Sehr kommunikativ: Tierschutzverein sucht Zuhause für Hund "Twitter"
Wörrstadt - Er ist sehr kommunikativ, kann gut mit Artgenossen - aber wehe, man nimmt ihm sein Spielzeug weg: "Twitter" heißt wegen dieser Eigenschaften ein Hund, für den ein Tierschutzverein in Rheinhessen einen Abnehmer sucht. Der Name dürfte jetzt bei der Suche helfen.
Wenn ein neuer Hund beim Verein "Tierschutz Wörrstadt - Hunde suchen ein Zuhause e.V." aufgenommen wird, dann bekommt der zuerst einen neuen Namen. "Die Tiere könnten mit dem alten Namen ja auch etwas Negatives verbinden", sagt Christian Gansloweit, Hundetrainer und Vorsitzender des Vereins in Wörrstadt im Kreis Alzey-Worms. "Und bei den Namen machen wir uns Gedanken, damit sie auch zum Tier passen." Und dann war da dieser dreijährige Hütehundrüde, den eine Frau aus Malaga mitgebracht hatte und den die vorherigen Halter einschläfern lassen wollten: Er wollte nicht mit Gewalt zum Folgen gezwungen werden. "Die Unterordnungsmethoden kamen nicht an, er braucht jemand, der freundlich mit ihm umgeht". Ein freundlicher, fröhlicher, kleiner Kerl sei das, "und vor allem geschwätzig. Er erzählt gerne und hat gerne Unterhaltung." Irgendwie erinnerte das Christian Gansloweit an den Kurznachrichtendienst Twitter - und der Hund, Spielgefährte unter anderem von dem mit auffälligen Augenbrauen gesegneten Waigel, hatte seinen Namen: "Twitter".
Gansloweit räumt ein, dass er "eher twitterkritisch" eingestellt ist - "ich muss nicht Massen von Wildfremden etwas mitteilen". Der Gedanke, dass der Name auf Twitter Verzückung auslösen könnte und Twitter bei der Suche nach einem Herrchen oder Frauchen für Twitter helfen könnte, war ihm bisher gar nicht gekommen.
Manche "Twitter"-Nutzer könnten sich in dem Hund wiederentdecken: Verspielt ist er und hat einen gewissen Jagdtrieb. "Man sollte ihm auch nicht sein Spielzeug wegnehmen. Es ist eine sehr schlechte Idee, danach zu greifen. Allerdings warnt er dann auch sehr deutlich, ehe er richtig böse wird." Twitter, sagt Gansloweit, ist "ein Hund mit Ecken und Kanten, er hat aber weit mehr positive Eigenschaften als negative".
Dafür verträgt er sich mit Artgenossen in der Regel gut, ist lernbegierig, stubenrein, fährt gerne Auto. Mit Kindern hat er keine Probleme, wenn sie nicht zu tapsig sind und er sich deshalb bedroht fühlen könnte, sagt Gansloweit.
Auf dem Gelände des Vereins "Tierschutz Wörrstadt" tobt Twitter im Schwarm von 60 Artgenossen umher. Bei dem Verein gibt es Gruppen- und keine klassische Zwingerhaltung - und wer Twitters Freund werden will, muss sich erst einmal telefonisch unter 06732/ 62982 bewerben, um ihn kennenlernen zu dürfen. Und: Den ganzen Tag im Büro verbringen sollte man auch nicht, Twitter - mit vier Beinen - fordert auch seine Zeit.





















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