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B 41 bei Kirn ist wieder frei - Felsbrocken ist gesichert

Kirn - In 60 Metern Höhe, im Steilhang über der Bundesstraße 41, rattert ein Pressluft-Bohrhammer, frisst sich Meter um Meter in den Fels. Die Mitarbeiter von Milan Gudelj bereiten die Sicherung eines rund neun Tonen schweren überhängenden Felsbrockens vor, der wie schon ein "Vorgänger" ins Tal zu poltern droht. Mit dicken Seilen haben die Männer um Bauleiter Arno Stilz vom Nordic-Walking-Weg unterhalb des Gauskopfes die Steilstrecke zur Baustelle gesichert.

Am Steilhang hoch über der Bundesstraße 41 hatte sich am Tag vor Weihnachten ein drei Kubikmeter großer Felsbrocken selbstständig gemacht.
privat

Gut sieben Tonnen schwer war der "Kaventsmann", der am 23. Dezember aus mehr als 60 Metern Höhe vom Gausberg auf die Sicherungsmauer an der Bundesstraße 41 krachte und teils auf die Straße fiel. Einige Steine kullerten bis in Gärten in der Obersteiner Straße. Seither war die B 41 zwischen der Abfahrt Heimweiler und Kirn-Mitte/Meckenbach gesperrt. Seit gestern rollt der Verkehr wieder.

"Vorsicht, es ist glitschig", warnt Arno Stilz und lässt sich rückwärts an den Seilen zum Stein des Anstoßes herunter. Über einen gut 50 Meter langen Druckschlauch wird das Bohrgerät von einem Kompressor vom Waldweg aus betrieben. Links und rechts des rund vier Meter hohen Wackelkandidaten, den ein breiter Riss durchzieht, bohren die Männer vier Löcher mit 80 Millimetern Durchmesser. Dort werden dann sogenannte Felsnägel verankert. Sie sind 28 Millimeter stark, werden durch Abstandshalter zentriert und dann vom Waldweg aus mit Zementmörtel vollgepumpt und verpresst.

Die Vorgehensweise der Felssicherer hat Geologe Dr. Jörg Wildberger vorgegeben, der am 27. Dezember die Stelle inspizierte, von der aus sich am Tag vor Heiligabend ein sieben Tonnen schwerer Felsen ins Tal absetzte und eine Schneise der Verwüstung in den Wald schlug.

"Das kann nur eine vorübergehende Sicherung sein, um über den Winter zu kommen", sagt Milan Gudelj, der für die Straßenmeisterei tätig ist in Sachen Felssicherung. Die Männer und damit die Verkehrsteilnehmer haben Glück mit dem Wetter, sagt Geologe Wildberger, denn bei Eis und Schnee wäre die Arbeit nicht machbar. Der Waldboden ist auch so glitschig genug. Die eisfreie Zeit erlaubt das Betonieren der Bohrlöcher und das Unterfüttern des kippgefährdeten Brockens mit Zementmörtel. Der wird mit einem Schnellbinderzusatz versetzt, damit es nicht zu lange dauert.

Denn heute sind die Ferien zu Ende, das Verkehrsaufkommen steigt sprunghaft. Da wäre Stress programmiert: Alle müssten durch Kirn, bliebe die B 41 gesperrt.

Die Mauer hat gehalten: Die rund 70 Zentimeter dicke verblendete Stahlbetonmauer, die den Verkehr auf der B 41 vor Steinschlag schützen soll, hat mal wieder eine Bewährungsprobe bestanden.
as

Die Experten machen eine Grobplanung: Links und rechts des Wackelkandidaten je drei Bohrlöcher mit drei Meter langen Felsnägeln und dann als Verbindung vier Stahlseile. Wildberger: Wir verschnüren das wie ein Paket. Aber nicht zu fest. Der Riss bleibt offen. Würde er verschlossen, könnte Wasser nicht abfließen, würden sich Haarrisse bilden. Und den Steinblock direkt an die Wand zu "nageln" kommt nicht in Frage: Zu gefährlich für die Bergleute, und der Mörtel würde durch den Riss laufen und den Stein vom Felsen drücken. Also verschnüren. Das Seil ist für 17 Tonnen Zugkraft zugelassen. Der Brocken sollte keine Probleme mehr machen.

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