Ring-Streit: Nervenkrieg um Millionen
Rheinland-Pfalz - Der Streit um den Nürburgring eskaliert weiter: Die rot-grüne Landesregierung ist nicht im Geringsten bereit, den millionenschweren Forderungen der Ring-Betreiber nachzugeben. Die Pächter indes bleiben auf ihrem Kurs. Ein Nervenkrieg um Millionen Euro zeichnet sich ab.
Mehrere rot-grüne Landespolitiker erklärten, dass sie sich von den Betreibern der Rennstrecke und des Freizeitparks nicht erpressen lassen wollen. Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) redete Klartext: „Wenn die Betreiber nicht in der Lage sind, den Betrieb so zu führen, dass sie die Pacht einspielen, tut mir das leid.“ Vom Wirtschaftsministerium, das auch für Tourismus zuständig ist, gibt es jedenfalls keinen zusätzlichen Cent für die Ring-Pächter. Lemke wörtlich: „In meinem Etat ist hier nichts vorgesehen.“
Ihrer Ansicht nach hatte die Nürburgring-Automotive GmbH (NAG) vor Vertragsschluss genug Zeit, die wirtschaftliche Lage zu prüfen. Vor allem NAG-Mitgesellschafter Kai Richter darf sich ihrer Ansicht nach nicht beschweren: „Er hat das Zukunftskonzept doch mitkonzipiert.“
Innenminister Roger Lewentz (SPD) meinte im Gespräch mit unserer Zeitung: „Das ist kein schlechter Vertrag. Wenn die Betreiber ihn nicht mehr erfüllen, sind die Grundlagen des Vertrags nicht mehr gegeben.“ Lewentz bemüht sich derzeit um eine Lösung.
Die Krise am Ring war auch Thema der Fraktionssitzungen von SPD und Grünen. Grünen-Fraktionschef Daniel Köbler erklärte nachher: „An Verträge muss man sich halten. Das Land hat kein Geld zu verschenken.“ Und SPD-Fraktionschef Hendrik Hering sagte unserer Zeitung: „Offene Fragen müssen geklärt werden, aber wir lassen uns nicht erpressen.“
Die Nürburgring Automotive GmbH (NAG), deren Spitze zu intensiven Gesprächen mit der nahezu landeseigenen Nürburgring GmbH zusammenkam, wies den Vorwurf der politischen Erpressung scharf zurück. „Das ist keine Erpressung, sondern das ist die Darstellung der Fakten nach der zweiten Saison am Nürburgring“, so ein Sprecher. Die NAG hatte zuvor erklärt, wenn die Pacht nicht gesenkt werde, müssten Arbeitsplätze abgebaut und Teile des Freizeitparks geschlossen werden.
Von CDU und FDP kam harsche Kritik an der Landesregierung. FDP-Landeschef Volker Wissing erklärte: „Es ist unverantwortlich, dass die Landesregierung unter Ministerpräsident Kurt Beck 300 Millionen Euro Steuergelder in ein Vorhaben steckt, das im wesentlichen auf Wunschdenken basiert.“ CDU-Wirtschaftssprecher Alexander Licht befürchtet, dass der Landeshaushalt mit weiteren Millionensummen belastet werden wird.




















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