Weiter Teststrecke für Autobranche: Nürburgring meldet Einigkeit
Nürburgring - Der Nürburgring verschafft sich zumindest kurzzeitig Luft: Die großen Unternehmen aus der Autobranche testen dort auch weiterhin.
Der Industriepool, die Interessengemeinschaft aus der Automobilbranche und der Zuliefererindustrie, die die Nordschleife für Testzwecke nutzt und einer der größten Kunden der „Grüne Hölle“ ist, hat sich mit der Automotive GmbH auf einen neuen Nutzungsvertrag geeinigt, teilt die Automotive GmbH mit.
Der Vertrag gilt bis Ende 2013, heißt es in einer Pressemitteilung der Automative GmbH. Im Vorfeld gab es Querelen, weil die neue Betreibergesellschaft des Nürburgrings die Nutzungsmöglichkeiten des Industriepools beschneiden wollte und gleichzeitig eine höhere Pacht verlangte. Ursprünglich hatte sie knapp das Zehnfache verlangt. Als noch an einem neuen Angebot getüftelt wurde, hatte Klaus Paninka, Supervisor Nürburgring der im Industriepool vertretenen Adam Opel GmbH, angedroht: "Wenn es bei dem anfänglichen Vorschlag bleibt, dann brechen wir hier unsere Zelte ab.“ Pirelli hatte seinen vorläufigen Rückzug verkündet.
Ein Bestandteil des neuen Vertrages ist die Festlegung auf 15 Testwochen pro Jahr. Damit hat der Industriepool laut Automotive GmbH die gewünschte Planungssicherheit. Mit dem Vertrag sei ein wichtiger Beitrag zur Sicherung mehrerer hundert Arbeitsplätze in der Region geleistet worden, heißt es in der Pressemitteilung vom Ring. Die Unternehmen hatten ursprünglich den Pool ins Leben gerufen, um die Strecke gemeinsam zu mieten und so Planbarkeit bei den Terminen zu erreichen.
Automative-Geschäftsführer Lindner, gerade erst wegen der Kritik des Landesrechnungshofs an der vom ihm geführten Cash Settlement & Ticketing GmbH (CST) unter Druck, verkündet nun sicher gerne, dass man "in diesem Vertrag unter anderem dem Markt angemessene Preise für die industrielle Nutzung der Strecke" habe erreichen können. "Dieses Ergebnis ist grundlegend für die wirtschaftlich profitable Arbeitsweise und den langfristigen Erfolg des Nürburgrings als Motorsportstätte.“ Nürburgring-Kennerin Eveline Lemke (Grüne) ist dennoch vorsichtig: „Der Vertrag ist hoffentlich der richtige Griff in den Arzneischrank und nicht nur eine Beruhigungspille vor der Wahl.“
Unterzeichnet haben das Vertragswerk laut Automative GmbH bislang die Mitglieder des Lenkungskreises des Industriepools. Die einzelnen Verträge würden in den nächsten zwei Wochen unterzeichnet. Die Pressemitteilung beziffert die Zahl der Mitglieder auf "rund 40 Firmen", der Motorjournalist Wilhelm Hahne hatte von 36 Teilnehmern der Arbeitsgruppe "Inustriepool" und 14 weiteren Mitfahrern berichtet.




















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