Verkehrsclub spricht sich gegen Mittelrhein-Brücke aus
Mittelrhein. Durch eine Rheinbrücke bei St. Goarshausen-Wellmich wird der Kohlendioxid-Ausstoß in der Region durch die Verkehrsteilnehmer, die die Brücke nutzen wollen, mehr als verdoppelt. Davon ist der Landesverband Rheinland-Pfalz im Verkehrsclub Deutschland (VCD) überzeugt.
In dieser Woche noch will das Unesco-Welterbekomitee entscheiden, wie die Organisation zum geplanten Bau einer Mittelrheinbrücke bei St. Goarshausen steht.
Aus Sicht des VCD haben die vier Fähren im Rheintal beim Bau einer Brücke keine Zukunft mehr. Dadurch würden weite Umwege zum Beispiel aus Kaub oder Boppard in Kauf genommen werden müssen. Der zusätzliche Verkehr würde die Stadtkerne von St. Goar und St. Goarshausen mit Lärm und Abgasen belasten und stelle weitere Gefahrenquellen für Unfälle dar.
Bedenkenliste zu Brückenplänen liegen beim Komitee in Brasilia
Der VCD hat seine zahlreichen Bedenken zu den Brückenplänen der Landesregierung in einer ausführlichen Stellungnahme an das Welterbekomitee der Unesco gesandt. Das tagt noch bis zum 3. August in Brasilia und berät in dieser Zeit auch über die Mittelrheinbrücke und deren Verträglichkeit mit dem Welterbestatus des Rheintals.
Auch Leute aus St. Goar und St. Goarshausen verursachen mehr Belastung durch längere Wege
Als zusätzliches Problem führt der Verkehrsclub ins Feld, dass Einwohner und Gäste der beiden Schwesterstädte St. Goar und St. Goarshausen ebenfalls große Umwege von bis zu sieben Kilometern in Kauf nehmen müssten, um über den Rhein zu gelangen. Die Vorsitzende des Landesverbandes, Helga Schmadel, ist überzeugt: „Aus Sicht der Anwohner ist die Forderung nach einer Brücke in Fellen und Wellmich sehr kurzsichtig.
Nachteile überweigen Vorteile bei weitem
Die Nachteile durch steigende Verkehrsbelastung und die höheren Kosten für mehr individuelle Autofahrten sowie die steigenden kommunalen Kosten für zusätzliche Busverkehre und Brückeninstandhaltung werden eventuelle Vorteile deutlich überwiegen." Auch klimapolitisch sei der Brückenbau kontraproduktiv.
Deshalb fordert der Verkehrsclub Rheinland-Pfalz den Verzicht auf den Brückenbau und eine kurzfristige Verbesserung des Fährverkehrs durch längere Fahrzeiten und günstigere Tarife.
(wak)




















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