SPD bringt Neuausschreibung des Nürburgrings ins Spiel
Mainz (dpa/lrs) - Als Reaktion auf die angekündigten Entlassungen am Nürburgring hat die SPD eine Neuausschreibung für den Betrieb ins Spiel gebracht. Falls es die private Nürburgring Automotive GmbH (NAG) nicht schaffe, die steigende Pacht zu erwirtschaften, «dann muss eine Neuordnung erfolgen», sagte der rheinland-pfälzische SPD-Fraktionschef Hendrik Hering am Mittwoch im Landtag in Mainz. Der als überdimensioniert geltende Freizeitpark der Eifel-Rennstrecke leidet gerade im Winter unter Besuchermangel.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, Nils Wiechmann, verwahrte sich gegen eine Erpressung seitens der NAG. Diese stelle mit Blick auf Entlassungen die rot-grüne Landesregierung als die Schuldige dar. Es sei perfide und unanständig, mit dem Schicksal von Arbeitnehmern von unternehmerischen Fehlentscheidungen ablenken zu wollen.
Die CDU-Opposition forderte direkt die Kündigung der Verträge und hielt Rot-Grün Versagen vor. «Entlassungen als Weihnachtsgeschenk» seien ein neuer Höhepunkt in einem Drama ohne erkennbares Ende, monierte der stellvertretende CDU-Fraktionschef Alexander Licht.
Der NAG-Betriebsratsvorsitzende Manfred Strack sagte am Rande des Plenums, er befürchte Massenentlassungen. «Das wird in die Richtung von 140 Mitarbeitern gehen.» Hintergrund ist der Streit mit dem Land über die sich stufenweise erhöhende Millionenpacht. Die NAG hatte angesichts der Besucherflaute selbst Kündigungen ins Gespräch gebracht und niedrigere Zahlungen gefordert. Damit biss sie aber bei der Landesregierung auf Granit.
Infrastrukturminister Roger Lewentz sprach von einer «sehr, sehr schwierigen Situation». Noch seien aber keine Kündigungen bei der zuständigen Arbeitsagentur Mayen eingegangen. Der Minister sagte, er wolle nach der laufenden Prüfung der NAG-Geschäftszahlen neue Gespräche über die Zukunft der Rennstrecke führen.
Betriebsratschef Strack sagte nach der Landtagsdebatte, die Politik habe die bedrohliche Lage der Ringmitarbeiter erkannt. An diesem Freitag werde die NAG an der Rennstrecke Zahlen präsentieren. Danach erwarte er Verhandlungen über einen Sozialplan. Das Krisenmanagement der Geschäftsführung bezeichnete Strack als nicht angemessen.
Auf die Frage, ob das Land nicht doch die Pacht senken sollte, antwortete Strack, es wäre vermessen, von den Steuerzahlern noch mehr Geld zu verlangen. Der von der früheren SPD-Alleinregierung vorangetriebene Ausbau des Nürburgring hatte mit 330 Millionen Euro zu Buche geschlagen.




















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