Seilbahn Koblenz: Darf sie wirklich länger fahren?
Koblenz - Nach aktuellem Stand wird die Koblenzer Seilbahn nach dem Jahr 2013 wieder abgebaut. Doch was muss eigentlich alles passieren, damit sie doch länger fahren darf? Bei der Stadt haben bereits Vorplanungen für den Fall, dass die einstige Buga-Attraktion bleibt.
Noch steht nicht einmal fest, ob die Seilbahn über das Jahr 2013 hinaus Bestand haben wird - doch die Vorbereitungen für den Fall, dass es so ist, laufen bereits. Denn noch gibt es nur einen temporären Bebauungsplan für die Bahn, "und den muss man neu gestalten, wenn die Seilbahn dauerhaft bleiben sollte", sagt Baudezernent Martin Prümm. Auf Antrag der CDU-Fraktion hat sich bereits der zuständige Ausschuss mit der Frage beschäftigt.
"Für den Fortbestand der Seilbahn ist eine über den Zeitraum 2014 hinausgehende Baugenehmigung erforderlich. Da baurechtliche Verfahren erfahrungsgemäß längere Zeit beanspruchen, soll dieses Bauleitverfahren frühzeitig in die Wege geleitet werden", begründet die CDU-Fraktionsvorsitzende Anne Schumann-Dreyer den Antrag. Und die Stadt hat die notwendigen Schritte bereits angestoßen, damit der Seilbahnbetrieb gegebenenfalls reibungslos weiterlaufen kann. Entscheidend für eine Entscheidung für oder gegen die Seilbahn ist, ob diese außerhalb der Buga wirtschaftlich betrieben werden kann. Erst Ende 2012 soll es von der Firma Doppelmayr verbindliche Aussagen dazu geben, heißt es bislang.
Ganz oben auf der Prioritätenliste stehen bei den zuständigen Stellen der Stadt zurzeit die Abstimmungen mit der Unesco, sagt Prümm. "Wegen des Welterbe-Status‘ müssen wir hier weit im Vorfeld Gespräche führen", sagt Prümm. Da das Welterbekomitee der Unesco nur einmal im Jahr tagt, ist es äußerst wichtig, bis zum nächsten Termin sämtliche Unterlagen vorlegen zu können - "sonst müssen wir noch ein Jahr bis zur Entscheidung warten", so Prümm. Außerdem sei es wichtig, die Unesco frühzeitig einzubinden, weil diese "sehr sensibel" reagiere, wenn sie vor vollendete Tatsachen gestellt wird.
Zunächst plante die Firma Doppelmayr in Übereinkunft mit der Unesco, die Gondeln nur bis zum Herbst 2013 zu betreiben und danach abzubauen. Lange hieß es, dass nur so das Welterbe Oberes Mittelrheintal nicht gefährdet wird. Bei einem Besuch in Koblenz im Juni sprach sich der Präsident der deutschen Unesco-Welterbekommission, Walter Hirche, allerdings bereits für die Seilbahn aus. Er lobte sogar die gute Verbindung vom Deutschen Eck zur Festung Ehrenbreitstein.
Parallel zu den Gesprächen mit der Unesco ist bereits das eigentliche Planrechtsverfahren bei der Stadt angelaufen, sagt Frank Hastenteufel, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Bauordnung. Um einen nahtlosen Übergang im Betrieb der Seilbahn zu ermöglichen, müsse das Verfahren vor der eigentlichen Entscheidung für oder gegen die Bahn angestoßen werden. In einer raumordnerischen Prüfung muss geprüft werden, ob unter anderem das Deutsche Eck und die Festung Ehrenbreitstein durch die Seilbahn "optisch beeinträchtigt" werden. Und auch mit der Denkmalpflege muss das Thema erörtert werden, so Hastenteufel.
Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann





















Diesen Artikel versenden