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    05-Amateure: Underdog-Rolle zieht nicht mehr

    Fußball-Regionalliga - Der Tabellenführer gastiert am Samstag bei Zwangsabsteiger Kickers Offenbach.

    Auch in Offenbach wird sich Petar Sliskovic wohl wieder einer intensiven Bewachung erfreuen. Gestört hat ihn das in den vergangen Wochen nicht; nach sieben Spieltagen hat der 05-Stürmer zehn Tore auf dem Konto.  Foto: Eva Willwacher
    Auch in Offenbach wird sich Petar Sliskovic wohl wieder einer intensiven Bewachung erfreuen. Gestört hat ihn das in den vergangen Wochen nicht; nach sieben Spieltagen hat der 05-Stürmer zehn Tore auf dem Konto.
    Foto: Eva Willwacher

    Mainz - Ganz gleich, wie die Sache auf dem Bieberer Berg am Samstagnachmittag läuft, eines möchte Martin Schmidt auf keinen Fall erleben: dass er einen Defensivspieler einwechseln müsste - aber nur Offensivleute auf der Bank sitzen hat. Beim 3:2-Heimsieg der 05-Amateure gegen Eintracht Frankfurt II am Mittwochnachmittag war dies der Fall; in der Partie bei Kickers Offenbach werden Akteure aus dem Profikader und der U19 im Kader stehen.

    Unklar war zwar bis Freitagabend noch, ob Benedikt Saller, der nach längerer Verletzungspause am Mittwoch im Test in Eschborn eine Halbzeit absolvierte, fit genug für den nächsten Einsatz ist. Ein Ausrufezeichen setzte Schmidt hingegen hinter die Namen Stefan Bell und den A-Junioren-Innenverteidiger David Kinsombi.

    Schmidt: "Wir haben nichts zu verlieren"

    Auch wenn die 05er als Tabellenführer zum OFC fahren, sieht Schmidt diese Aufgabe als ein Spiel an, in dem seine Mannschaft nichts zu verlieren habe. "Aus dieser Position komme ich gerne", sagt der Schweizer, der in den vergangenen Wochen feststellen musste, dass die Gegner seiner Mannschaft inzwischen anders entgegentreten als vorige Saison. "Wir sind nicht mehr der Underdog", sagt Schmidt; eine solche Rolle würden den mit fünf Siegen am Stück in die Runde gestürmten Mainzern auch niemand abnehmen.

    Doch auch mit dem neuen Image müssten seine Spieler umgehen lernen. Dazu gehöre auch, sich besser darauf einzustellen, dass die Kontrahenten aggressiver aufträten. "In den letzten beiden Spielen haben die Gegner mehr Zweikämpfe gewonnen", moniert Schmidt. Was dazu führte, dass dem berauschenden 3:1-Sieg im Spitzenspiel bei der SGS Großaspach eine 2:3-Heimniederlage gegen Aufsteiger SVN Zweibrücken folgte. "Und gegen die Eintracht standen wir in der zweiten Halbzeit ziemlich unter Druck."

    Ausreißer beim 0:3 gegen den KSV Baunatal

    In Offenbach möchte Schmidt mit seiner Mannschaft wieder "Nadelstiche mit unserem Umschaltspiel nach vorne setzen". Es könnte allerdings passieren, dass die Mainzer auf einen eher defensiv eingestellten Gegner treffen, der selbst auf Konter spekuliert. Zwar hat der Mainzer Trainer in seiner Videoanalyse einen mutigen OFC gesehen. Doch wie ein Offenbacher Journalist berichtet, hat die Mannschaft von Trainer Rico Schmitt immer dann Probleme, wenn sie das Spiel machen muss. So, wie dies bei der unerwarteten 0:3-Niederlage gegen Aufsteiger KSV Baunatal der Fall war (mehr Punkte haben die Nordhessen nach sieben Spieltagen nicht auf dem Konto). Aber: Am vorigen Wochenende kehrten die Kickers, vor dem aktuellen Spieltag Tabellenfünfter mit 13 Punkten, mit einem 1:0-Sieg vom Meisterschaftsfavoriten SGS Großaspach zurück.

    Von den finanziellen und personellen Querelen im und um den insolventen Klub herum lassen sich bislang weder die Mannschaft (Martin Schmidt: "Die Situation hat das Team offenbar zusammengeschweißt") noch die Anhänger verunsichern. Im Schnitt 7000 Zuschauer verfolgten die bisherigen drei Heimspiele auf dem Bieberer Berg - der Zwangsabstieg aus der Dritten Liga hat dazu geführt, dass die Fans die Mannschaft wiederentdeckt haben.

    Kulisse ist Anreiz genug

    Auf diese Kulisse freuen sich aber auch die 05-Amateure. "Da brauchen wir keinen zusätzlichen Motivationsschub", sagt Innenverteidiger Richard Weil. "Ein gut gefülltes Stadion ist Anreiz genug. Außerdem spielen wir gegen eine echte Männertruppe, das liegt uns."

    Allerdings, dessen sind sie sich am Bruchweg bewusst, dürfen sie sich defensiv nicht so viele Patzer leisten wie in den beiden jüngsten Heimspielen. Trainer Schmidt mahnt vor allem mehr Aufmerksamkeit bei gegnerischen Standards an. "Dadurch haben wir schon zu viele Tore gefangen."

    Peter H. Eisenhuth

    Sport Mainz
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