalsport Mainz
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